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Information für die Wissenschaft Nr. 20 | 19. März 2015
„Gemeinsamer Ausschuss zum Umgang mit Sicherheitsrelevanter Forschung“ nimmt die Arbeit auf

DFG und Leopoldina etablieren Gremium zur Umsetzung ihrer Empfehlungen „Wissenschafts-freiheit und Wissenschaftsverantwortung“

Der „Gemeinsame Ausschuss zum Umgang mit Sicherheitsrelevanter Forschung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Arbeit aufgenommen. Er wurde eingerichtet, um Forschungsinstitutionen bei der wirksamen und nachhaltigen Umsetzung der im Juni 2014 von DFG und Leopoldina veröffentlichten Empfehlungen zu „Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung“ zu unterstützen. Dies soll sicherstellen, dass die Wissenschaft ihre Verantwortung im Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung im Spannungsfeld zwischen der Wissenschaftsfreiheit, wie sie durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt wird, und der Gefahr, dass Forschungsergebnisse zu schädlichen Zwecken missbraucht werden können, adäquat wahrnimmt. Zum Thema ist zudem nun das Diskussionspapier „Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft – Rechtfertigen die Erfolgschancen von Forschung ihre potentiellen Risiken?“ erschienen.

Der Gemeinsame Ausschuss begleitet die Umsetzung der Empfehlungen durch Monitoring und unterstützt die Forschungseinrichtungen bei der Implementierung der Empfehlungen. Idealerweise sind bis 2017 an allen deutschen Forschungseinrichtungen Kommissionen für Ethik der Forschung (KEF) etabliert. Diese sollen die einzelnen Institutionen in die Lage versetzen, sachgerecht und verantwortungsvoll mit Diskussionsfällen aus der eigenen Arbeit umzugehen und selbst über diese zu entscheiden. Der Gemeinsame Ausschuss wird Mustertexte für die Umsetzung der Empfehlungen entwickeln und als Kontaktstelle für Fragen und als Plattform für den Erfahrungsaustausch dienen. Falls eine Entscheidung vor Ort im Einzelfall nicht angemessen möglich sein sollte, kann die Leopoldina zusätzlich Ad-hoc-Arbeitsgruppen einsetzen, die im engen Austausch mit dem Gemeinsamen Ausschuss eine Risiko-Nutzen-Beurteilung des jeweiligen Forschungsinhalts vornehmen.

Darüber hinaus soll der Gemeinsame Ausschuss die Entwicklungen auf dem Gebiet der sicherheitsrelevanten Forschung in Deutschland beobachten, mögliche Handlungsfelder identifizieren und Leopoldina und DFG in diesen Fragen beraten. Zum Auftrag des Ausschusses gehört ebenfalls, dass seine Mitglieder sich bei Bedarf an der öffentlichen Diskussion zum Thema beteiligen.

Vor dem Hintergrund der Empfehlung, das Bewusstsein von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für Fragen der „Sicherheitsrelevanz“ ihrer Forschung zu schärfen, wird der Ausschuss regelmäßig Symposien zum Thema „Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung“ ausrichten.

Das erste Symposium dieser Art thematisierte im November 2014 in Halle unter anderem Forschung in den Bereichen 3-D-Druck, Big Data und hochpathogene Viren. Bei einer Podiumsdiskussion wurden Möglichkeiten zur Beratung und zur Sensibilisierung von Wissenschaftlern für die Dual-Use-Problematik erörtert.

Vorsitzende des zunächst für drei Jahre eingesetzten Gemeinsamen Ausschusses zum Umgang mit Sicherheitsrelevanter Forschung sind die Vizepräsidentin der Leopoldina, Professor Dr. Bärbel Friedrich, und DFG-Vizepräsident Professor Dr. Frank Allgöwer. Die Mitglieder stammen aus relevanten Fachgebieten – von den Natur- und Lebenswissenschaften bis hin zu Ethik und Rechtswissenschaften.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen über den Gemeinsamen Ausschuss zum Umgang mit Sicherheitsrelevanter Forschung und über seine Zusammensetzung:

Zu den Empfehlungen „Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung“

Das Diskussionspapier „Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft – Rechtfertigen die Erfolgschancen von Forschung ihre potentiellen Risiken?“ auf den Webseiten der Leopoldina:

Zum Symposium „Dual Use – Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung“ und weiteren Informationen

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