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Information für die Wissenschaft Nr. 20 | 27. April 2018
Schwerpunktprogramm „Intentional Forgetting in Organisationen. Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen“ (SPP 1921)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2015 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Intentional Forgetting in Organisationen. Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen“ (SPP 1921) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt hiermit ein zur Antragstellung für die zweite dreijährige Förderperiode.

Das Schwerpunktprogramm verfolgt den Ansatz und den Anspruch, ein beim Menschen durch die Evolution hervorgebrachtes Erfolgsprinzip des „Vergessens“ für sozio-digitale Systeme der Organisation nutzbar zu machen. Organisationen besitzen die Vorteile des Vergessens bisher nicht. Sie stehen vor vielen Anpassungserfordernissen und vor der Frage, wie sie sich mit Strategie, Struktur, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Technologie und Prozessen an eine wachsende Menge von organisationalem Wissen anpassen sollen. Klassische Organisationstheorien entwickelten auf diese Frage bisher keine Antworten.

Das Schwerpunktprogramm verfolgt über die gesamte Dauer von sechs Jahren die Ziele, die Mechanismen des menschlichen Vergessens für einen technisch-organisationalen Kontext nutzbar zu machen. Informationssysteme in Organisationen sollen dazu beitragen zu vergessen. Dazu sind interdisziplinär neue Methoden und Übertragungswege für Organisationen zu entwickeln, um die Balance zwischen stetig wachsenden Mengen an gespeicherten Informationen und einer Informationsreduktion durch Vergessen zu finden und die bis dato existierenden Organisationstheorien weiterzuentwickeln.

Zur Erreichung der Ziele wurden in der ersten Förderphase (2016 bis 2019) Vergessensmechanismen im menschlichen Arbeitskontext grundlegend beschrieben, erfasst, systematisiert und formalisiert (Arbeitsfeld 1) sowie erforscht, wie Informationssysteme/Intelligente Systeme (Arbeitsfeld 2) und Organisationen (Arbeitsfeld 3) vergessen sollen. Auf diesen Ergebnissen aufbauend wurden die Arbeitsfelder 4 und 5 der zweiten Phase des Schwerpunktprogramms konzipiert, in denen die Übertragung auf die Anwendungskontexte Fabrik und Verwaltung im Fokus stehen.

Arbeitsfeld 4 hat das Ziel, betriebliche Anwendungssysteme zu entwickeln, die vergessen können, und integriert dabei vor allem Erkenntnisse aus Arbeitsfeld 2.

Forschungsfragen zu diesem Arbeitsfeld lauten: Wie sehen selbst organisierende vergessende Mensch-Maschine-Systeme aus? Wie werden Prozesse und Strukturen mit vergessenden Informationssystemen gestaltet? Welche Möglichkeiten in Fertigung und Verwaltung im Sinne von Chancen und Risiken bietet ein Vergessensmechanismus, der in Informationssystemen implementiert ist?

Arbeitsfeld 5 hat das Ziel, die tatsächliche Wirkung der Vergessensprozesse in den sozio-digitalen Systemen von Fabrik und Verwaltung zu untersuchen, die in den Arbeitsfeldern 1 und 3 erforscht wurden. Zentrale Fragen sind: Inwieweit verschafft das Vergessen der Organisation Zeit für das Reagieren auf veränderte Umfeldbedingungen? Wie kann das Vergessen bei der Bewahrung des organisationalen Kerns helfen? Zu welchen Ergebnissen führt die Validierung der Modelle aus den Arbeitsfeldern 1–4? Wie kann bei der Synthese neuer Lösungen in Entwicklungsprozessen das gezielte Vergessen von Wissen genutzt werden? Inwiefern führt das Vergessen zu besserer Anpassung in volatilen Umgebungen? Wie führen diese Wirkungen auf organisationaler Ebene zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen?

Die Arbeitsfelder der zweiten Förderphase sollen – wie auch in der ersten – durch interdisziplinäre Tandemprojekte bearbeitet werden. In den Projekten sollen Forschungsfragen multiperspektivisch aus den Disziplinen der Kognitions-, Arbeits- und Organisationspsychologie, Kognitionswissenschaften, Informatik, Angewandte und Wirtschaftsinformatik, der Produktentwicklung sowie der Betriebswissenschaft entwickelt und beantwortet werden.

Mit der Konzentration auf die Anwendungsbereiche Fabrik und Verwaltung thematisiert das Schwerpunktprogramm repräsentative organisationale Bereiche mit hohem Verbreitungsgrad, nutzt Überschneidungsbereiche zum Vergleich und zur Kontrastierung von Erkenntnissen und schafft damit Synergien in der Betrachtung und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Reichen Sie Ihren Antrag für die zweite Förderphase bitte bis spätestens 15. Januar 2019 bei der DFG ein. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das elan-Portal zur Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten. Sofern Sie beabsichtigen, einen Neuantrag einzureichen, wählen Sie bitte unter „Antragstellung – Neues Projekt – Schwerpunktprogramm“ im elektronischen Formular aus der angebotenen Liste „SPP 1921 – Intentional Forgetting in Organisationen. Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen“ aus.

Handelt es sich bei dem Antrag innerhalb dieses Schwerpunktprogramms um Ihren ersten Antrag bei der DFG, beachten Sie, dass Sie sich vor der Antragstellung im elan-Portal registrieren müssen. Ohne Registrierung bis zum 7. Januar 2019 ist eine Antragstellung nicht möglich. Bitte wählen Sie im Registrierungsformular bei den abschließenden Angaben ebenso wie bei der Antragstellung Ihr Schwerpunktprogramm aus der angebotenen Liste der Ausschreibungen aus. Die Bestätigung der Registrierung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag.

Antragstellerinnen und Antragsteller, die bereits gefördert werden und einen Fortsetzungsantrag stellen wollen, müssen den Antrag über die Registerkarte „Antragstellung – Antragsübersicht/Fortsetzungsantrag“ einreichen. Hier wird Ihr in der Förderung befindliches Projekt angezeigt, und Sie können Ihren Fortsetzungsantrag stellen.

Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B. Bitte senden Sie ein weiteres Exemplar des Antrags in elektronischer Form an den Koordinator des Programms.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Informationen zum Schwerpunktprogramm erhalten Sie im Internet unter:

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Anträge finden Sie unter:

Die Merkblätter DFG-Vordruck 50.05 und 54.01 stehen unter:

Inhaltliche Fragen beantworten Ihnen die Koordinatoren des Schwerpunktprogramms:

  • Professorin Dr. Annette Kluge,
    Ruhr-Universität Bochum,
    Fakultät für Psychologie, Lehrstuhl Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie,
    Tel. +49 234 322-8607,
    Link auf E-Mailannette.kluge@rub.de
  • Professor Dr.-Ing. Norbert Gronau,
    Universität Potsdam,
    Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government,
    Tel. +49 331 977-3322,
    Link auf E-Mailngronau@wi.uni-potsdam.de

Auskünfte zur Antragstellung bei der DFG erteilt:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter Interner Linkwww.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2018/info_wissenschaft_18_20/
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.

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