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Prof. Dr. Joachim Küpper - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2001

Lebenslauf

Geburtstag  22.01.1952 

1958 - 1970  Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Recklinghausen; Abitur im Juni 1970

1970 - 1977 Studium der Romanistik und der Geschichtswissenschaften an den Universitäten Bochum, Paris und Toulouse

1976 Staatsexamen Französisch und Geschichte

ab 1977 Beschäftigung als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Romanische Philologie der LMU München

1980 Promotion in Romanischer Philologie (Thema der Dissertation: "Balzac und der Effet de réel"; Dissertationspreis Universität Bochum; Straßburg-Preis der Stiftung FVS); Staatsexamen Italienisch 

1987 Habilitation in Romanischer Philologie (Thema der Habilitationsschrift: "Diskurs-Renovatio bei Lope de Vega und Calderon"; Heinz Maier-Leibnitz Preis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung)

WS 1987/88 und SS 1988 Vertretung einer Professur (C2) für Romanische Philologie an der LMU München

WS 1988/89 SS 1989 und WS 1989/90  Vertretung des Lehrstuhls für Italienische Philologie an der LMU

1989 Aufnahme in das Bayerische Fiebiger-Programm (C3-Professur Universität Regensburg); Ruf auf eine C4-Professur an der Universität Wuppertal

ab SS 1990 Lehr- und Forschungstätigkeit in Wuppertal

SS 1993 Ruf nach Potsdam (abgelehnt)

SS 1994 Ruf nach Duisburg (abgelehnt)

ab 1997 Mitherausgeber des Romanistischen Jahrbuchs

SS 1999 Ruf nach Tübingen (abgelehnt)

WS 1999/2000 Ruf nach Berlin (Lehrstuhl für Romanische Philologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität)

ab SS 2000 Lehr- und Forschungstätigkeit an der FU Berlin

Forschungsschwerpunkte

Joachim Küpper vertritt die Disziplinen 'Romanische Philologie' sowie 'Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft'. Als Romanist beschäftigt er sich mit allen drei großen romanischen Literaturen. Im Bereich des Französischen gilt sein besonderes Interesse dem Roman vom 18. bis zum späten 20. Jahrhundert, mit den Schwerpunkten Balzac und Flaubert. Was die spanische Literatur betrifft, hat er vor allem zu den bedeutenden Dramen des Barock gearbeitet (Lope de Vega, Calderón), aber auch zu narrativen Texten derselben Epoche (Quevedo, Cervantes). Im Italienischen steht neben dem Roman des 19. Jahrhunderts (Foscolo, Manzoni, Verga, D'Annunzio) vor allem immer wieder ein Autor im Mittelpunkt seines Interesses: Petrarca, und zwar als Lyriker, aber auch als Verfasser moralphilosophischer Schriften.

Als Basis all dieser Studien könnte man den Versuch bezeichnen, die Diskursarchäologie nach dem Modell von Foucault produktiv mit der deutschen geschichtsphilosophischen Tradition (Hegel, Blumenberg, Jauß) zusammenzubringen. Die dabei entstehenden theoretischen Fragen hat Küpper in einer Reihe von Aufsätzen allgemein-literaturwissenschaftlicher Art (zur Frage des Kanons, zum Verhältnis von Hermeneutik und Diskursarchäologie, etc.) diskutiert.

Daß Küpper auch studierter Historiker ist, wird vor allem in Ansehung seiner Arbeiten zu Texten vom Spätmittelalter bis zur frühen Neuzeit deutlich; unverkennbar steht hinter diesen Veröffentlichungen immer wieder die Frage, wie es dazu kommen konnte, daß sich im Europa des 14., 15. und 16. Jahrhunderts eine historische Formation herausgebildet hat, die keine andere kulturelle Gemeinschaft hervorgebracht hat und die wir gemeinhin Moderne nennen.

Es ist letztlich diese Frage, die auch im Mittelpunkt eines Forschungsschwerpunkts steht, der sich bei Küpper erst in den letzten Jahren ergeben hat und mit dem er über den Bereich der literarischen Texte im eigentlichen Sinne hinausgeht. An den Chroniken, die die Entdecker während des späten 15. und sodann des 16. Jahrhunderts über ihre Beobachtungen in der Neuen Welt verfaßt haben, versucht Küpper herauszuarbeiten, wie die plötzliche Konfrontation mit dem materiell und kulturell fremden Kontinent das gesamte Denken des Europas der frühen Neuzeit revolutioniert hat.