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Information für die Wissenschaft Nr. 30 | 9. Juni 2017
Literaturwissenschaftliches Symposion der DFG: Vergleichende Weltliteraturen / Comparative World Literatures

8. bis 13. Oktober 2018

Kaum ein literaturwissenschaftliches Konzept hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten international so viel neue Aufmerksamkeit gefunden wie das der Weltliteratur. An seiner Diskussion haben sich weltweit gleichermaßen Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie Autorinnen und Autoren beteiligt, denen es meist zu ihrer poetologischen Selbstbeschreibung in den verschiedenen historischen, politischen, geografischen und sozialen Zusammenhängen einer für sie größer gewordenen Welt dient. Über die Komparatistik hinaus ist das Konzept der Weltliteratur zu einem grundlegenden Paradigma für die Erforschung der Literatur avanciert, das sich neben dem lange herrschenden nationalen etabliert hat. Das noch nicht umfassend ausgemessene Forschungsfeld, das sich dadurch neu eröffnet hat, soll in mehreren Hinsichten Gegenstand des Symposions sein.

Die verschiedenen Versuche einer Aktualisierung des Begriffs Weltliteratur haben seine historische, vor allem auf Goethe zurückführbare Semantik verändert. Solche Bedeutungserweiterungen gehören zu seiner Geschichte. Von Anfang an war Weltliteratur ein empirisches, auf Beobachtung beruhendes Konzept, das nie eindeutig definierbar und nie vollständig systematisierbar, sondern für zukünftige Entwicklungen offen war. Diese Tendenz hat sich in den aktuellen Diskussionen fortgesetzt, die nicht zu der unbestrittenen Geltung nur eines Konzepts geführt haben.

Die gerade durch neue literarische Entwicklungen komplexer gewordene Logik des Begriffs Weltliteratur reflektiert die verschiedenen Aspekte literarischer Internationalisierung. Sie verweist auch auf theoretische Differenzen, die zugleich eine historische und kulturelle Signatur haben. Was unter Weltliteratur verstanden wird, wechselt nach verschiedenen Kontexten und ist deshalb nur komparativ-differenzierend zu beschreiben. In diesem Sinn stellt die Pluralität der Weltliteratur als Begriff wie als Sache den Ausgangspunkt der Überlegungen des Symposions dar, die sich als in einem starken Sinn vergleichend verstehen und dabei auch über die europäische Literatur und den europäischen Kontext hinausgehen sollen.

Auf vier Themenkomplexe soll sich das Symposion konzentrieren.

  • Pluralität von Weltliteratur
  • Paradigmen der Weltliteratur
  • Disziplinäre und außerdisziplinäre Diskurse von Weltliteratur
  • Weltliteratur und verwandte Ideen

Nähere Erläuterungen zu diesen Themenbereichen, die zugleich die Sektionen des Symposions bilden, finden sich im Ausschreibungstext.

Das Symposion, das vom 8. bis 13. Oktober 2018 in der Villa Vigoni stattfinden soll, wird zugunsten eingehender Diskussionen von Vortragsverlesungen freigehalten. Alle Beiträge werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor der Tagung auf elektronischem Weg zugesandt. Zusammen mit Diskussionsberichten sollen die Beiträge gleich im Anschluss an das Symposion publiziert werden. Um die Veranstaltung arbeitsfähig zu halten, ist die Zahl der Beteiligten auf max. 35 begrenzt. Eine schriftliche, prinzipiell druckfertige Vorlage bildet die Voraussetzung für eine Teilnahme. Erwartet wird, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an allen Tagen der Veranstaltung präsent sind und mitdiskutieren.

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des In- und Auslands, auch erst am Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere (in der Regel jedoch nicht schon Doktorandinnen und Doktoranden), sind eingeladen, den Unterzeichnenden spätestens bis 1. September 2017 ihre Bereitschaft zur Teilnahme und ihren Themenvorschlag mitzuteilen, ein kurzes Exposé beizufügen und eine Sektionszuordnung vorzuschlagen. Auf der Grundlage der Exposés werden die Veranstalter der DFG vorschlagen, wer zu diesem Symposion eingeladen werden soll.

Die endgültigen Druckfassungen der Vorlagen müssen die beiden Leiter spätestens bis 1. Juni 2018 erreicht haben. Der Höchstumfang einschließlich Anmerkungen liegt bei 30 Seiten à 1800 Zeichen; kürzere Vorlagen sind willkommen.

Weiterführende Informationen

Den ausführlichen Ausschreibungstext finden Sie auf der DFG-Homepage:

Symposiumsleiter:

  • Prof. Dr. Dieter Lamping,
    Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft,
    Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien,
    Johannes Gutenberg-Universität,
    Postfach 3980,
    55099 Mainz,
    lamping@uni-mainz.de
  • Prof. Dr. Galin Tihanov,
    George Steiner Professor of Comparative Literature,
    Chair,
    Department of Comparative Literature,
    Queen Mary University of London,
    g.tihanov@qmul.ac.uk

Ansprechpartner für die Symposienreihe in der DFG:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter der URL
www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2017/info_wissenschaft_17_30/
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.

Zusatzinformationen

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