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Information für die Wissenschaft Nr. 30 | 2. Juni 2016
DFG startet erste Nachwuchsakademie Laboratoriumsmedizin

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet unter dem Motto „Systemdiagnostik entzündlicher Prozesse“ die erste Nachwuchsakademie in der Laboratoriumsmedizin. Ziel von Nachwuchsakademien ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem frühen Stadium ihrer Karriere auf die eigenständige Durchführung von Forschungsprojekten vorzubereiten und an die Leitung ihres ersten eigenen DFG-Projekts heranzuführen. Mit ihnen sollen herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisiert und gewonnen werden. Ein wesentliches Ziel von Nachwuchsakademien ist es darüber hinaus, dem Mangel an exzellent ausgebildetem wissenschaftlichem Nachwuchs auf interdisziplinären Gebieten abzuhelfen.

Thema der Nachwuchsakademie

Systembiologische Analysen und Modellierungen gewinnen in der Medizin zunehmend an Bedeutung. Dieser Ansatz ermöglicht eine neue Herangehensweise an multidimensionale Daten und biologische Fragestellungen. Multidimensionale Daten zur Beantwortung medizinischer Fragen werden in der Labormedizin schon immer generiert. Es ist davon auszugehen, dass systembiologische Ansätze neue diagnostische Möglichkeiten unter Verwendung vorhandener Analysen und neuer Biomarker ermöglichen. Unter Systemdiagnostik ist eine Optimierung analytischer und postanalytischer Abläufe der Ex-vivo-Diagnostik mit bioinformatischen und systembiologischen Ansätzen zu verstehen. Dieser Ansatz schafft einen Mehrwehrt für die Ex-vivo-Diagnostik und ermöglicht eine individuelle Interpretation komplexer Datenstrukturen. Somit ist die Systemdiagnostik eine wesentliche Voraussetzung für die Etablierung individueller Therapiekonzepte.

Teilnahme an der Nachwuchsakademie

Die Nachwuchsakademie richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler speziell aus der Laboratoriumsmedizin, aber auch aus anderen Bereichen der Medizin, sowie aus naturwissenschaftlichen Studiengängen mit Bezug zur Biologie und Chemie, deren Promotion nicht länger als sechs Jahre zurückliegt und die selbst noch keine DFG-Förderung eingeworben haben. Das Interesse an einer Karriere im Wissenschaftssystem wird vorausgesetzt. Ziel ist ein DFG-Projekt in der Einzelförderung (Sachbeihilfe) mit begrenztem finanziellem Umfang.

Interessierte bewerben sich für die Teilnahme an der Nachwuchsakademie in einem zweistufigen Verfahren. Zunächst ist bis zum 17. Juli 2016 eine zweiseitige Kurzskizze gemäß der Vorlage der Nachwuchsakademie (www.dgkl.de – Nachwuchsakademie) zusammen mit einem Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis (siehe DFG-Vordruck 1.91) per E-Mail einzureichen (nachwuchsakademie@dgkl.de). Wer Ende Juli eine Einladung zur zweiten Stufe erhält, kann eine ausführlichere Projektskizze (ca. 10 Seiten) ausarbeiten, die bis zum 30. September 2016 beim Koordinator der Nachwuchsakademie einzureichen ist. Diese ausführliche Projektskizze soll bereits nach den DFG-Vorgaben für Sachbeihilfen strukturiert und formuliert sein (siehe DFG-Merkblatt 50.01). Aus den Bewerbungen der zweiten Stufe werden bis Ende Oktober 2016 bis zu 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Nachwuchsakademie ausgewählt.

Fahrtkosten (Bahn, 2. Klasse), Unterkunft und Verpflegung werden übernommen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine Eigenbeteiligung in Höhe von 100 Euro erwartet.

Nachwuchsakademie Teil I

Wie alle DFG-Nachwuchsakademien beginnt auch die Nachwuchsakademie „Systemdiagnostik entzündlicher Prozesse“ mit einer Veranstaltungswoche, voraussichtlich vom 6. bis 12. Januar 2017 im Tagungshotel der Justus-Liebig-Universität „Schloss Rauischholzhausen“ in der Nähe von Gießen. Den Teilnehmenden werden in Key-note-Vorträgen und Seminaren innovative diagnostische Ansätze vorgestellt, zum Beispiel zu den Themen Epigenetik oder gene editing. Durch Bioinformatiker und Systemdiagnostiker wird eine fundierte Basis in den Gebieten Systemdiagnostik und mathematische Modellierung vermittelt. Diese Veranstaltungen werden einen direkten Kontakt zwischen Systembiologen und den Teilnehmenden der Nachwuchsakademie herstellen und damit die Grundlage für Kooperationen auf diesem Gebiet schaffen. Im Anschluss an die wissenschaftlichen Inhalte werden die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in den letzten Tagen der Akademie gezielt bei der Ausarbeitung eines eigenen DFG-Förderantrags unterstützt. In diesem Rahmen stellen die Teilnehmenden ihre Projektideen vor und diskutieren diese mit den anwesenden Experten.

Nachwuchsakademie Teil II

Im zweiten Teil sollen die Teilnehmenden basierend auf den Erfahrungen der Veranstaltungswoche ihre Projektskizzen zu regulären DFG-Sachbeihilfe-Anträgen ausarbeiten. Im Frühsommer 2017 richtet die DFG ein eintägiges Antragskolloquium mit Begutachtung aus, bei dem die Teilnehmenden ihre aus den Projektskizzen entwickelten und bei der DFG eingereichten Projektanträge vorstellen. Auf dieser Basis wird über die Bewilligung der Anträge entschieden.

Für die Förderung wird der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung, in der Regel die Promotion, vorausgesetzt. Die geplante Laufzeit des Projekts soll in der Regel ein Jahr betragen, maximal möglich sind zwei Jahre. Die eigene Stelle soll möglichst nicht Inhalt des Antrags sein. Ein Antrag auf Auslandsaufenthalt über ein DFG-Forschungsstipendium ist auch möglich.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationenen zur Nachwuchsakademie erhalten Sie im Internet unter:

Das DFG-Merkblatt 50.01 ist zu finden unter:

Kontakt für Fragen zur Nachwuchsakademie:

Wissenschaftliche Fragen beantwortet Ihnen der Koordinator der Nachwuchsakademie:

Fachliche Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:

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