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Information für die Wissenschaft Nr. 93 | 22. Dezember 2017
Schwerpunktprogramm „Kooperativ interagierende Automobile“ (SPP 1835)

  • Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Jahr 2014 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Kooperativ interagierende Automobile“ (SPP 1835) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre (zwei mal drei Jahre) vorgesehen. Die DFG lädt hiermit zur Antragstellung für die zweite dreijährige Förderperiode ein.

Das Schwerpunktprogramm konzentriert sich in der nun anstehenden zweiten Phase auf folgende Themenbereiche:

  • Kooperative Wahrnehmung
    Zur Informationsgewinnung stehen kooperativ interagierenden Automobilen nicht nur die fahrzeugeigenen Sensoren zur Verfügung, sondern auch kommunizierte Information von Sensoren anderer Automobile. Zur vollständigen Nutzung der in diesem „telematischen Wahrnehmungshorizont“ gewonnenen Information sind Ansätze für die robuste Berücksichtigung der unterschiedlichen Informationsqualität aufgrund von Latenzen, unsicherer räumlich-zeitlicher Akquisition und möglicher zyklischer Informationsflüsse zu untersuchen.
  • Situationsprädiktion
    Auf Basis der wahrgenommenen Information ist die aktuelle Verkehrssituation zu erfassen und eine Vorhersage des Verhaltens und der Trajektorien aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer für die nahe Zukunft abzuschätzen. Methoden zur Antizipation der Bewegung von Menschen und Fahrzeugen sind hierfür ebenso zu erforschen wie die Sicherstellung der Antizipierbarkeit des eigenen Verhaltens für andere.
  • Kooperative Manöver- und Trajektorienplanung
    Aufbauend auf der unsicherheitsbehafteten Wahrnehmung und Prädiktion der Verkehrssituation sind Methoden zur kooperativen Trajektorienplanung zwischen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern zu untersuchen. Hierbei sind implizite oder explizite Verhandlungen über unterschiedliche Handlungsoptionen zu untersuchen, die auf Optimierung eines ganzheitlichen und gemeinsamen Gütekriteriums abzielen.
  • Daten und Informationsbasis
    Kooperativ interagierende Automobile sollen ihr Wissen in einer kollektiven Daten- und Informationsbasis aggregieren und nachfolgendem Verkehr bereitstellen. Der Fokus der durch „crowd mapping“ akkumulierten Information liegt im Schwerpunktprogramm nicht auf geometrischer Information, wie sie etwa in üblichen SLAM-Ansätzen von Interesse ist, sondern vor allem auf Information, die unmittelbar für taktische Verhaltensentscheidungen im Straßenverkehr nutzbar ist (z. B. Inferenz semantischer Information über lokale Vorfahrtsregeln und -bedingungen).
  • Systemergonomie
    Um wissenschaftlichen Fortschritt zum Nutzen des Menschen zu gestalten, sind Untersuchungen zur Interaktion zwischen menschlichen Verkehrsteilnehmern (Passagiere im automatischen Ego-Fahrzeug, Passagiere in anderen automatischen Fahrzeugen, Fahrer eines nicht vollständig automatisierten Fahrzeugs, Fahrradfahrer, Fußgänger) und dem automatischen Fahrzeug wichtig. Menschliche Verkehrsteilnehmer müssen in der Lage sein, automatische Verhaltensentscheidungen nachzuvollziehen und zu akzeptieren sowie notwendigenfalls verändern zu können.
  • Querschnittsthemen kooperativ interagierender Automobile
    Ganzheitlich soll das Schwerpunktprogramm Beiträge zu Bewertungsmetriken der Informationsqualität, der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie der Trajektoriensicherheit erschließen.

Im Schwerpunktprogramm soll dabei in einem interdisziplinären Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine ganzheitliche systemtheoretische Sicht auf kooperativen Verkehr und Evaluation in einem ganzheitlichen System eingenommen werden. Jedes Projekt soll Methoden für die Kooperation zwischen Verkehrsteilnehmern untersuchen, unter denen sich mindestens ein automatisches Fahrzeug befindet.

