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Information für die Wissenschaft Nr. 43 | 26. Juli 2012
Schwerpunktprogramm „Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden“ (SPP 1458)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2009 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden“ (SPP 1458) mit einer geplanten Laufzeit von sechs Jahren beschlossen, wovon die erste dreijährige Förderperiode 2013 enden wird. Hiermit wird die Ausschreibung für die zweite dreijährige Förderperiode (Sommer 2013 bis Sommer 2016) bekannt gegeben, die sowohl für Fortsetzungsanträge zu den laufenden Projekten als auch für Anträge zu neuen Projekten offen ist, jeweils mit einer maximalen Laufzeit von drei Jahren.

Die Entdeckung von Hochtemperatursupraleitung in Eisen-Arsen-Verbindungen hat in der Festkörperphysik und Festkörperchemie national und international größte Aufmerksamkeit erregt und immense Forschungsanstrengungen ausgelöst. Gründe für das große Interesse sind die hohen kritischen Temperaturen von bis zu 55 Grad Kelvin, die reichhaltigen physikalischen Eigenschaften mit einem ausgeprägten Wechselspiel zwischen Struktur, Magnetismus und Supraleitung, die große Materialvielfalt und nicht zuletzt das Potenzial für technische Anwendungen.

Mit dem Schwerpunktprogramm wird eine konzertierte Anstrengung unternommen, um Materialien und Mechanismen dieser neuen Hochtemperatursupraleiter besser zu verstehen. Die angestrebte systematische Materialforschung hat zum Ziel, Proben der bereits bekannten Verbindungen optimal darzustellen, neue supraleitende Stoffsysteme zu finden und das Anwendungspotenzial auszuloten. Aufeinander abgestimmte experimentelle und theoretische Untersuchungen sollen dazu beitragen, die grundlegenden physikalischen Eigenschaften der Pniktide und speziell den Mechanismus der Supraleitung zu verstehen.

Das Programm richtet sich an Festkörperchemiker, Materialwissenschaftler und Festkörperphysiker. Behandelt werden sollen die vier Arbeitsgebiete:

  • Chemie und Strukturanalytik der Übergangsmetallpniktide und angrenzender Stoffklassen

  • Probensynthese, speziell Einkristallzüchtung

  • experimentelle Physik mit Fokus auf Spektroskopie, Thermodynamik und Transport

  • theoretische Physik und Chemie mit den Aspekten ab-initio-Berechnung elektronischer und magnetischer Eigenschaften sowie Vielteilchentheorie

Ein ganz wesentlicher Aspekt der Initiative besteht in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit von Festkörperchemikern und -physikern beziehungsweise der Verzahnung von Material- und Grundlagenforschung. Die auf den Gebieten Chemie und Materialwissenschaften arbeitenden Gruppen sollen potenzielle neue Systeme erschließen und zur Optimierung von Materialien beitragen. Die physikalische Forschung soll nicht nur das Verständnis der Phänomene verbessern, sondern durch umfassende Charakterisierung und Modellierung auch auf die vornehmlich im Bereich der Chemie angesiedelten Synthesearbeiten zurückwirken.

Die Zusammenarbeit zielt auf ein grundlegendes Verständnis der Materialklasse und deren Potenzial, nicht aber auf eine vertiefte Untersuchung möglicher Anwendungen ab. Die Herstellung von dünnen Filmen oder Drähten, die für Anwendungen der Supraleiter nötig sind, wird ausdrücklich ausgeschlossen. Ebenso wenig sollen Eigenschaften des gemischten Zustands wie Vortexgitter und -dynamik oder Pinning betrachtet werden.

Die Einreichung der Anträge für die zweite Förderperiode muss wieder in englischer Sprache sowie weiterhin auf Papier und CD-ROM erfolgen. Die Anträge (einfache Ausfertigung) sind bis 26. Oktober 2012 zu senden an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Dr. Cosima Schuster, Kennwort „SPP 1458/2“, 53170 Bonn. Einzureichen sind je ein Exemplar der formalen Antragsdaten (DFG-Vordruck 54.011en, Teil A), der Beschreibung des Vorhabens (DFG-Vordruck 54.012en, Teil B) und der Lebensläufe der Antragsteller. Antragsteller sind nur diejenigen Personen, die selbst Mittel beantragen. Bei Gemeinschaftsanträgen muss die Mittelzuordnung klar dargestellt werden. Darüber hinaus einzureichen ist eine CD-ROM, die die o. g. Dokumente als pdf-Dateien enthält.

Bitte beachten Sie, dass die elektronische Einreichung eines Antrags im Schwerpunktprogramm zurzeit noch nicht möglich ist.

Die Begutachtung erfolgt voraussichtlich in Form eines Begutachtungskolloquiums am 24./25. Januar 2013 im Physikzentrum in Bad Honnef. Die Antragsteller werden rechtzeitig nach Antragseingang von der DFG dazu eingeladen.

Weiterführende Informationen

Die Homepage des SPP findet sich im Internet unter:

Bitte berücksichtigen Sie beim Aufbau Ihres Antrags das Merkblatt zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung (DFG-Vordruck 54.01en), welches Ihnen im Internet zur Verfügung steht unter:

Erläuternde Informationen zur Antragstellung in einem Schwerpunktprogramm gibt das Merkblatt 50.05en, Teil B.

Inhaltliche Fragen zum SPP richten Sie bitte an die Koordinatoren des Programms:

Fragen zur Antragstellung beantworten Ihnen die DFG-Ansprechpartnerinnen:

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