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Ausgangslage, Ziele und Aufgaben

Ausgangslage

Mit Energie gehen wir in unserem Alltag ganz selbstverständlich um, die moderne Informationsgesellschaft ist ohne Energie nicht denkbar. Die Wertigkeit einer Industriegesellschaft lässt sich nicht zuletzt an der Verfügbarkeit und der rationellen Nutzung von Energie messen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass immer mehr Staaten versuchen, den Stand der industrialisierten Welt zu erreichen, was typischerweise mit einer drastischen Steigerung des Energieverbrauches einhergeht. Der Weltenergiebedarf wird in den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts nach Schätzungen der internationalen Energieagentur um über 40 Prozent zunehmen. Zu mehr als zwei Dritteln entfällt dieses Wachstum auf Entwicklungs- und Schwellenländer (wie China und Indien). In Deutschland wird in diesem Zeitraum ein Ersatzbedarf an Kraftwerksleistung in Höhe von mehr als 40.000 MW und europaweit in Höhe von 300.000 MW. Angesichts dieser Perspektive müssen die Anstrengungen zur Entwicklung umweltverträglicher Energieerzeugung mit einem möglichst geringen effektiven Schadstoff- und Kohlendioxidausstoß verstärkt werden. Deutschland muss als zweitgrößtes Exportland auf dem Kraftwerkssektor seine Vorreiterrolle in Forschung und Technologie behaupten.

Spätestens mit den 1973 vom "Club of Rome" (Grenzen des Wachstums) veröffentlichten Szenarien sind auch die negativen Aspekte einer "grenzenlosen" Energieverwendung ins Bewusstsein gekommen: die für die Erzeugung von Energie notwendigen Rohstoffe sind nicht unbegrenzt verfügbar. Seitdem ist die öffentliche Diskussion über das Thema Energie von Begriffen wie "Nachhaltigkeit", "Energiesparen" und "Alternative Energien" geprägt. Ein weiterer Aspekt war die mit der Energieerzeugung verbundene Umweltverschmutzung ("Saurer Regen"). Dies alles hat dazu geführt, dass sich die Politik das Thema Energie zunehmend zu eigen gemacht hat. In neuerer Zeit ist die zunehmende CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre, die wesentlich auf die Verwendung fossiler Energieträger zurückzuführen ist, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Viele Gebiete der Energieforschung sind heute durch mit staatlichen Mitteln geförderte, größtenteils unkoordinierte Programme besetzt.

Angesichts dieser Situation ist die Wissenschaft und damit auch die DFG aufgefordert, Position zu beziehen, weiterführende Fördermaßnahmen zu bewerten und flankierend zu begleiten. Im Rahmen mehrerer Sonderforschungsbereiche, Schwerpunktprogramme, Forschergruppen und zahlreicher Einzelprojekte fördert die DFG Themen auf dem Gebiet der Energieforschung mit einem Mitteleinsatz in Höhe von rund 15 Millionen Euro pro Jahr. Die geförderten Aktivitäten liegen vorwiegend im Bereich der Ingenieurwissenschaften und zielen auf eine Verbesserung der Effizienz der Energiewandlungsprozesse ab. Fragestellungen zur Ökologie, Energieverteilung und Energiewirtschaft sind nur punktuell Gegenstand von DFG-Vorhaben, da die Probleme häufig mit dem Stand der Technik gelöst werden können oder entsprechende Programme bereits durch andere Mittelgeber finanziert werden. Auch Forschung an neuen Energieträgern, wie etwa Kernfusion oder regenerative Energiequellen, wird vornehmlich von anderen Geldgebern unterstützt, zum Teil unter dem Einsatz von erheblichen Mitteln.

Ziele und Aufgaben

Die angesprochenen Themengebiete spannen einen weiten Bogen von den gesellschaftlich relevanten Fragestellungen über die naturwissenschaftlichen Grundlagen bis hin zur technischen Umsetzung. Ziel der Projektgruppe soll es sein, die unterschiedliche Communities zusammenzubringen, wissenschaftliche Defizite zu analysieren, die für eine gezielte DFG-Förderung relevante Fragestellungen zu identifizieren und entsprechende Förderinitiativen vorzubereiten. Die Geschäftsstelle will Antragsteller bezüglich der am besten geeigneten Förderform beraten und den Prozess der Themenfindung und Antragstellung begleiten.

Zusatzinformationen

© 2010-12 DFG Aktualisierungsdatum: 03.12.2010Sitemap  |  Impressum  |  Kontakt  |  RSS Feeds

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