Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Information für die Wissenschaft Nr. 37 | 29. Juni 2012
Schwerpunktprogramm „Feldgesteuerte Partikel-Matrix-Wechselwirkungen: Erzeugung, skalenübergreifende Modellierung und Anwendung magnetischer Hybridmaterialien“ (SPP 1681)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Feldgesteuerte Partikel-Matrix-Wechselwirkungen: Erzeugung, skalenübergreifende Modellierung und Anwendung magnetischer Hybridmaterialien“ (SPP 1681) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen.

Multifunktionale Hybridmaterialien stellen in der modernen Materialforschung eine zukunftsweisende Klasse von Werkstoffen dar, die ein breites Spektrum möglicher Anwendungen erlauben. Insbesondere stimuli-responsive Materialien, die auf Veränderungen in der Umgebung mit einer Änderung ihrer Eigenschaften reagieren, können technologische Innovationen vorantreiben und versprechen damit bis ins Alltagsleben signifikante Verbesserungen. Chemiker, Physiker und Materialwissenschaftler sind an der aktuell raschen Entwicklung neuer Materialeigenschaften beteiligt und tragen zu einem innovativen interdisziplinären Forschungsgebiet bei.

Die Verwendung magnetischer Felder ist als externer Stimulus zur Steuerung von Materialeigenschaften von erheblichem technischen Interesse, da Magnetfelder leicht erzeugbar und gut kontrollierbar sind. Magnetisch kontrollierte Materialien wie zum Beispiel Suspensionen magnetischer Nano- beziehungsweise Mikropartikel können ihr Verhalten bei vertretbarem technischem Aufwand stark verändern. Magneto-rheologische Elastomere, bei denen magnetische Partikel in einer elastischen Matrix eingebettet werden, stellen einen ersten Schritt in Richtung magnetischer Hybridmaterialien mit steuerbarer Partikel-Matrix-Wechselwirkung dar.

Bei solchen Materialien aus einer partikulären magnetischen Komponente in einer komplexen Matrix liefert die wechselseitige Beeinflussung von Partikeln und Matrix einen zusätzlichen Parametersatz im Materialverhalten. Mit diesem können über magnetisch gesteuerte Veränderungen neuartige Materialeigenschaften erzeugt werden. Dabei ist die Kenntnis der Wechselwirkung zwischen den Partikeln und der umgebenden Matrix wichtig für die Analyse des Materialverhaltens an sich, gleichzeitig aber auch die Grundlage für ein erweitertes Verständnis des Verhaltens magnetischer Nanopartikel in biomedizinischen Anwendungen. Die Wechselwirkung der Partikel im Kontakt mit Zellen und biologischem Gewebe ist von entscheidender Bedeutung sowohl für die Gewebeaufnahme der Partikel und für ihre Biodistribution als auch für das Relaxationsverhalten der Partikel, wie es etwa für die magnetisch gestützte Bildgebung verwendet wird.

Für das Schwerpunktprogramm spannt sich das Feld der Problemstellungen von der Synthese magnetischer Hybridmaterialien über die Charakterisierung von Materialverhalten und Mikrostruktur und der theoretischen Beschreibung der Zusammenhänge bis hin zu technischen und medizinischen Anwendungen. Im Zentrum des Schwerpunktprogramms stehen dabei fünf Kernfragen:

  • Synthetisieren entsprechender Materialien, Erforschung der Beeinflussung des Materialverhaltens durch eine Partikel-Matrix-Wechselwirkung.

  • Skalenübergreifende Beschreibung des Materialverhaltens, die die magnetische Steuerbarkeit der Materialeigenschaften auf mikroskopischer Basis erklärt. Diese Materialmodellierung ist auch erforderlich, um für die Anwendung Materialgesetze zu erzeugen, die auf einem detaillierten Materialverständnis beruhen.

  • Experimentelle Untersuchung des Materialverhaltens im Magnetfeld; Untersuchung, welche Veränderungen der Materialeigenschaften durch die Variation ihrer inneren Struktur im Magnetfeld erzeugt werden können.

  • Aufbauend auf dem Verständnis der magnetischen Hybridmaterialien kann dann die Frage geklärt werden, welche Möglichkeiten sie in neuartigen aktorischen und sensorischen Anwendungen bieten.

  • Zudem ermöglicht dieses Verständnis die Frage, wie sich die Effektivität des biomedizinischen Einsatzes magnetischer Nanopartikel durch eine Steuerung der Wechselwirkung zwischen funktionalisierten Partikeln und Gewebe verbessern lässt.

Disziplinübergreifend sollen auf der Basis direkter Kooperationen diese grundsätzlichen Fragen gelöst werden. Es ist dabei das entschiedene Ziel, durch fachübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Arbeitsgruppen das Verständnis magnetischer Hybridmaterialien voranzutreiben. Aus diesem Grunde soll dem Aspekt der Kooperation mit anderen Gruppen innerhalb des Programms bei der Antragstellung besonderes Gewicht beigemessen werden.

Anträge über eine erste zweijährige Förderperiode können bis zum 5. November 2012 bei der DFG eingereicht werden. Die Antragstellung muss in Papierform (in einfacher Ausfertigung) und auf CD-ROM erfolgen, wobei die Vorgaben der Merkblätter 50.05 und 54.01 zu berücksichtigen sind. Bitte beachten Sie, dass die elektronische Einreichung eines Antrags im Schwerpunktprogramm zurzeit noch nicht möglich ist.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Schwerpunktprogramm sind zu finden unter:

Die zu verwendenden DFG-Formulare und Merkblätter unter:

Fragen zu den wissenschaftlichen Zielen des Schwerpunktprogramms richten Sie bitte an den Koordinator:

  • Professor Dr. Stefan Odenbach,
    TU Dresden,
    Lehrstuhl Magnetofluiddynamik,
    Tel. +49 351 463-32062,
    Fax +49 351 463-33384,
    Stefan.Odenbach@tu-dresden.de

Weitergehende Fragen zur Antragstellung beantworten Ihnen bei der DFG:

  • Dr. Michael Lentze,
    Deutsche Forschungsgemeinschaft,
    Kennedyallee 40,
    53175 Bonn,
    Tel. +49 228 885-2449,
    Fax +49 228 885-2777,
    Michael.Lentze@dfg.de
  • Agnes Küster,
    Tel. +49 228 885-2298,
    Agnes.Kuester@dfg.de

© 2010-2017 by DFG
Ausdruck aus dem Angebot der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)