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Information für die Wissenschaft Nr. 45 | 23. September 2011
Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“

Im Februar 2012 startet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Hamburg die zweite Nachwuchsakademie Versorgungsforschung. Versorgungsforschung gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt weil der Problemdruck im Versorgungssystem ständig zunimmt. Versorgungsforschungsprojekte in Deutschland verfügen häufig noch nicht über ein sicheres Fundament – wohl auch, weil die Weiterentwicklung der theoretischen Begriffe, Konzepte und Modelle sowie der Methodologie zu einem bislang unzureichend entwickelten Forschungsbereich gehörte. Trotz nennenswerter Fördermöglichkeiten können relevante Fragestellungen nicht bearbeitet werden, weil es akademischen Einrichtungen oft an einer ausreichenden Zahl wissenschaftlich qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fehlt.

Zielsetzung

Im Rahmen einer Nachwuchsakademie sollen interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, die sich mit Fragen der Versorgungsforschung beschäftigen, in einem frühen Stadium ihrer Karriere gefördert werden. Die Akademie bietet dabei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen die Gelegenheit, einen Überblick über das weite Spektrum der Versorgungsforschung zu erhalten, eine eigene Studienidee weiterzuentwickeln, Fallstricke und Unzulänglichkeiten in Forschungsanträgen und im Design von Versorgungsstudien zu erkennen und schließlich die versorgungswissenschaftlich ausgerichtete Entwicklung voranzubringen.

Gegenstand der geplanten Nachwuchsakademie ist die Versorgungsforschung, die sich weniger auf ein umgrenztes oder gar spezifisches Arsenal von wissenschaftlichen Methoden, Techniken und Instrumenten bezieht, sondern vielmehr auf

  • ein besonderes Problemfeld als Gegenstand: das der gesundheitlichen – oder enger noch – der medizinischen Versorgung unserer Bevölkerung,
  • eine bestimmte Frageperspektive: nach der Organisation, Regulierung und Verbesserung dieser Versorgung,
  • ein multi- und transprofessionelles Praxisfeld: das der wissenschaftlich fundierten Informierung und Beratung von Personen und Einrichtungen mit Steuerungsfunktion im Gesundheitswesen sowie auf
  • ein im Hinblick auf die theoretischen Konzepte und Modelle eigenständiges Forschungsgebiet.

Bewerbung und Ablauf der Nachwuchsakademie

Die Nachwuchsakademie besteht aus zwei Phasen.

1. Phase

Die erste Phase bildet eine Akademie, die vom 27. Februar bis zum 2. März 2012 in Hamburg stattfinden wird. Die Teilnehmenden stellen dort ihre Projektideen vor und setzen sich mit fachlichen Themen und Fragen zu versorgungswissenschaftlichen Studien auseinander. Renommierte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland geben in Vorträgen und Diskussionen Einblick in den aktuellen Stand der Versorgungsforschung. In Kleingruppensitzungen werden gemeinsame Lösungen zu verschiedenen Problemen der mitgebrachten Projektskizzen erarbeitet. Im Laufe der Woche werden die überarbeiteten Projektskizzen der Teilnehmenden vorgestellt und im Expertenkreis diskutiert.

Die Nachwuchsakademie richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Medizinerinnen und Mediziner (mit oder ohne Facharztbezeichnung), deren Promotion eingereicht ist beziehungsweise maximal sechs Jahre zurückliegt und die in eine versorgungswissenschaftlich aktive Arbeitsgruppe eingebunden sind.
  • Forschende mit anderem Hochschulabschluss, zum Beispiel aus dem Bereich der Soziologie, Psychologie, Ökonomie, Politologie, deren Promotion eingereicht ist beziehungsweise maximal vier Jahre zurückliegt und die in eine versorgungswissenschaftlich aktive Arbeitsgruppe eingebunden sind.
  • Die Antragstellerinnen und Antragsteller sollten ihr Interesse an versorgungswissenschaftlichen Fragestellungen durch eine Autorenschaft zumindest mit einer entsprechenden wissenschaftlichen Publikation belegen.

Eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme ist die Einreichung einer Projektskizze für ein Versorgungsforschungsprojekt. In dieser Skizze sind Studienidee, Grundkonzeption und Durchführung des Forschungsprojekts zu beschreiben. Bei der Erstellung der Projektskizze ist Folgendes zu beachten:

  • Das Forschungsvorhaben sollte in Deutschland bearbeitet werden.
  • Der Umfang der Projektskizze als Basis eines späteren Förderantrages (Kriterien s. u.) darf drei Seiten (Arial 10, einfacher Zeilenabstand) nicht überschreiten (Ausschlusskriterium).
  • Die Skizze gliedert sich in folgende Abschnitte: Titel, Hintergrund und Fragestellung, Material und Methoden, zu erwartende Ergebnisse und ihre Implikationen, Literatur.
  • Den Antragsunterlagen sind (zusätzlich zu den o. g. drei Seiten) ein kurzer Lebenslauf mit Publikationsliste (zusammen maximal zwei Seiten) sowie die Promotionsurkunde oder zumindest eine Bestätigung über die Einreichung der Promotion beizufügen.

Eine positive Begutachtung der Skizze durch ein Expertengremium ist Voraussetzung für die Einladung zur Akademie. Die Begutachtung erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Skizziertes Vorhaben ist dem Bereich Versorgungsforschung zuzuordnen
  • Relevanz des adressierten Problems
  • Theoretische Basis der Fragestellung
  • Innovationsgehalt der Studie
  • Qualität der Methodik
  • Durchführbarkeit der Studie
  • Wissenschaftliche Qualifikation der Kandidatin/des Kandidaten
  • Qualität der (multidisziplinären) Arbeitsgruppe

Der Selbstkostenanteil beträgt 100 Euro pro Teilnehmendem. Die weiteren Kosten für die Teilnahme am Workshop sowie für Unterkunft, Verpflegung während des Workshops und Anreise werden erstattet.

Interessierte mit Ideen für innovative versorgungswissenschaftliche Fragestellungen werden aufgefordert, sich mit einer Projektskizze und unter Angabe ihrer bisherigen wissenschaftlichen Leistungen zur Teilnahme an der Nachwuchsakademie zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2011.

2. Phase

Für die zweite Phase wird den Teilnehmenden der ersten Phase angeboten, ihre selbstständig ausgearbeiteten Projektskizzen für eine erste Finanzierung bei der DFG einzureichen. In diesem Rahmen sollen zunächst nur Mittel zur Durchführung von Pilotstudien, Vorarbeiten oder auch Mittel zur vorübergehenden Freistellung von der Patientenversorgung beantragt werden, um entsprechende Vorarbeiten durchzuführen. Die beantragte Fördersumme sollte in der Regel 50 000 Euro für ein Jahr nicht überschreiten. Damit sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich in die Lage versetzt werden, zu einem späteren Zeitpunkt, aufbauend auf fundierten Vorarbeiten, umfangreiche Vollanträge in der Einzelförderung der DFG oder bei anderen Förderern einzureichen.

Zu den DFG-Anträgen, die im Rahmen der zweiten Phase dieser Nachwuchsakademie eingereicht werden können, gilt das DFG-Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen. Weitere Details hierzu werden im Rahmen der Nachwuchsakademie vorgestellt.

Interessierte senden ihre Bewerbung für die erste Phase der Nachwuchsakademie mit Lebenslauf und Publikationsliste (zusammen maximal zwei Seiten) und Projektskizze (maximal drei Seiten) in elektronischer Form (ein pdf-Dokument) bis zum 31. Oktober 2011 an Professor Dr. med. Martin Scherer, Direktor, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, E-Mail zu Händen von Meike Thiele, m.thiele@uke.uni-hamburg.de.

Weiterführende Informationen

Für fachliche und organisatorische Fragen zur Bewerbung steht der Koordinator der zweiten DFG-Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ zur Verfügung:

  • Professor Dr. med. Martin Scherer, Direktor, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, m.thiele@uke.uni-hamburg.de

Ansprechpartnerin bei der DFG:

  • Christiane Krämer, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Lebenswissenschaften 1, Versorgungsforschung, 53170 Bonn, Tel. +49 228 885-2564, christiane.kraemer@dfg.de

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