Information für die Wissenschaft Nr. 33 | 3. Juni 2020

Deutsch-afrikanische Kooperationsprojekte in der Infektiologie

Drafts Infectiology 2021

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert zur Einreichung von Antragsskizzen für gemeinsame Forschungsvorhaben mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Afrika auf.

Gegenstand der Ausschreibung ist die:

  • Erforschung von vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier einschließlich deren soziale und verhaltensbezogene Aspekte.
    „Vernachlässigt“ heißt in diesem Zusammenhang, dass nur geringe Mittel für Grundlagenforschung zu diesen Krankheiten zur Verfügung stehen.
  • Etablierung oder Vertiefung gleichgewichtiger Partnerschaften zu gegenseitigem Nutzen, um afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschung in den vor Ort wichtigen Themen zu ermöglichen und langfristig der deutschen Wissenschaft in Afrika Forschungsmöglichkeiten zu erschließen
  • Nachhaltige Förderung und Unterstützung akademischer und beruflicher Karrieren von jungen afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihren Heimatländern, um damit einen Beitrag zum Aufbau von Forschungskapazitäten in Afrika zu leisten
  • Stärkung der innerafrikanischen wissenschaftlichen Vernetzung; daher können auch mehrere afrikanische Partnerinnen beziehungsweise Partner an einem Projekt beteiligt sein

Die DFG will schwerpunktmäßig Forscherinnen und Forscher in der Human- und in der Veterinärmedizin ermutigen, Fördermittel für die Erforschung vernachlässigter tropischer Infektionskrankheiten zu beantragen. Projekte zu HIV, Malaria und Tuberkulose fallen nur dann in den Fokus der Ausschreibung, wenn sie Mechanismen der Virulenz oder die Immunabwehr der genannten Krankheiten bearbeiten. Dabei können auch Ko-Infektionen Gegenstand der Antragsskizzen sein. Projekte mit sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Fragestellungen können beantragt werden, sofern sich diese mit den Folgen oder Bedingungen vernachlässigter tropischer Infektionskrankheiten beschäftigen.

Nicht Gegenstand der Ausschreibung ist:

  • Infrastrukturförderung (jedoch können Mittel für notwendige Zusatzausstattungen beantragt werden)
  • Förderung klinischer Studien
  • Entwicklung diagnostischer Verfahren
  • Projekte, in denen nach neuen, pharmakologisch wirksamen Substanzen gesucht wird, ohne dass überwiegend molekulare Wirkprinzipien untersucht werden
  • Projekte, die Produktentwicklung zum Inhalt haben
  • Epidemiologische Studien, die keine unmittelbare Erforschung von Virulenzmechanismen zum Ziel haben
  • Projekte, die sich auf die Sammlung von Isolaten und/oder deren Sequenzierung beschränken

Antragsberechtigung

Anträge müssen grundsätzlich von in das deutsche Wissenschaftssystem integrierten Forscherinnen und Forschern gestellt werden, denen auch die Projektverantwortung zukommt. Fördermittel für die afrikanischen Mitantragstellenden sind in den späteren Vollanträgen mit zu beantragen. 
Für die Antragsberechtigung auf deutscher Seite gelten die üblichen Regeln der DFG. 
Für an außeruniversitären Einrichtungen arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelten die Regeln zur Kooperationspflicht. Nähere Angaben hierzu sind dem Merkblatt zur Sachbeihilfe (DFG-Vordruck Nr. 50.01) in seiner aktuellen Fassung zu entnehmen.

Projekteinreichungen von Forscherinnen und Forschern, die nicht in das deutsche Wissenschaftssystem integriert sind, können aus rechtlichen Gründen nicht akzeptiert werden. Mindestens eine in Deutschland arbeitende Wissenschaftlerin beziehungsweise ein Wissenschaftler muss im Konzept vertreten sein.

Beiträge zu den Gehältern der Projektführenden in Afrika können nicht beantragt werden. Mittel können nur für Arbeiten der Projektteilnehmenden in Deutschland und in den Ländern Afrikas beantragt werden. Die Beteiligung von Forscherinnen und Forschern in anderen Ländern ist zwar möglich, muss jedoch aus anderen Quellen finanziert werden.

Form der Antragsskizzen

Zunächst sollen Projektvorschläge als Skizzen in folgenden Format eingereicht werden:

  • max. sechs Seiten je Skizze (Ausschlusskriterium)
  • max. zweiseitige Lebensläufe der voraussichtlichen Antragstellenden mit Publikationsverzeichnissen von max. zehn Publikationen pro Lebenslauf (jeweils als Einzeldokument in elan hochzuladen)
    Es sind ausschließlich Lebensläufe von Antragstellenden beizufügen.
  • Antragstellende sind Wissenschaftlerinnen und/oder Wissenschaftler, die im Falle der Einladung zur Vollantragstellung Mittel beantragen werden.