In der ersten dreijährigen Projektphase des Schwerpunktprogramms wurde eine Simulationsumgebung entwickelt, in der die einzelnen Teilprojekte überwiegend vernetzt werden. In der nunmehr anstehenden zweiten Phase soll diese Vernetzung ausgebaut werden und – wo immer möglich – sollen Beiträge exemplarisch in realen Erprobungsfahrzeugen beziehungsweise der Infrastruktur umgesetzt werden. Hierfür ist die Nutzung bestehender Erprobungsplattformen teilprojektübergreifend möglich.

Die Projektanträge sollen explizit erläutern, welcher der genannten Themenbereiche schwerpunktmäßig adressiert wird, warum die untersuchte Fragestellung dafür relevant ist, welche neuartigen wissenschaftlichen Ansätze und Methoden für die Lösung erforscht werden sollen und welche Ergebnisse bei erfolgreichem Verlauf entstehen und gegebenenfalls auch anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt würden. Interdisziplinäre Anträge sowie Projekte, die eine Bewertung im Zusammenwirken mit anderen Projekten ermöglichen, sind ebenso besonders erwünscht wie Ansätze, die ein konkretes Potenzial für die Umsetzung auf Erprobungsplattformen aufzeigen.

Arbeiten, die den Schwerpunkt auf Fahrerassistenzfunktionen oder die eigenständige Automatisierung einzelner Fahrzeuge ohne kooperative Interaktion legen, sowie Projekte, die nur singuläre Komponenten (Car2X, Aktorik usw.) im Blick haben, liegen hingegen nicht im Fokus des Schwerpunktprogramms.

Es sollen möglichst keine Mittel zum Aufbau von Erprobungsfahrzeugen, von Infrastruktur oder Simulatoren beantragt werden. Vielmehr wird angeboten, dass die an deutschen Partnereinrichtungen bestehenden Fahrzeuge, Infrastruktur und Simulatoren in kooperativen Projekten des Schwerpunktprogramms genutzt und bei Bedarf geringfügig angepasst werden. Entsprechende Erklärungen zur Verfügbarkeit und gegebenenfalls der Bereitstellung werden ausdrücklich im Antrag erwartet.

Reichen Sie Ihren Antrag für die zweite Förderphase bitte bis spätestens 4. April 2018 bei der DFG ein.

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das elan-Portal zur Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten. Sofern Sie beabsichtigen, einen Neuantrag einzureichen, wählen Sie bitte unter „Antragstellung – Neues Projekt – Schwerpunktprogramm“ im elektronischen Formular aus der angebotenen Liste „SPP 1835 – Kooperativ interagierende Automobile“ aus.

Handelt es sich bei dem Antrag um Ihren ersten Antrag bei der DFG, beachten Sie, dass Sie sich vor der Antragstellung im elan-Portal registrieren müssen. Ohne Registrierung bis zum 21. März 2018 ist eine Antragstellung nicht möglich. Bitte wählen Sie im Registrierungsformular bei den abschließenden Angaben ebenso wie bei der Antragstellung Ihr Schwerpunktprogramm aus der angebotenen Liste der Ausschreibungen aus. Die Bestätigung der Registrierung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag.

Antragstellerinnen und Antragsteller, die bereits in diesem Schwerpunktprogramm gefördert werden und einen Fortsetzungsantrag stellen wollen, müssen den Antrag über die Registerkarte „Antragstellung – Antragsübersicht/Folgeantrag“ einreichen. Hier wird Ihr in der Förderung befindliches Projekt angezeigt, und Sie können Ihren Fortsetzungsantrag stellen.

Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B. Bitte senden Sie ein weiteres Exemplar des Antrags in elektronischer Form an den Koordinator des Programms.

Weiterführende Informationen

Detaillierte Informationen zum Schwerpunktprogramm erhalten Sie im Internet unter:

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Anträge finden Sie unter:

Die Merkblätter DFG-Vordruck 50.05 und 54.01 stehen unter:

Inhaltliche Fragen beantwortet Ihnen der Koordinator des Schwerpunktprogramms:

  • Prof. Dr.-Ing. Christoph Stiller,
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT),
    Institut für Mess- und Regelungstechnik,
    Engler-Bunte-Ring 21, Gebäude 40.32,
    76131 Karlsruhe,
    Tel. +49 721 608-42325,
    Link auf E-Mailstiller@kit.edu

Auskünfte zur Antragstellung bei der DFG erteilen:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter der URL
Interner Linkwww.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2017/info_wissenschaft_17_93/
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.