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Information für die Wissenschaft Nr. 09 | 28. Februar 2014
Schwerpunktprogramm „Adaption und Kreativität in Afrika – Technologien und Bedeutungen in der Produktion von Ordnung und Unordnung" (SPP 1448)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit 2010 das Schwerpunktprogramm „Adaption und Kreativität in Afrika – Technologien und Bedeutungen in der Produktion von Ordnung und Unordnung“ (SPP 1448). Die Sprecher des Schwerpunktprogramms sind Professor Dr. Richard Rottenburg, Seminar für Ethnologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Ulf Engel, Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig. Das Programm ist vom Senat der DFG für eine Laufzeit von sechs Jahren mit drei Förderperioden à zwei Jahren eingerichtet worden. Die vorliegende Ausschreibung richtet sich auf die dritte und letzte zweijährige Periode (2015-2016).

Das Schwerpunktprogramm wurde auf der Grundlage eines Programmpapiers bewilligt, in dem die Zielsetzung und Anforderungen an die Projekte spezifiziert sind:
Das Programm ist interdisziplinär ausgerichtet, um grundlegend zur transdisziplinären Theorienbildung beizutragen. Dieser Anspruch folgt der Bestrebung, Regionalstudien in Deutschland, in diesem Fall die Afrika-Studien, zu stärken, indem regionales Fachwissen mit den sogenannten systematischen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften in einem Dialog zusammengeführt wird. Das Schwerpunktprogramm hinterfragt unterschiedliche epistemische Regime und verbindet sie miteinander durch eine Anzahl von Brückenkonzepten. Im thematischen Zentrum des Schwerpunktprogramms stehen der Wandel von Technologien und Signifizierungen bei der Herstellung von (Un-)Ordnung in afrikanischen Kontexten und deren globalen Verflechtungen.

Ziel des Programms ist es, bestehende Theorien zur Erklärung von Kreativität im sozialen Wandel durch empirische und konzeptuelle Arbeit zu verbessern, um verschiedenen afrikanischen Situationen, Hervorbringungen und Verwerfungen gerecht zu werden. Zu diesem Zweck wird der Übersetzung von zirkulierenden Technologien und Signifizierungen im Sinne einer Leitfrage besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die analytischen Schlüsselkonzepte des Forschungsprogramms sind:

  • Technologien (Artefakte, Modelle) und Signifizierungen (Bedeutungsgebungen und Sinnstiftungen) bzw. deren Verflechtungen
  • Translation von Technologien und Signifizierungen auf ihrer Wanderung zwischen Räumen, Zeiten und sozialen Sphären (Kulturtransfers)
  • Ordnungspraktiken unter Rückgriff auf Technologien und Signifizierungen
  • Adaption und Kreativität

Um die Ziele des Schwerpunktprogramms zu erreichen, setzen sich die Teilprojekte mit folgenden Fragen auseinander: (1) Welche Faktoren ermöglichen und beeinflussen die Übersetzung von Technologien und Signifizierungen in lokale Überzeugungs- und Institutionennetzwerke sowie in materiale Infrastrukturen? (2) Welches sind die sozialen Räume und zeitlichen Horizonte von Übersetzungsprozessen? (3) Unter welchen Umständen führen Übersetzungen zu Adaptionen des Neuen an das Vorhandene (Aneignung), zu Adaptionen des Vorhandenen an das Neue, zu kreativen Hybridisierungen, zu Abweisungen, zu Verwerfungen? (4) Welche Institutionalisierungen lassen sich wann und wo als Folgen von Übersetzungsprozessen identifizieren und welche nicht? (5) Haben bestimmte epistemische Gemeinschaften bzw. bestimmte soziale Figurationen besondere Übersetzungskompetenzen? (6) Inwiefern lässt sich durch den gewählten Ansatz Kreativität erklären bzw. umgekehrt, was sind die Falsifizierungen und alternativen Ansätze?

Im Rahmen dieser Arbeit haben die Teilprojekte der ersten beiden Förderphasen sich auf drei analytische Zugriffe konzentriert: (1) zirkulierende Technologien und deren Institutionalisierung, (2) Ordnungspraktiken und deren Verräumlichungen sowie (3) Narrative und Bedeutungsgebungen bei der Herstellung von (Un-)Ordnung.
Fortsetzungs- und Neuanträge sind eingeladen, sich auf diese drei analytischen Zugriffe zu beziehen.

Neben den skizzierten inhaltlichen Zielen verfolgt das Schwerpunktprogramm folgende übergeordnete Ziele:

  • Förderung der Kooperationen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen regionalen und systematischen Disziplinen der Afrika-Studien und zwischen verschiedenen Institutionen der Lehre und/oder Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften innerhalb Deutschlands;
  • Stärkung der in Deutschland angesiedelten Afrika-Studien und Erhöhung ihrer Sichtbarkeit auf dem afrikanischen Kontinent und in Ländern mit gut etablierten Afrika-Studien;
  • Entwicklung eines verbindenden Vokabulars auf der Basis des übergeordneten Forschungsprogramms, das die unterschiedlichen Disziplinen der Afrika-Studien annehmen können.

Die im Schwerpunktprogramm geförderten Projekte beteiligen sich an den Veranstaltungen und Programmaktivitäten, die von den Sprechern koordiniert und verantwortet werden.

Antragstellung

  • Antragsberechtigt ist grundsätzlich jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler in der Bundesrepublik Deutschland oder an einer deutschen Forschungseinrichtung im Ausland, deren wissenschaftliche Ausbildung – in der Regel mit der Promotion – abgeschlossen ist.
  • Neuanträge in diesem Schwerpunktprogramm können ausschließlich für eine Laufzeit von zwei Jahren gestellt werden. Da es sich um die letzte von drei Phasen handelt, soll es in allen Teilprojekten dieser Phase um die Konsolidierung bereits erarbeiteter Ergebnisse gehen. Neuanträge werden aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft sowie der Literatur- und Kunstwissenschaft begrüßt.
  • Fortsetzungsanträge können für eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren gestellt werden.
  • Sofern es für das Projekt erforderlich ist, können Mittel für den jeweiligen afrikanischen Kooperationspartner entsprechend spezifiziert beantragt werden.
  • Antragssprache: Englisch
  • Einreichungsfrist: bis 05. Juni 2014
  • Die Anträge können ausschließlich elektronisch über das DFG-Portal elan eingereicht werden.

ACHTUNG: Sollten Sie als Antragsteller noch kein elan-Konto besitzen, müssen Sie sich zunächst in elan registrieren. Die Prüfung Ihrer Registrierung erfolgt innerhalb eines Werktages. Erst danach haben Sie vollen Zugriff auf elan und können einen Antrag stellen.

Nach der Antragstellung in elan senden Sie Ihren Antrag (PDF-Datei) bitte per E-Mail an Ronn Müller, Koordinationsassistent. Kontaktdetails siehe unten.

Weiterführende Informationen

Bei inhaltlichen Fragen zum Schwerpunktprogramm wenden Sie sich bitte an den Koordinationsassistenten:

Mehr über das laufende Schwerpunktprogramm erfahren Sie unter:

Auskünfte zur Antragstellung bei der DFG:

Den Zugang zur Antragstellung über das elan-Portal finden Sie unter:

Allgemeine Informationen zur Antragstellung:

Formulare und Merkblätter zur Antragstellung im Schwerpunktprogramm:

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