Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2016

Ursula M. Händel-Tierschutzpreis geht an Forscherteam des Paul-Ehrlich-Instituts / Neues Testverfahren kann belastende Tierversuche in großem Umfang ersetzen

Die Forschungsgruppe: Jolanta Klimek, Emina Wild, Ursula Bonifas, Dr. Birgit Kegel, Dr. Beate Krämer, Dr. Heike Behrensdorf-Nicol (v.l.)

Die Forschungsgruppe: Jolanta Klimek, Emina Wild, Ursula Bonifas, Dr. Birgit Kegel, Dr. Beate Krämer, Dr. Heike Behrensdorf-Nicol (v.l.)

© Beate Krämer - freie Nutzung zur Preisverleihung des Ursula M. Händel-Tierschutzpreises. Anderweitige Veröffentlichungen bedürfen gesonderter Genehmigung

Der sechste Ursula M. Händel-Tierschutzpreis geht an Dr. Birgit Kegel und Dr. Beate Krämer gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern der von ihnen geleiteten Arbeitsgruppe. Das Team arbeitet in der Abteilung Veterinärmedizin am Paul-Ehrlich-Institut, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Langen. Es erhält den 100 000 Euro dotierten Preis für ein Testverfahren, das anstelle von bislang notwendigen und für die Tiere sehr belastenden Versuchen eingesetzt werden kann und damit einen herausragenden Beitrag zur Umsetzung des 3-R-Prinzips (Reduction, Refinement, Replacement) darstellt.

Unter 14 eingegangenen Bewerbungen für den Preis überzeugte das Team aus Langen die Jury, weil die Forscherinnen einen komplexen zellbiologischen Mechanismus nachgebildet und damit eine große wissenschaftliche Herausforderung erfolgreich bewältigt haben. Die Entwicklung des neuen Testverfahrens trägt in besonderem Maße zum 3-R-Prinzip bei, da diese Methode äußerst belastende Tierversuche in großem Umfang – betroffen sind über 600 000 Tiere im Jahr – vermeiden kann.

Den Wissenschaftlerinnen unter der Leitung von Dr. Kegel und Dr. Krämer ist es gelungen, ein Testsystem zu entwickeln, das relevante Mechanismen der schädigenden Wirkung von Botulinum-Neurotoxinen künstlich nachbildet und so für das Testen der Toxine eingesetzt werden kann. Die durch Bakterien produzierten Botulinum-Neurotoxine rufen bei Mensch und Tier Muskellähmungen hervor. Wegen dieser Eigenschaft sind die Neurotoxine neben ihrer Anwendung in der Kosmetik ein bedeutender Wirkstoff in Medikamenten zur Behandlung vielfältiger neurologischer Erkrankungen. Vor ihrem Einsatz in medizinischen und kosmetischen Produkten müssen die Wirkstoffe standardmäßig an Mäusen getestet werden. Es gibt zwei Typen der Botulinum-Neurotoxine. Für einen haben die Forscherinnen bereits ein Ersatzverfahren entwickelt und publiziert; nun soll das In-vitro-Verfahren für das andere Neurotoxin weiterentwickelt werden. Mit dem Preisgeld planen die Wissenschaftlerinnen eine internationale Ringstudie, die vor einer Einführung der neuen Testverfahren als Standardmethode nötig ist.

Zu den Personen

Weitere Informationen

Mehr zum Thema



© 2010-2017 by DFG
Ausdruck aus dem Angebot der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)