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Europa-Preis 2017

Motto des 52. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“: Zukunft. Ich gestalte sie.
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Motto des 52. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“: Zukunft. Ich gestalte sie.

© DFG

Die DFG hat sechs junge Forscher mit ihrem Europa-Preis ausgezeichnet. Sie erhielten die Auszeichnung beim Finale des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ in Erlangen am 28. Mai 2017 zusätzlich zu ihren Bundessiegen in verschiedenen Wettbewerbskategorien. Der DFG-Europa-Preis soll die Schüler gezielt auf den europäischen Nachwuchsforscher-Wettbewerb European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) im September in Tallinn vorbereiten. Zudem erhalten sie ein Preisgeld von 1000 Euro.

In diesem Jahr ging der Europa-Preis der DFG an einen Einzelforscher und zwei Forschungsteams. Der 18-jährige Philipp Sinnewe vom Geschwister-Scholl-Gymnasium im saarländischen Lebach erhielt die Auszeichnung der DFG zusätzlich zum „Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit“. Sein Projekt „Fliegen mit weniger Treibstoff“ zielt darauf, energieeffizientere und klimafreundlichere Flugzeugtriebwerke zu entwickeln. Dazu baute der Saarländer ein Modell eines Strahltriebwerks, um so eine neue Treibstoffart zu testen. Statt Kerosin verwendete Sinnewe ein Wasser-Alkohol-Gemisch, mit dem sich etwa ein Drittel der CO2-Emissionen einsparen lassen – dies ergaben Versuche auf seinem selbst gebauten Triebwerk-Teststand.

Johannes Waller und Philipp Kessler aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg errangen den Bundessieg im Fachgebiet Chemie und den DFG-Europa-Preis für ihre Forschungsarbeiten rund um die sogenannte Fehling-Probe. Mit dieser wurde früher Diabetes diagnostiziert, heute gilt sie als Schulbeispiel für eine pH-abhängige Redox-Reaktion, bei der ein Reaktionspartner Elektronen auf den anderen überträgt. Die beiden 17-jährigen Jungforscher zeigten mit ihren Laborversuchen nun, dass die Fehling-Probe einer komplexeren Chemie folgt, als in Schulbüchern dargestellt. So entstehen bei der Reaktion verschiedene Zwischenstufen und Oxidationsprodukte, zudem reagieren Glucose und Fructose unterschiedlich schnell. Dies macht eine Neuinterpretation der seit 1848 eingesetzten Probe notwendig.

Ebenfalls im Team erfolgreich waren Matthias Grützner, Julian Egbert und Arne Geipel vom Herder-Gymnasium in Berlin. Die 16-jährigen erhielten den Europa-Preis zusammen mit dem Bundessieg im Fachgebiet Physik. Sie untersuchten die Wasserbilder, die entstehen, wenn ein Wasserstrahl auf eine raue Oberfläche trifft. Dann bilden sich spiralähnliche Strukturen, die an das Innere einer Sonnenblume erinnern. Die drei Jungforscher suchten – und fanden eine Erklärung: die winzigen Erhebungen auf rauen Oberflächen, zum Beispiel auf einem Holzbrett. Hier bricht sich das fließende Wasser und bildet spiralförmige Muster. Dies konnten sie mithilfe eines Experiments nachweisen und mit Kameratechnik aufzeichnen.

Den Europa-Preis der DFG konnten die sechs „Jugend forscht“-Sieger in Erlangen von DFG-Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Ertmer entgegennehmen. Die DFG will mit ihrem 2010 geschaffenen Preis die Bedeutung der Internationalisierung für eine erfolgreiche Forscherkarriere unterstreichen. Deshalb werden die Jungforscher am European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) teilnehmen, der in diesem Jahr vom 22. bis 27. September in Tallinn stattfindet. Zur Vorbereitung werden sie von Mentorinnen und Mentoren betreut und nach Tallin begleitet. Die Mentoren sucht die DFG unter den von ihr geförderten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, etwa im Emmy Noether-Programm, aus. Dies soll auch eine dauerhafte Vernetzung zwischen den Wissenschaftlergenerationen ermöglichen.

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