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Communicator-Preis 2018 geht an Antje Boetius

Bremer Meeresforscherin erhält Auszeichnung für vielseitiges und Disziplinen übergreifendes Engagement in der Wissenschaftskommunikation / Verleihung am 2. Juli in Bonn

Prof. Dr. Antje Boetius
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Prof. Dr. Antje Boetius

© Alfred-Wegener-Institut / Kerstin Rolfes

Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes geht in diesem Jahr an die Meeresforscherin und Geomikrobiologin Prof. Dr. Antje Boetius. Sie ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Leiterin der HGF-MPG-Brückengruppe für Tiefseeökologie und -Technologie am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Boetius erhält die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr vielseitiges und langjähriges Engagement in der Vermittlung ihrer eigenen Forschung über die Tiefsee und die Polarregionen sowie allgemeiner Fragen des Wissenschaftssystems und der Wissenschaftskommunikation. Mit dem Preis wollen DFG und Stifterverband den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken.

Die Communicator-Preis-Jury hob bei ihrer Entscheidung insbesondere Boetius’ Selbstverständnis als Wissenschaftlerin hervor, für die die Vermittlung von Forschungsarbeit und -erkenntnissen an unterschiedliche Zielgruppen und ihr politisches Engagement für eine Verbesserung des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammengehöre. Dabei zeichne sie eine sehr persönliche und authentische Art der Kommunikation aus. Boetius mache überdies auch das Vorläufige und Prozesshafte wissenschaftlichen Arbeitens deutlich und klammere die damit verbundenen Unsicherheiten nicht aus.

Verleihung des Communicator-Preises an Antje Boetius
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Verleihung des Communicator-Preises 2018: Prof. Dr. Antje Boetius mit DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider und dem Präsidenten des Stifterverbandes Prof. Dr. Dr. Andreas Barner (r.)

© DFG / Rainer Unkel

Antje Boetius gilt mit ihrer Teilnahme an mehr als 45 seegehenden Expeditionen und der Leitung einer Vielzahl von internationalen Forschungsprogrammen als ausgewiesene Expertin der biologischen Ozeanografie, mikrobiellen Ökologie und Biogeochemie. Für ihre Forschung an methanzehrenden Mikroorganismen der Tiefsee erhielt sie 2009 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG, den wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland. Sie ist Mitglied des Senats der DFG.

Boetius ist zugleich Spitzenforscherin und Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ihre Vermittlungsarbeit in Print- und Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen umfasst im Wesentlichen drei Schwerpunkte: Das „Abenteuer Tiefsee“, zu dem sie unter anderem mit ihrem Vater, dem Schriftsteller Henning Boetius, 2011 ein umfassendes und gut verständliches Sachbuch verfasst hat. Zum Thema „Mensch und Ozean – Chancen und Risiken des globalen Wandels“ hält Boetius zahlreiche Vorträge, in denen sie sich Fragen der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen zur Einordnung der Folgen des Klimawandels, zur Zukunft des Ozeans bei zunehmender Nutzung sowie der Naturräume und Artenvielfalt der Erde stellt. In den Jahren 2014 und 2016 leitete sie zudem zwei Aufsehen erregende Arktis-Expeditionen, die mit Dokumentationen und Medienbeiträgen direkt an die Öffentlichkeit vermittelt wurden.

Als drittes Thema ist Boetius die Karriere von Frauen in der Forschung ein Anliegen. Hier engagiert sie sich, indem sie ihre Erfahrungen als Frau auf akademischen Karrierewegen, in Leitungsfunktionen wie auch auf Expeditionen teilt. Oft hat sie Einladungen zu Kinderuniversitäten, Schulen und Veranstaltungen von Jugendlichen und Studierenden angenommen. Seit 2015 ist Boetius zudem Leiterin des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog, einer Initiative der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen mit dem Ziel, Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen. Hier hat sie sich besonders im „Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane“ engagiert.

Der „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ wird seit dem Jahr 2000 verliehen. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in besonders vielfältiger, origineller und nachhaltiger Weise ihre Forschungen und die ihres Faches in die Medien und die breite Öffentlichkeit außerhalb der Wissenschaft kommunizieren. Mit dem Preis wollen DFG und Stifterverband auch dafür werben, dass Wissenschaftskommunikation in der Wissenschaft selbst einen höheren Stellenwert erhält.

In diesem Jahr wählte die Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten unter dem Vorsitz von DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Julika Griem aus 39 Bewerbungen und Vorschlägen die Preisträgerin aus. In einem mehrstufigen Auswahlprozess konnte sich Antje Boetius gegen ihre Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchsetzen.

Verliehen wurde der Communicator-Preis 2018 im Rahmen der Jahresversammlung der DFG am 2. Juli in Bonn von DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider und dem Präsidenten des Stifterverbandes, Prof. Dr. Dr. Andreas Barner. Wie alle bisherigen Communicator-Preisträgerinnen und -Preisträger erhält auch Antje Boetius ein vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm, das die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft symbolisiert.