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Information für die Wissenschaft Nr. 26 | 28. Mai 2014
Materialwissenschaft und Werkstofftechnik: DFG startet sechste Nachwuchsakademie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet unter dem Motto „Werkstoffe in Medizin und Pharmazie: Fertigung, Mikrostruktur, Eigenschaften und Anwendung“ eine sechste Nachwuchsakademie im Fachgebiet Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Ziel von Nachwuchsakademien ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem frühen Stadium ihrer Karriere auf die eigenständige Durchführung von Forschungsprojekten vorzubereiten und an die Leitung ihres ersten eigenen DFG-Projekts heranzuführen. Mit ihnen sollen herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisiert und gewonnen werden. Ein wesentliches Ziel von Nachwuchsakademien ist es darüber hinaus, dem Mangel an exzellent ausgebildetem wissenschaftlichem Nachwuchs auf interdisziplinären Gebieten abzuhelfen.

Werkstoffe werden vielfältig in Medizin und Pharmazie eingesetzt. In der Praxis wird die ganze Bandbreite der Werkstoffe abgedeckt (Metalle, Polymere, Keramiken), oft auch in Kombination. Werkstoffwissenschaftliche Fragestellungen sind dabei von grundlegender Bedeutung für die Funktion der Implantate. So beeinflusst die Mikrostruktur eines Metalls seine mechanischen Eigenschaften (z.B. Festigkeit, Ermüdungsverhalten). Die Oberfläche ist entscheidend für die Korrosionsbeständigkeit, aber auch für die Rissbildung unter zyklischer Beanspruchung. Weiterhin spielen antibakterielle, antithrombogene und osteokonduktive Oberflächen eine bedeutende Rolle zur Optimierung der Eigenschaften im Kontakt mit Gewebe und Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel. Wirkstofffreisetzende Implantate in der Pharmazie müssen eine geeignete Struktur und Morphologie haben, um eine pharmakologisch günstige Freisetzungskinetik zu bewirken. Insofern sollen sowohl werkstoff­wissenschaftliche als auch biologische Anforderungen betrachtet und beachtet werden.

Im Rahmen der Nachwuchsakademie Materialwissenschaft und Werkstofftechnik soll hervorragend qualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten werden, in einem mehrere Fachgebiete übergreifenden Umfeld Forschungsthemen an der Schnittstelle zwischen Materialwissenschaften und Biowissenschaften zu entwerfen und zu bearbeiten. Insbesondere sollen ihnen durch Diskussionen mit Fachkolleginnen und -kollegen sowie einschlägig ausgewiesenen, erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Impulse für die eigene Forschungstätigkeit und zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation gegeben werden. Die Nachwuchsakademie hat auch den Anspruch, die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs erfahrbar zu machen.

Ablauf der Nachwuchsakademie

Interessentinnen und Interessenten an der Nachwuchsakademie bewerben sich mit ihren bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistungen sowie einer Skizze für ein grundlagenwissenschaftliches Forschungsprojekt aus folgenden Bereichen:

  • Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Medizin und Pharmazie
  • Biomaterialien: Fertigung, Mikrostrukturelle Eigenschaften und Anwendung

In der Skizze sollen die Projektidee, die Grundkonzeption des Projektablaufs sowie bereits erfolgte Vorarbeiten und notwendige vorbereitende Maßnahmen aufgezeigt werden.

Interessentinnen und Interessenten aus der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sollten grundlegende Kenntnisse der klinischen beziehungsweise pharmazeutischen Anforderungen besitzen. Die Ausschreibung richtet sich aber auch an klinisch forschende Medizinerinnen und Mediziner, die für die erfolgreiche Bearbeitung ihrer Fragestellungen eine Kooperation mit Forscherinnen und Forschern aus der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik suchen. Eine spätere gemeinsame Antragstellung durch Forscherinnen und Forscher verschiedener Disziplinen ist möglich und erwünscht.

Die folgenden Fragestellungen sind nicht Gegenstand der Nachwuchsakademie:

  • Mikro- oder nanopartikuläre disperse Systeme, zum Beispiel zur Wirkstofffreisetzung oder zur Tumorbekämpfung (u.a. „Nanomedizin“). Projekte zu nanostrukturierten, nicht dispersen Werkstoffen, sind möglich und erwünscht.
  • Projekte zur Biomimetik oder zur Biomineralisation ohne Bezug zur medizinischen Anwendung
  • Klinische Fragestellungen ohne Bezug zu werkstoffwissenschaftlichen Lösungsansätzen

Die beiden Leiter der Nachwuchsakademie prüfen die Bewerbungen und laden bis zu 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Veranstaltung ein.

