Professor Dr. Lisa Wiesmüller
Gynäkologische Onkologie, Universitätsfrauenklinik Ulm
Lebenslauf
geboren am 26. März 1961 in Deggendorf
Wissenschaftliche Ausbildung
1980 - 1987 Biologiestudium, Universität Regensburg
1990 Promotion, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
1999 Habilitation, Universität Hamburg
Anstellungen und Forschungsaktivitäten
1991 - 1993 Postdoc am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, Abteilung Biophysik, Heidelberg
1993 - 2001 Gruppenleiterin am Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie, Universität Hamburg
1996 - 2001 Lehrtätigkeit im Fachgebiet Genetik / Molekularbiologie, Universität Hamburg
seit 2001 Professorin der Sektion Gynäkologische Onkologie, Universitätsfrauenklinik Ulm
Preise
1996 G. E. Konjetzny-Preis der Hamburger Krebsgesellschaft
2002 Preis der Fondation Internationale pour la Substitution de l'Expérimentation Animale - FISEA, Luxemburg
2004 Merckle-Forschungspreis
Forschungsschwerpunkte
Lisa Wiesmüller, Leiterin der Sektion Gynäkologische Onkologie an der Universitätsfrauenklinik Ulm, hat ein neues Testverfahren entwickelt, von dem man sich erhofft, dass es in der Zukunft ermöglichen wird, Chemikalien, Arzneimittel und Lebensmittelzusätze auf ihre erbgutschädigende und krebserzeugende Wirkung in menschlichen Zellkulturen zu prüfen. Dieser Nachweis war bisher nur in Tierversuchen möglich.
Das von Frau Wiesmüller entwickelte Verfahren basiert auf der Auswertung von Fluoreszenz-Signalen, das heißt, es unterscheidet leuchtende von nicht-leuchtenden Zellen in der Zellkultur. Mit diesem Test können über die erbgutschädigende Wirkung indirekt krebsauslösende Stoffe sowie erblich bedingte Defekte in der Reparatur von Genom-Schäden erkannt werden. Außerdem berücksichtigt er die spezifische Reaktion von menschlichen Zellen auf die krebserzeugenden Substanzen. Die Untersuchungen führten auch zur Entdeckung neuer Reparaturfunktionen in gesunden menschlichen Geweben, die eine Krebsentstehung verhindern können. Bei Individuen mit familiär bedingtem, erhöhtem Krebsrisiko liegt diese Fähigkeit nicht mehr vor, wodurch bei betroffenen Frauen insbesondere das Brustkrebsrisiko erhöht ist. Der von Frau Wiesmüller neu entwickelte Test trägt das Potenzial, molekulare Fehler zu erkennen, die sich in den Körperzellen der Mitglieder von Familien mit hohem Brustkrebsrisiko wiederspiegeln.
In Zukunft soll der diagnostische Wert dieses Testverfahrens für die Anzeige eines erhöhten Brustkrebsrisikos evaluiert werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob sich der Test für das Screening von Chemikalien auf eine mögliche krebserzeugende Wirkung eignet. Die Hoffnung ist, dass mit Hilfe dieser Methode in Zukunft die kostspielige Analyse einzelner Gene zumindest teilweise überflüssig gemacht werden kann und sich damit Tierversuche auf diesem Gebiet in Zukunft vermeiden lassen.