Professor Dr. Klaus Otto
Experimentelle Anästhesiologie, Medizinische Hochschule Hannover
Lebenslauf
geboren am 15. September 1953 in Abbensen, Landkreis Peine
Wissenschaftliche Ausbildung
- 1977 - 1982 Studium der Tiermedizin, Tierärztliche Hochschule Hannover
- 1985 Promotion, Tierärztliche Hochschule Hannover
- 1988 - 1990 Fachtierarztausbildung in Anästhesiologie, Cornell University, Ithaca, NY, USA
- 1996 Habilitation, Medizinische Hochschule Hannover
- 2000 Professor für "Experimentelle Anästhesiologie", Medizinische Hochschule Hannover
Anstellungen und Forschungsaktivitäten
- 1983 - 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter, Klinik für Pferde, Tierärztliche Hochschule Hannover
- 1990 - 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter, Chirurgische Tierklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München
- 1992 - 1994 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Abt. Anästhesiologie II, Medizinische Hochschule Hannover
- seit 1995 wissenschaftlicher Angestellter, Zentrales Tierlaboratorium, Medizinische Hochschule Hannover
Forschungsschwerpunkte
Klaus Otto ist Professor für Experimentelle Anästhesiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung eines standardisierten Narkoseverfahrens, mit dem Operationen an Tieren schmerzfrei erfolgen können.
Das Schmerzempfinden setzt die bewusste Wahrnehmung schädigender Reize voraus. Aus diesem Grund ist eine der wichtigsten Aufgaben der Narkose der medikamentös erzeugte Bewusstseinsverlust. Die traditionell zur Narkoseüberwachung verwendeten klinischen Parameter wie die Veränderungen der Atmung, die Pupillenweite, die Herzfrequenz und der Blutdruck sind unerlässlich. Sie geben aber keine Informationen über die Gehirnaktivitäten, die ebenfalls die Schmerzwahrnehmung der Tiere anzeigen können.
Klaus Otto hat deshalb die Messung von Hirnaktivitäten per Elektroenzephalogramm (EEG) als weiteres Bewertungskriterium hinzugezogen, mit deren Hilfe der Einfluss von Narkosemitteln auf die Gehirnaktivität kontinuierlich und quantitativ erfasst werden kann. In den bisherigen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass einzelne Narkosemittel je nach Konzentration zu Verschiebungen der Gehirnaktivität führen, die jeweils Rückschlüsse auf die Narkosetiefe erlauben. Diese Ergebnisse, die während der chirurgischen Eingriffe gewonnen wurden, zeigten, dass Tiere unterschiedlich auf Schmerzreize reagieren. Die beobachteten Veränderungen der Gehirnaktivität stimmten oft nicht mit denen der klinischen Parameter überein. Künftige Untersuchungen sollen sich daher mit objektiven Kriterien für die Bewertung des Schmerzempfindens von Tieren bei Operationen befassen. Es soll geklärt werden, ob das EEG dazu beitragen kann, den Zeitpunkt des Bewusstseinsverlustes bei Tieren genau zu definieren. Das Ziel ist schließlich die Schaffung einer standardisierten Narkoseüberwachung mit computergestützter EEG-Analyse, damit Narkosemittel in der Dosierung gegeben werden können, die für eine schmerzfreie Operation nötig ist.