Nachwuchsakademie Teil I

Im Rahmen der an der Universität Duisburg-Essen im Oktober 2014 stattfindenden Nachwuchsakademie sollen den ausgewählten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Vorträgen, Seminaren und Einzelgesprächen vertiefte Einsichten in das Management von Karrieren in der Wissenschaft gegeben werden. Ein Expertengremium referiert auf der Basis eigener Erfahrungen über die Karrieremöglichkeiten und steht in Arbeitskreisen zur Diskussion über die Projektskizzen und für weiterführende Beratung zur Ausarbeitung von Drittmittelanträgen, insbesondere bezüglich des Förderprogramms der DFG, zur Verfügung. Die Hinweise und Ratschläge sollen es den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erleichtern, eigene Projektanträge auszuarbeiten. Des Weiteren steht die frühe interdisziplinäre Vernetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. In kleinen Arbeitsgruppen wird dazu beispielhaft über interdisziplinäre Forschungsthemen unter Anleitung von Expertinnen und Experten diskutiert; mögliche Themen für gemeinschaftliche Grundlagenforschungsprojekte sollen identifiziert und gegebenenfalls ausgearbeitet werden.

Nachwuchsakademie Teil II

Im Frühjahr 2015 richtet die DFG ein eintägiges Antragskolloquium mit Begutachtung aus, bei dem die Teilnehmenden ihre aus den Projektskizzen entwickelten und bei der DFG eingereichten Projektanträge vorstellen. Auf dieser Basis wird über die Bewilligung der Anträge entschieden.

Nachwuchsakademie Teil III

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nachwuchsakademie, deren Projektantrag bewilligt wurde, sollen zu einem zwei halbe Tage umfassenden Nachtreffen im Frühjahr 2016 an die Universität Duisburg-Essen eingeladen werden. Hier soll – unter Wahrung der Vertraulichkeit – die Erfahrung der Bewilligungsempfängerinnen und -empfänger gemeinsam mit einem Expertengremium in kleinem Kreise diskutiert werden. Auch die Leiter der Nachwuchsakademie werden unter Beteiligung der DFG-Geschäftsstelle für Beratungsgespräche zur Verfügung stehen.

Der Weg zur Nachwuchsakademie

Antragsberechtigt ist wissenschaftlicher Nachwuchs aus den Ingenieur-, Natur- und Biowissenschaften (einschließlich Medizin und Pharmazie), dessen Promotion nicht länger als vier Jahre zurückliegt und der in innovativen Projekten an der Schnittstelle zwischen den skizzierten Themenfeldern arbeiten möchte. Das Interesse an einer Karriere im Wissenschaftssystem wird vorausgesetzt.

Bewerbung

Interessenten bewerben sich mit Lebenslauf (max. 1 Seite), vollständiger Publikationsliste und Projektskizze (max. 3 Seiten) durch Einreichung im pdf-Format an matthias.epple@uni-due.de.
Bewerbungsschluss ist der 15. August 2014.
Über die Einladung zur Nachwuchsakademie Teil I wird ab dem 31. August 2014 informiert.
Die Nachwuchsakademie findet vom 6. bis 10. Oktober 2014 in Essen statt. Fahrtkosten (Bahn, 2. Klasse), Unterkunft und Verpflegung werden übernommen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine Eigenbeteiligung in Höhe von 100 € zur Deckung von Kosten erwartet, die nicht übernommen werden können.
Für die Einreichung der DFG-Anträge durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Nachwuchsakademie ist der 1. Dezember 2014 als Frist vorgesehen.
Mit einer Entscheidung durch die DFG ist im Frühsommer 2015 zu rechnen.

Erstellen einer Projektskizze

Die geplante Laufzeit des Projekts kann ein, zwei oder drei Jahre betragen. Es werden Skizzen zu Projekten akzeptiert, die zur Bearbeitung durch eine Doktorandin oder einen Doktoranden dienen sollen oder zur Finanzierung der Eigenen Stelle. Auch Skizzen für einen Auslandsaufenthalt über ein Stipendium sind möglich.

Spätere DFG-Anträge

Für die Antragsberechtigung wird der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung, in der Regel die Promotion, vorausgesetzt.

Weiterführende Informationen

Fachliche Fragen beantworten die Leiter der Nachwuchsakademie:

  • Prof. Dr. rer. nat. Matthias Epple,
    Institut für Anorganische Chemie,
    Universität Duisburg-Essen,
    Universitätsstraße 5–7,
    45117 Essen,
    Tel.: +49 201 183-2413,
    matthias.epple@uni-due.de
  • Professor Dr.-Ing. Birgit Skrotzki,
    Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM),
    Unter den Eichen 87,
    12205 Berlin,
    Tel.: +49 30 8104-1520,
    birgit.skrotzki@bam.de

Fachlicher Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:

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