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Information für die Wissenschaft Nr. 12 | 2. März 2012
Adaption und Kreativität in Afrika – Technologien und Signifizierungen in der Produktion von Ordnung und Unordnung (SPP 1448)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit 2010 das Schwerpunktprogramm „Adaption und Kreativität in Afrika – Technologien und Signifizierungen in der Produktion von Ordnung und Unordnung“ (SPP 1448). Die Sprecher des Schwerpunktprogramms sind Professor Dr. Richard Rottenburg, Seminar für Ethnologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Professor Dr. Ulf Engel, Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig. Das Programm ist vom Senat der DFG für eine Laufzeit von sechs Jahren mit drei Förderperioden à zwei Jahren eingerichtet worden. Die vorliegende Ausschreibung richtet sich auf die zweite zweijährige Periode (2013/2014).

Das Schwerpunktprogramm wurde auf der Grundlage eines Programmpapiers bewilligt, in dem die Zielsetzung und Anforderungen an die Projekte spezifiziert sind:

Das Programm ist interdisziplinär ausgerichtet, um grundlegend zur transdisziplinären Theorienbildung beizutragen. Dieser Anspruch folgt der Bestrebung, Regionalstudien in Deutschland, in diesem Fall die Afrika-Studien, zu stärken, indem regionales Fachwissen mit den sogenannten systematischen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften in einem Dialog zusammengeführt wird. In den letzten circa 60 Jahren basierte der wissenschaftliche Fortschritt in diesen Disziplinen auf der Entwicklung eines jeweils eigenen Vokabulars und einer eigenen Theorie, um soziale Realitäten erklären zu können. In diesem Prozess haben Spezialisierungs-, Institutionalisierungs- und Professionalisierungsprozesse dazu geführt, dass analytische Terminologien und Modelle untereinander kaum noch anschlussfähig sind. Die Regionalstudien bieten die Möglichkeit, die genannten Disparitäten zu überwinden. Das Schwerpunktprogramm hinterfragt diese unterschiedlichen epistemischen Regime und verbindet sie miteinander durch eine Anzahl von Brückenkonzepten.

Im thematischen Zentrum des Schwerpunktprogramms stehen der Wandel von Technologien und Signifizierungen bei der Herstellung von (Un-)Ordnung in afrikanischen Kontexten und deren globalen Verflechtungen.

Ziel des Programms ist es, bestehende Theorien zur Erklärung von Kreativität im sozialen Wandel durch empirische und konzeptuelle Arbeit zu verbessern, um verschiedenen afrikanischen Situationen, Hervorbringungen und Verwerfungen gerecht zu werden. Zu diesem Zweck wird der Übersetzung von zirkulierenden Technologien und Signifizierungen im Sinne einer Leitfrage besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die analytischen Schlüsselkonzepte des Forschungsprogramms sind:

  • Technologien (Artefakte, Modelle) und Signifizierungen (Bedeutungsgebungen und Sinnstiftungen) beziehungsweise deren Verflechtungen

  • Translation von Technologien und Signifizierungen auf ihrer Wanderung zwischen Räumen, Zeiten und sozialen Sphären

  • Ordnungspraktiken unter Rückgriff auf Technologien und Signifizierungen

  • Adaption und Kreativität

Um die thematischen und theoretischen Ziele des Schwerpunktprogramms zu erreichen, setzen sich die Teilprojekte mit folgenden Fragen auseinander:

  • Welche Faktoren ermöglichen und beeinflussen die Übersetzung von Technologien und Signifizierungen in lokale Überzeugungs- und Institutionennetzwerke sowie in materiale Infrastrukturen?

  • Welches sind die sozialen Räume und zeitlichen Horizonte von Übersetzungsprozessen?

  • Unter welchen Umständen führen Übersetzungen zu Adaptionen des Neuen an das Vorhandene (Aneignung), zu Adaptionen des Vorhandenen an das Neue, zu kreativen Hybridisierungen, zu Abweisungen, zu Verwerfungen?

  • Welche Institutionalisierungen lassen sich wann und wo als Folgen von Übersetzungsprozessen identifizieren und welche nicht?

  • Haben bestimmte epistemische Gemeinschaften beziehungsweise bestimmte soziale Figurationen besondere Übersetzungskompetenzen?

  • Inwiefern lässt sich durch den gewählten Ansatz Kreativität erklären beziehungsweise umgekehrt, was sind die Falsifizierungen und alternativen Ansätze?

Neben den skizzierten inhaltlichen Zielen verfolgt das Schwerpunktprogramm folgende übergeordnete Ziele:

  • Förderung der Kooperationen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen regionalen und systematischen Disziplinen der Afrika-Studien und zwischen verschiedenen Institutionen der Lehre und/oder Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften innerhalb Deutschlands

  • Stärkung der in Deutschland angesiedelten Afrika-Studien und Erhöhung ihrer Sichtbarkeit auf dem afrikanischen Kontinent und in Ländern mit gut etablierten Afrika-Studien

  • Entwicklung eines verbindenden Vokabulars auf der Basis des übergeordneten Forschungsprogramms, das die unterschiedlichen Disziplinen der Afrika-Studien annehmen können

Hieraus ergeben sich folgende Erwartungen an die Projektanträge:

  • Überzeugender Beitrag zur Bearbeitung der leitenden Forschungsfrage des Schwerpunktprogramms

  • Eindeutige Definition angestrebter Vergleiche innerhalb des Teilprojektes und innerhalb des Programms

Die im Schwerpunktprogramm geförderten Projekte beteiligen sich an den Veranstaltungen und Programmaktivitäten, die von den Sprechern koordiniert und verantwortet werden.

Antragstellung

  • Antragsberechtigt ist grundsätzlich jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler in der Bundesrepublik Deutschland oder an einer deutschen Forschungseinrichtung im Ausland, deren wissenschaftliche Ausbildung – in der Regel mit der Promotion – abgeschlossen ist (weiterführende Informationen s. unten: Programm Sachbeihilfe, S. 2).

  • Neuanträge in diesem Schwerpunktprogramm können ausschließlich für eine Laufzeit von zwei Jahren gestellt werden.

  • Fortsetzungsanträge können für eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren gestellt werden.

  • Sofern es für das Projekt erforderlich ist, können Mittel für den jeweiligen afrikanischen Kooperationspartner entsprechend spezifiziert beantragt werden.

  • Antragssprache: Englisch

  • Einreichungsfrist: bis 6. Juni 2012

  • Ausschließlich elektronische Übermittlung der Anträge als PDF-Datei via E-Mail an:
    a) Bettina Schilling, Kontaktdetails s. unten
    b) Zur Information der Koordination: Ronn Müller, Kontaktdetails s. unten

Weiterführende Informationen

Informationen zum Schwerpunktprogramm:

Bei inhaltlichen Fragen zum Schwerpunktprogramm wenden Sie sich bitte an den Koordinationsassistenten:

Mehr über das laufende Schwerpunktprogramm erfahren Sie unter:

Auskünfte zur Antragstellung erteilt die DFG:
a) inhaltlich: Frau Corinne Flacke, Tel. +49 228 885-2875, Corinne.Flacke@dfg.de
b) formal: Frau Bettina Schilling, Bettina.Schilling@dfg.de

Allgemeine Informationen zur Antragstellung:

Formulare und Merkblätter zur Antragstellung:

50.01 Merkblatt Programm Sachbeihilfe:
Beantragbare Module: Seite 3f.

54.01 Leitfaden zur Antragstellung – Projektanträge:
Zusätzliche Informationen für Projekte in Schwerpunktprogrammen: Seite 10
Ergänzende Hinweise zur Antragstellung ohne Nutzung des elan-Portals: Seite 13

1.91 Hinweise zu Publikationsverzeichnissen

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