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Information für die Wissenschaft Nr. 66 | 16. Dezember 2013
Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ der DFG

2014 startet in Köln die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtete 3. Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“. In Deutschland gewinnt die Versorgungsforschung wissenschaftlich und gesundheitspolitisch immer mehr an Bedeutung, jedoch hat sie international noch Nachholbedarf. Es fehlt insbesondere an einer ausreichenden Zahl an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die wissenschaftlich initiierte und interessensunabhängige Projektideen entwickeln können und die ihr Forschungs- und Antragshandwerk so gut beherrschen, dass hieraus erkenntnisgenerierende Forschungsvorhaben resultieren.

Durch die Nachwuchsakademie sollen interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Bezugsdisziplinen der Versorgungsforschung (zum Beispiel Medizin, Soziologie, Psychologie, Ökonomie, Politologie, Gesundheitswissenschaften, Rehabilitationswissenschaften) in einem frühen Stadium ihrer Karriere gefördert werden. Die Akademie soll Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Gelegenheit bieten, eine eigene Studie zu entwickeln, Fallstricke und Unzulänglichkeiten in Forschungsanträgen und im Design von Versorgungsstudien zu erkennen und sich untereinander zu vernetzen.

Zielsetzung

Gegenstand der geplanten Nachwuchsakademie ist die Versorgungsforschung, die sich nach dem Verständnis der DFG weniger auf ein umgrenztes oder gar spezifisches Arsenal von wissenschaftlichen Methoden, Techniken und Instrumenten richtet, sondern sich vielmehr bezieht auf:

  • ein besonderes Problemfeld als Gegenstand: die gesundheitliche oder enger noch die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung,
  • eine bestimmte Frageperspektive, die auf die Organisation, Regulierung und Verbesserung dieser Versorgung zielt, und
  • ein multi- und transprofessionelles Praxisfeld: die wissenschaftlich fundierte Informierung und Beratung von Personen und Einrichtungen mit Steuerungsfunktionen im Gesundheitswesen.

Interessierte mit Ideen für versorgungswissenschaftliche Fragestellungen werden aufgefordert, sich mit ihren bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und einer Projektskizze zur Teilnahme an der Nachwuchsakademie zu bewerben.

Bewerbung und Ablauf der Nachwuchsakademie

Das Programm der Nachwuchsakademie besteht aus zwei Workshops. Die Nachwuchsakademie beginnt mit einem verpflichtenden, eintägigen Vorbereitungsworkshop am 4. April 2014 in Köln. Hier sollen den Teilnehmenden die zentralen Anforderungen an ein Forschungsprojekt bezüglich der Qualität der Projektidee, der methodischen Ausarbeitung dieser Idee und der Umsetzung in einen Antrag vermittelt werden. Im Anschluss daran haben die Teilnehmenden fünf Wochen Zeit, um als erste Übung einen eigenen Antragsentwurf zu formulieren und im Vorfeld des zweiten Workshops vorzulegen. Eine schriftliche Rückmeldung zu dem Antragsentwurf vor Beginn des zweiten Workshops soll es den Teilnehmenden ermöglichen, sich zielgerichtet auf die Nachwuchsakademiewoche vorzubereiten.

Im Zentrum der Nachwuchsakademie steht die eigentliche Akademiewoche, die vom 30. Juni bis 4. Juli 2014 in Köln stattfinden wird (zweiter Workshop). Die Teilnehmenden stellen ihre Projektideen vor, erhalten dort zusätzlich zu der bereits erfolgten schriftlichen Rückmeldung weitere persönliche Hinweise zu ihren Antragsentwürfen und werden durch Projektpaten begleitet. Zudem setzen sie sich mit fachlichen Themen und Fragen zu versorgungswissenschaftlichen Studien auseinander. Renommierte Expertinnen und Experten geben in Vorträgen und Diskussionen Einblick in die Methoden und Theorien der Versorgungsforschung sowie Hinweise zur praktischen Umsetzung von Projekten und zur Abfassung von Förderanträgen. In Arbeitsgruppen werden Vorschläge zur Optimierung der vorhandenen Antragsentwürfe erarbeitet. Auf diese Weise haben die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Vorhaben und dazugehörigen Antragsentwürfe im Lauf der Woche zu überarbeiten und weiter zu optimieren. Zudem wird es ein Rahmenprogramm geben, das Gelegenheiten für informellen Austausch bietet.

Die Nachwuchsakademie richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Hochschulabschluss, zum Beispiel aus dem Bereich Medizin, Soziologie, Psychologie, Ökonomie, Politologie, Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften,
  • Promotion eingereicht beziehungsweise maximal fünf Jahre zurückliegend,
  • Habilitation noch nicht abgeschlossen,
  • Einbindung in eine versorgungswissenschaftlich aktive Arbeitsgruppe,
  • Vorliegen von mindestens einer Autorenschaft bei einer versorgungswissenschaftlichen Publikation.

Eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme ist die Einreichung einer Projektskizze für ein Versorgungsforschungsprojekt. In dieser Skizze sind Studienidee, Grundkonzeption und Durchführung eines Forschungsprojekts zu beschreiben. Bei der Erstellung der Projektskizze ist Folgendes zu beachten:

  • Das Forschungsvorhaben sollte in Deutschland bearbeitet werden.
  • Der Umfang der Projektskizze als Basis eines späteren Förderantrages (Kriterien s. u.) darf drei Seiten (Arial 10, einfacher Zeilenabstand) nicht überschreiten (Ausschlusskriterium).
  • Die Skizze gliedert sich in folgende Abschnitte: Titel, Hintergrund und Fragestellung, Theorie, Material und Methoden, zu erwartende Ergebnisse und ihre Implikationen, Literatur.
  • Den Antragsunterlagen sind (zusätzlich zu den o. g. drei Seiten) ein kurzer Lebenslauf mit Publikationsliste (zusammen maximal zwei Seiten) sowie die Promotionsurkunde oder zumindest eine Bestätigung über die Einreichung der Promotion beizufügen.

Eine positive Begutachtung der Skizze durch ein Expertengremium ist Voraussetzung für die Einladung zur Akademie. Die Begutachtung erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Skizziertes Vorhaben ist dem Bereich Versorgungsforschung zuzuordnen (keine klinischen Studien)
  • Relevanz des adressierten Problems
  • Theoretische Basis der Fragestellung
  • Innovationsgehalt der Studie
  • Qualität der Methodik
  • Durchführbarkeit der Studie
  • Wissenschaftliche Qualifikation der Kandidatin/des Kandidaten

Der Selbstkostenanteil beträgt 100 Euro pro Teilnehmerin/Teilnehmer. Die weiteren Kosten für die Teilnahme am Workshop sowie für Unterkunft, Verpflegung und Anreise werden von der DFG übernommen.

Möglichkeit der Anschubfinanzierung für die Projekte

Im Anschluss an die Nachwuchsakademie besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, bei der DFG ihre vollständig ausgearbeiteten Projektanträge für eine einjährige Anschubfinanzierung einzureichen. In diesem Sinne kann es sich um die Förderung von Pilotstudien oder von notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zur Durchführung einer späteren größeren Studie, zum Beispiel zur Machbarkeit, handeln. Dies kann auch die Förderung von Freistellungszeiten für die Forschung beziehungsweise Studienplanung beinhalten. Die Anträge werden von einer unabhängigen Prüfungsgruppe der DFG begutachtet. Die beantragte Fördersumme sollte in der Regel 65000 Euro und die Dauer eines Jahres nicht überschreiten. Damit ist die Vollförderung größerer Studien in diesem Rahmen ausgeschlossen. Mit dieser Förderung sollen die Teilnehmenden vielmehr in die Lage versetzt werden, zu einem späteren Zeitpunkt, aufbauend auf fundierten Vorarbeiten, umfangreiche Vollanträge in der Einzelförderung der DFG oder bei anderen Förderern einzureichen. Die Finanzierung umfangreicher Studien ist in den üblichen Verfahren der DFG außerhalb der Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ möglich.

Alle Teilnehmenden der Nachwuchsakademie werden circa ein Jahr nach Abschluss der Akademiewoche Gelegenheit haben, bei einem Alumni-Treffen die neu geknüpften Kontakte zu intensivieren und weitere Beratung zum Projektverlauf zu erhalten.

Interessierte senden ihre Bewerbung für die Teilnahme an der Nachwuchsakademie mit Lebenslauf und Publikationsliste (zusammen maximal zwei Seiten), der Projektskizze (maximal drei Seiten) und der Promotionsurkunde in elektronischer Form (zusammen als ein pdf-Dokument) bis zum 11. Februar 2014 an Professor Dr. phil. Holger Pfaff, Direktor, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, E-Mail zu Händen von Tristan Gloede (tristan.gloede@uk-koeln.de).

Weiterführende Informationen

Für fachliche und organisatorische Fragen zur Bewerbung steht der Koordinator der dritten DFG-Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ zur Verfügung:

  • Professor Dr. phil. Holger Pfaff,
    Direktor,
    Institut für Medizinsoziologie,
    Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft,
    Universität zu Köln,
    50933 Köln,
    Link auf E-Mailtristan.gloede@uk-koeln.de

Ansprechpartnerin bei der DFG:

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