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Information für die Wissenschaft Nr. 22 | 23. Mai 2012
DFG-Schwerpunktprogramm „Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?“ (SPP 1689)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?“ (SPP 1689) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen.

Unter dem Begriff Climate Engineering (CE) werden großtechnische Maßnahmen zusammengefasst, die gezielt dazu eingesetzt werden können, die atmosphärische CO2-Konzentration abzusenken oder die einfallende Sonnenstrahlung abzuschwächen. CE-Maßnahmen werden vor dem Hintergrund der trotz aller Bemühungen zur Reduktion von CO2-Emissionen ungebremst steigenden atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen seit jüngster Zeit von einigen Wissenschaftlern und Politikern als denkbare Option im Umgang mit dem Klimawandel diskutiert. Allerdings gibt es weder verlässliche Informationen über die Möglichkeiten dieser Konzepte noch über Risiken und Nebenwirkungen. Dementsprechend kontrovers und vielschichtig ist die Debatte. Sowohl die Hoffnung auf neue Wege beim Klimaschutz als auch die Furcht vor Risiken, die mit gezielten Eingriffen in das komplexe Klimasystem verbunden sind, beruhen auf Annahmen, deren Grundlagen bisher wenig erforscht sind. Eine tragfähige Bewertung von CE muss neben der naturwissenschaftlich-technischen Dimension auch soziale, politische, rechtliche sowie ethische Aspekte berücksichtigten, neben den direkten Wirkungen auch die indirekten, neben den kurzfristigen und globalen Auswirkungen auch die langfristigen und regionalen. Gerade dieser Multidimensionalität wird in der internationalen Forschung derzeit nur sehr wenig Raum eingeräumt. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms soll dies geschehen und das Thema Climate Engineering in einer international einmaligen fachlichen Breite ergebnisoffen untersucht werden.

Wesentliches Ziel ist des Schwerpunktprogramms ist es, die großen Unsicherheiten in unserem gegenwärtigen Verständnis der Auswirkungen von CE auf Umwelt, Politik und Gesellschaft zu verringern und damit eine wissenschaftliche Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema CE zu schaffen. Problemorientierte Grundlagenforschung soll mögliche Effekte von CE auf Erd- und Gesellschaftssysteme und internationale Beziehungen evaluieren, Herausforderungen an Forschungs- und Governance-Strategien sowie die Kommunikation der Wissenschaftler untereinander und mit der Öffentlichkeit untersuchen und mögliche Auswirkungen auf Klimapolitik im Kontext von CO2-Reduktion und Adaption analysieren. Dabei sind zwei Forschungsbereiche geplant: Untersuchung und Bewertung potenzieller Effekte, Unsicherheiten und Herausforderungen von CE Evaluierung der legalen, moralischen und öffentlichen Akzeptanz von CE

Dabei soll zunächst ein Schwerpunkt auf drei CE-Verfahren gelegt werden, die exemplarisch die typische Skalen und Charakteristiken der bisher diskutierten Verfahren abdecken sollen: (1) Einbringung von Aerosolen in Troposphäre oder Stratosphäre, (2) Eintrag von Alkalinität in den Ozean und (3) Aufforstung.

Eine integrative Bewertung von CE erfordert einen erheblichen Austausch über die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen hinaus. Es wird erwartet, dass jedes Einzelprojekt interdisziplinär aufgestellt ist oder aber eng mit einem komplementären Partnerprojekt vernetzt ist.

Antragstellung

Anträge (in englischer Sprache) über eine erste dreijährige Förderperiode können bis zum 30. September 2012 bei der DFG eingereicht werden. Die Antragstellung muss in Papierform (in einfacher Ausfertigung) und auf CD-ROM erfolgen, wobei die Vorgaben der Merkblätter 50.05en und 54.01en zu berücksichtigen sind. Bitte beachten Sie, dass die elektronische Einreichung eines Antrags im Schwerpunktprogramm zurzeit noch nicht möglich ist.

Weitere Informationen

Die zu verwendenden DFG-Formulare und Merkblätter sind zu finden unter:

Fragen zu den wissenschaftlichen Zielen des Schwerpunktprogramms richten Sie bitte an den Koordinator:

  • Professor Dr. Andreas Oschlies
    GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
    Forschungsbereich 2: Marine Biogeochemie
    Düsternbrooker Weg 20
    24105 Kiel
    Tel. +49 431 600-1936
    Fax +49 431 600-4469
    aoschlies@ifm-geomar.de

Weitergehende Fragen zur Antragstellung beantwortet Ihnen der zuständige DFG-Fachreferent:

  • Dr. Johannes Karte
    Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Kennedyallee 40
    53175 Bonn
    Tel. +49 228 885-2319
    Fax +49 228 885-2777
    johannes.karte@dfg.de

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