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Communicator-Preis 2010 an Hanns Hatt

Bochumer Zellphysiologe wird für die herausragende Vermittlung seiner Forschungsarbeiten zum Geruchssinn bei Mensch und Tier ausgezeichnet

Professor Hanns Hatt
Professor Hanns Hatt
© Ruhr-Universität Bochum
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Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geht in diesem Jahr an den Zellphysiologen und Riechforscher Hanns Hatt. Der Professor an der Ruhr-Universität Bochum wird damit für die langjährige, herausragende Vermittlung seiner Forschungsarbeiten zum Geruchssinn bei Mensch und Tier ausgezeichnet.

Der „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ ist mit 50 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Medien und Öffentlichkeit in Deutschland. Mit dem Preis zeichnen die DFG und der Stifterverband seit dem Jahr 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die ihre Forschungsarbeiten einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen und sich darüber hinaus um den immer notwendigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verdient machen.

Gekürt werden die Preisträger von einer Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten, die unter dem Vorsitz eines DFG-Vizepräsidenten steht. Die Jury hatte auch 2010 erneut die Wahl zwischen einer Vielzahl qualitativ hochstehender und professioneller Bewerbungen. Insgesamt 47 Forscherinnen und Forscher aus allen Wissenschaftsgebieten hatten sich um den Preis beworben oder waren für ihn vorgeschlagen worden. Vierzehn Kandidatinnen und Kandidaten kamen in die engste Wahl, in der sich am Ende Hanns Hatt durchsetzte.

Mit dem 62 Jahre alten Professor für Zellphysiologie erhält ein Wissenschaftler den Communicator-Preis, der nach Einschätzung der Jury hohe wissenschaftliche Qualität mit wirkungsvoller öffentlicher Darstellung zu verbinden vermag. Hanns Hatt ist promovierter Zoologe und Mediziner und habilitierte sich in Physiologie an der Medizinischen Fakultät der TU München. Seit 1992 hat Hanns Hatt den Lehrstuhl für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum inne. Seit 2010 ist er überdies Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Hanns Hatt sieht sich selbst als „Botschafter des Riechens“. Über mehrere Jahrzehnte hat er auf vielfältige Weise die Bedeutung und Wirkung von Duftstoffen einem breiten Publikum nahegebracht, so mit der mehrteiligen ZDF-Sendung „Vom Reiz der Sinne“, einer Reihe von Buchpublikationen und Hörbüchern sowie in Hunderten von Vorträgen und Auftritten in Hörfunk und Fernsehen. 2003 gelang dem Bochumer Forscher sein größter wissenschaftlicher und öffentlichkeitsrelevanter Erfolg, als er entdeckte, dass auch menschliche Spermien einen Riechrezeptor für Maiglöckchenduft besitzen. Das daran anknüpfendende Buch „Das Maiglöckchen-Phänomen“ wurde zum internationalen Bestseller. Der neue Communicator-Preisträger wurde auch mehrfach von seinen Studenten mit der Auszeichnung für die beste Lehre bedacht.

Die Jury hob in ihrer Begründung für die Zuerkennung des Preises die Breite und Nachhaltigkeit der Kommunikationsleistungen von Hanns Hatt sowie deren Innovationskraft hervor.

Hanns Hatt ist der elfte Preisträger des Communicator-Preises. Unter den bisherigen Preisträgern waren unter anderen der Astrophysiker Harald Lesch, der Katholische Theologe Hubert Wolf, der Paläoanthropologe Friedemann Schrenk sowie die Berliner Sozialwissenschaftlerin Jutta Allmendinger.

Verliehen wird der Communicator-Preis am 7. Juni in Magdeburg im Rahmen des diesjährigen Wissenschaftssommers von DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner und dem Präsidenten des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker. Das Preisgeld stammt vom Stifterverband, in dem sich mehr als 3000 Unternehmen und Privatpersonen für die Förderung der Wissenschaft und deren Austausch mit der Öffentlichkeit engagieren. Die Verleihung wird unterstützt von der Deutschen Kreditbank AG.

Zum Preis

Der Communicator-Preis für Hanns Hatt
Der Communicator-Preis für Hanns Hatt
© DFG, Michael Bleyenberg
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Wie auch in den Jahren zuvor hat der Maler und Lichtkünstler Michael Bleyenberg eine  holographische Skulptur für den Communicator-Preis 2010 gestaltet. Eine prismatische Folie, eingebettet zwischen Spiegel und Glas, ruht in einem Sockel aus massivem Acrylglas, mit dem Namen des diesjährigen Preisträgers.

Auch diesmal hat Michael Bleyenberg versucht, bei der Gestaltung Bezug auf die Tätigkeit des Preisträgers zu nehmen, und ein einzigartiges Unikat geschaffen.

Dargestellt sind zwei Köpfe im Profil, die an einer zwischen ihnen platzierten Blüte riechen. Auf den ersten Blick fügen sich die Bildelemente zu einem bunten Frühlingsbild. Für Irritation sorgen bei genauerer Betrachtung die stilisierten, aber leicht als Spermien erkennbaren Elemente. Bleyenberg spielt hier mit dem „Maiglöckchen-Phänomen“, dass der Preisträger in seinem gleichnamigen Buch schildert, und bei dem es darum geht, dass Eizellen eine Art Maiglöckchen-Aroma verströmen und die Spermien sich mit Hilfe dieses Duftes orientieren. Der Künstler nimmt sich allerdings die Freiheit, aus gestalterischen Gründen die Maiglöckchen durch ein Veilchen zu ersetzen. 

Michael Bleyenberg entwirft Lichtskulpturen und Lichtapplikationen für den öffentlichen Raum. Er gestaltete das große Wandbild mit dem Titel AUGENFEUER am Erweiterungsbau der DFG in Bonn, Bad Godesberg.

Zusatzinformationen

Auch in der Vortragsreihe Exkurs der DFG berichtet Professor Hatt über seine Arbeit

Preisverleihung des Communicator-Preises 2010

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Vor

Professor Hanns Hatt bei der Preisverleihung
© DFG, Fotograf David Ausserhofer

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