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Information für die Wissenschaft Nr. 72 | 16. November 2016
Sensibilität für sicherheitsrelevante Forschung in der Wissenschaft steigt

Gemeinsamer Ausschuss von DFG und Leopoldina legt ersten Tätigkeitsbericht vor / Netzwerk von Ansprechpersonen zum Thema entsteht / „Kommissionen für Ethik sicherheitsrelevanter Forschung“ gründen sich an Universitäten und Forschungseinrichtungen

Universitäten und Forschungsinstitute widmen sich zunehmend dem Thema sicherheitsrelevante Forschung. Das belegt der erste Tätigkeitsbericht des Gemeinsamen Ausschusses zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina Anfang 2015 eingesetzt haben. Der Bericht bildet die Aktivitäten des Ausschusses ebenso ab wie den Stand der Umsetzung der „Empfehlungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung“ aus dem Juni 2014. Ein erfreuliches Ergebnis der Bemühungen ist ein wachsendes Netzwerk aus Ansprechpersonen zum Thema. Bis dato haben sich bereits hundert Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und -gesellschaften in eine öffentliche Liste eingetragen. Der Tätigkeitsbericht gibt außerdem einen Überblick über die aktuellen politischen Entwicklungen und einen Ausblick auf die zukünftige Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses.

Der Gemeinsame Ausschuss zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung hat sich zum Ziel gesetzt, die Bewusstseinsbildung kontinuierlich und nachhaltig zu fördern und damit zur Risikoerkennung und -minimierung in der Forschung beizutragen. Eine der größten Herausforderungen benennt der Bericht darin, dass Bewusstseinsbildung nicht administrativ verordnet werden kann. Die geplanten Aktivitäten umfassen daher auch regelmäßige Veranstaltungen zum Thema „Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung“. Zusätzlich schlägt der Ausschuss die Verankerung des Themas Doppelte Verwendung (Dual Use) von Forschung in den Lehrinhalten und Curricula möglichst aller relevanten Studiengänge an den Hochschulen vor.

Der Ausschuss versteht sich auch als Kontaktstelle für Fragen zum eigenverantwortlichen Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung sowie als Plattform für den Erfahrungsaustausch. Zen­trales Element seiner „Empfehlungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung“ sind „Kommissionen für Ethik sicherheitsrelevanter Forschung“ (KEFs). Der Ausschuss geht bis Ende 2017 von deutschlandweit mindestens hundert KEFs oder entsprechenden Kommissionen an deutschen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und -gesellschaften aus. Als Handreichung für die sich gründenden KEFs hat der Gemeinsame Ausschuss eine Mustersatzung vorgelegt, die auch im Tätigkeitsbericht enthalten ist. Die KEFs sollen zukünftig einmal im Jahr dem zuständigen akademischen Entscheidungsgremium sowie dem Gemeinsamen Ausschuss über ihre Aktivitäten berichten.

Eine Austauschplattform für die KEFs, aber auch darüber hinaus soll die Internetplattform inklusive Kontaktdatenliste bilden, die die Geschäftsstelle des Gemeinsamen Ausschusses pflegt und ausbauen möchte. Dieses Angebot macht den aktuellen Stand der Umsetzung der Empfehlung transparent, indem es Informationen über die Etablierung von KEFs oder ähnlichen Kommissionen an den jeweiligen Institutionen veröffentlicht. Außerdem dient es dem Erfahrungsaustausch zwischen den Forschungsinstitutionen.

Der Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der Forschungsfreiheit und der Verantwortung der Wissenschaft. Freie Forschung ist einerseits eine wesentliche Grundlage für Fortschritt und Wohlstand der Gesellschaft. Andererseits besteht die Gefahr, dass nützliche Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit auch zu schädlichen Zwecken missbraucht werden können. Zu dieser Problematik haben DFG und Leopoldina als Selbstverwaltungsorganisationen der deutschen Wissenschaft schon früh Stellung genommen. Ein Grundgedanke der Empfehlungen ist, dass Forschungsinstitutionen und dort tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Verantwortung für ihre wissenschaftlichen Arbeiten, die über Verpflichtungen durch rechtliche Normen hinausgeht, weiterhin weitgehend selbst tragen.

Weiterführende Informationen

Liste der Ansprechpersonen und Kommissionen an Forschungseinrichtungen:

Tätigkeitsbericht des Gemeinsamen Ausschusses:

Weitere Informationen zum Thema unter:

Ansprechperson für Vertreterinnen und Vertreter von Forschungsinstitutionen:

Hinweis:

Diese "Ausschreibung - Information für die Wissenschaft" ist unter der URL
www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2016/info_wissenschaft_16_72/
erreichbar. Bitte verwenden Sie ausschließlich diese URL, um das Dokument zu zitieren oder per Link einzubinden.

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