Die Skizzen müssen enthalten:

  • tabellarische Übersicht aller voraussichtlichen Antragstellenden
  • wissenschaftliche Beschreibung des Projekts
  • Konzeption der Zusammenarbeit
  • Konzept zur Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses am jeweiligen afrikanischen Standort
  • kurze Darstellung der vorhandenen Infrastruktur der afrikanischen Projektpartnerinnen beziehungsweise Projektpartner
  • Sollten projektspezifische Publikationen vorliegen, steht es frei, diese in der sechsseitigen Skizze aufzuführen.
  • Für alle zitierten Publikationen gilt, dass ausschließlich veröffentlichte beziehungsweise zur Veröffentlichung in peer-reviewed Journalen akzeptierte Manuskripte aufgeführt werden dürfen.

Bitte beachten Sie:

  • Es gibt in elan keine Formatvorlage für Skizzen.
  • Eingereichte Anlagen, die zusätzlich zu den oben genannten Antragsdokumenten (Skizze plus CVs) eingereicht werden, werden nicht an die Mitglieder der Begutachtungsgruppe weitergeleitet.
  • Eine detaillierte Aufschlüsselung der zu erwartenden Kosten ist in den Skizzen nicht erforderlich. Die Erwähnung einer geschätzten Gesamtsumme ist ausreichend.
  • Die Skizzen müssen zwingend von in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und/oder Wissenschaftlern in englischer Sprache eingereicht werden.
  • Die afrikanischen Mitantragstellenden können nicht unabhängig – ohne deutsche Partnerinnen und/oder Partner – auftreten. Deutsche und afrikanische Partnerinnen beziehungsweise Partner bilden ein Konsortium. Projektmittel werden in den Vollanträgen nach den Projektanforderungen den jeweiligen Partnern zugeteilt.
  • Die Projektkonzepte sollen zunächst für eine dreijährige Laufzeit mit zusätzlicher längerfristiger Perspektive skizziert werden; Fortsetzungsanträge sind entsprechend den üblichen Verfahren der DFG möglich.
  • Wegen der Zielsetzung dieser Ausschreibung, Beiträge zur nachhaltigen Stärkung der Forschungskapazitäten in Afrika zu leisten, sollten die Mittel überwiegend dem afrikanischen Partner zukommen.

Verfahren

Die Projektskizzen werden von einer internationalen Begutachtungsgruppe evaluiert. Nach vergleichender Begutachtung werden Konsortien mit besonders überzeugenden Konzepten zur Vollantragstellung aufgefordert.

Die deutschen Projektverantwortlichen werden über die Empfehlung der Begutachtungsgruppe in der Regel im Frühjahr des Folgejahres unterrichtet und gebeten, diese Information an ihre afrikanischen und deutschen Partnerinnen beziehungsweise Partner weiterzuleiten.

Stichtag

Die Einreichung der Konzepte ist ausschließlich in digitaler Form über das elan-Portal möglich bis einschließlich 28. Oktober 2020.

Erste Schritte im elan-Portal: Nach Log-In > Antragstellung > Einzelförderung > „Initiative für eine Sachbeihilfe“ > Online-Formular starten. Bitte wählen Sie bei der Eingabe die Ausschreibung „Drafts Infectiology 2021“ aus.

Handelt es sich bei dem Antrag um Ihren ersten Antrag bei der DFG, berücksichtigen Sie bitte, dass Sie sich vor Einreichung der Antragsskizze im elan-Portal registrieren müssen. Die Bestätigung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag. Ohne eine vorherige Registrierung ist weder die Einreichung einer Skizze noch eine Antragstellung möglich.

Eine Registrierung der Partnerinnen beziehungsweise Partner in Afrika ist in dieser Phase nicht erforderlich.

Weiterführende Informationen

Um eine zügige Beantwortung zu gewährleisten, sind Rückfragen in schriftlicher Form an zu richten. Anfragen an andere Adressen können nicht bearbeitet werden.

Diese Ausschreibung liegt auch auf Englisch, Französisch und Portugiesisch vor:

Englische Version:

Französische Version:

Portugiesische Version:

Den Zugang zur Antragstellung über das elan-Portal finden Sie unter:

Das DFG-Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfe (DFG-Vordruck Nr. 50.01) finden Sie unter:

Ansprechpartner für fachliche Fragen:

Ansprechpartnerin für formale Fragen und Fragen zu elan: