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Information für die Wissenschaft Nr. 76 | 1. Dezember 2016
DFG zeichnet zum zweiten Mal internationale Forschungsmarketingkonzepte aus

Zwei Universitäten und eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung erhalten jeweils 100 000 Euro zur Umsetzung ihrer strategischen Ideen / Erstmals „Start-up“-Sonderpreis vergeben

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnet im Rahmen eines Wettbewerbs zum zweiten Mal Ideen zum internationalen Forschungsmarketing aus. Prämiert werden die Konzepte der Humboldt-Universität zu Berlin, der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main und des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam. Die drei Institutionen erhalten zur Umsetzung ihrer Forschungsmarketingkonzepte ein Preisgeld von je 100 000 Euro. Zudem wurde in diesem Jahr erstmalig ein „Start-up“-Sonderpreis vergeben, der sich an Institutionen richtet, die das Handlungsfeld neu an ihrer Institution etablieren möchten. Dieser Sonderpreis in Höhe von 75 000 Euro geht an die Technische Universität Kaiserslautern. Die Preise werden aus Sondermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Die Preisverleihung findet am 16. Februar 2017 im Rahmen der Jahrestagung der Forschungs- und Technologiereferentinnen und -referenten in Potsdam statt. Insgesamt haben sich in diesem Jahr 19 Hochschulen und Forschungseinrichtungen an dem Wettbewerb beteiligt.

Die im Rahmen des Ideenwettbewerbs ausgezeichneten Konzepte sollen dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Attraktivität deutscher Forschung im Ausland zu steigern und hoch qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Kooperationen mit Deutschland oder für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland zu gewinnen. „Wir sind davon überzeugt, dass das Thema ‚Internationales Forschungsmarketing‘ heute mehr denn je auf die Agenda der Hochschulen gehört und Hochschulen in der Ausbildung von Strukturen in diesem Bereich unterstützt werden müssen“, sagt DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek. „Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird weltweit härter. Es wird immer wichtiger, Deutschland als starken Wissenschaftsstandort im globalen Wissenschaftssystem sichtbarer zu machen sowie hoch qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Deutschland zu gewinnen. Ein strategisches internationales Forschungsmarketing wird daher für deutsche Forschungseinrichtungen immer mehr an Bedeutung gewinnen“, so Dzwonnek weiter.

Die jetzt prämierten Konzepte überzeugten das international besetzte Auswahlgremium aus Wissenschaftsmanagern, Internationalisierungs-, Kommunikations- und Marketing-Fachleuten durch mutige Ansätze und eine gelungene Fokussierung auf die institutionseigene Kompetenz. Die Konzepte seien sehr konkret und zudem echte Gemeinschaftsprojekte von Wissenschaft und Verwaltung innerhalb der Universitäten und Forschungseinrichtungen mit einer starken Verankerung auf der Leitungsebene. Darüber hinaus stehen bei allen Konzepten nicht mehr nur einzelne Institutionen, sondern Regionen mit ihren Forschungsschwerpunkten im Vordergrund, die eine große Strahlkraft nach außen erwarten lassen:

Internationalisierung der Wissenschaftskommunikation zur Steigerung der internationalen Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Berlins

Kern des Forschungsmarketingkonzepts der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein Journalist-in-Residence-Programm. Zusammen mit der Technischen Universität zu Berlin, der Charité und der Einstein-Stiftung Berlin sowie mit Unterstützung von Wissenschaft im Dialog und der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH werden talentierte Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten aus Nord- und Südamerika sowie Asien – Regionen, in denen die Humboldt-Universität zu Berlin ihr internationales Netzwerk strategisch ausgebaut hat – nach Berlin eingeladen. Sie sollen den Wissenschaftsstandort Berlin, darunter Exzellenzcluster und Graduiertenschulen, kennenlernen und in ihrer Heimat über die gewonnenen Eindrücke berichten. Während ihres Aufenthalts entwickeln die internationalen Journalistinnen und Journalisten gemeinsam mit den Berliner Kooperationspartnern innovative On- und Offline-Formate, die die kulturellen Besonderheiten ihrer jeweiligen Heimatregion berücksichtigen.

Profilierung der Rhein-Main-Region als führende Region im Bereich der biomedizinischen Forschung

Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main richtet ihr Konzept auf den universitätseigenen Forschungsschwerpunkt in der Ubiquitin- und Autophagieforschung (UBAUT) aus, der rund um den Sonderforschungsbereich „Molekulare und funktionale Charakterisierung der selektiven Autophagie“ entstanden ist. Ziel ist, die UBAUT-Forschung der Rhein-Main-Region mit Spitzenuniversitäten der San Francisco Bay Area und der Region Boston zu vernetzen. Dazu sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Region als Botschafter fungieren. Darüber hinaus wird ein Stipendienprogramm für Kurzaufenthalte eingerichtet, dass es internationalen Forscherinnen und Forschern ermöglicht, den Forschungsstandort kennenzulernen. Gemeinsam mit amerikanischen Forscherinnen und Forschern wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rhein-Main-Region im Kontext einer Klausurtagung mögliche strategische Ausrichtungen des wissenschaftlichen Netzwerks diskutieren.

Mit exzellenter Forschung, Strukturen und zukunftsweisenden Themen positioniert sich der Raum Berlin-Brandenburg im Ausland

Das gemeinsame Forschungsmarketingkonzept des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) und des Geo.X Netzwerks fokussiert sich auf die beiden Zielregionen Russland und Naher Osten mit dem Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler über die Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten und exzellenten Forschungsinfrastrukturen des internationalen Geo-Campus Potsdam/Berlin zu informieren. Wissenschaft als Brücke zur Aufrechterhaltung des bilateralen Dialogs und Frieden stiftendes Instrument sind wichtige Motivationsgründe, die die Auswahl der Zielregion begründen. Die Konzentration auf die Zielländer soll zudem helfen, wissenschaftliche Kooperationen in bislang wenig beachteten Regionen voranzutreiben. Das GFZ wird Sommerschulen und Workshops besonders für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler organisieren. Darüber hinaus werden im Rahmen sogenannter „Geoscience Days“ in den Deutschen Botschaften der Zielregionen Vernetzungsmöglichkeiten angeboten.

Mit dem 2016 erstmals ausgeschriebenen „Start-up“-Sonderpreis wurde das Konzept der Technischen Universität Kaiserslautern ausgezeichnet. Der Incoming- und der starke Service-Ansatz könne nach Ansicht der Jury modellhaft und eine gute Strategie für andere Standorte sein.

Rekrutierung von Postdoktorandinnen und -doktoranden mit einem umfassenden, individuellen Betreuungs- und Beratungsangebot

Unter dem Titel Kaiserslautern Research Matching (KAREMA) unternimmt Kaiserslautern erste systematische Schritte im Bereich internationales Forschungsmarketing. Dazu sollen internationale Postdoktorandinnen und -doktoranden in den Forschungsschwerpunkten „Optics and Material Sciences“, „Mathematical Modelling in the Engineering Sciences“ und „Biology and Biotechnology“ für den Standort gewonnen werden. Im Rahmen des stark serviceorientierten Konzepts werden nach einem Ausschreibungs- und Auswahlverfahren qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu einem zweiwöchigen Kurzaufenthalt eingeladen, mit dem Ziel einer anschließenden Bewerbung auf eine der freien Postdoc-Stellen oder der Aussicht auf eine Beteiligung an einem gemeinsamen Kooperationsprojekt. Forscherinnen und Forscher der TU Kaiserslautern werden die internationalen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vor Ort als so genannte „Individual Research Counselors“ (IRCs) umfassend begleiten.

An dem Verbundprojekt „Internationales Forschungsmarketing“ ist die DFG gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) beteiligt. Unter der Marke „Research in Germany“ werben die beteiligten Organisationen für den Forschungsstandort Deutschland. Das Projekt wird im Rahmen der Initiative „Werbung für den Innovations- und Forschungsstandort Deutschland“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum DFG-Ideenwettbewerb „Internationales Forschungsmarketing“ finden Sie unter:

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    Tel. +49 228 885-2109,
    presse@dfg.de

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