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Information für die Wissenschaft Nr. 6 | 25. Januar 2011
DFG startet fünfte Nachwuchsakademie in der Medizintechnik

Bewerbungen bis 13. Juni 2011 willkommen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet ihre fünfte Nachwuchsakademie in der Medizintechnik (NAMT, auch als Exzellenzakademien der Medizintechnik, EAMT, bekannt). Das Thema lautet „Vom lebenden Material lernen, technische Materialien für die Geweberegeneration und für medizinische Implantate entwickeln“. Die Nachwuchsakademie soll besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Vorträgen, Praktika und Laborbesichtigungen einen aktuellen Überblick über dieses innovative Forschungsfeld geben und zur Entwicklung eigener Forschungsprojekte motivieren.

Derzeit in der Medizintechnik eingesetzte technische Materialien können die komplexen Anforderungen moderner klinischer Anwendungen nicht vollständig erfüllen. Eine besondere Herausforderung stellen dabei Verständnis und Steuerung der Interaktion dieser Materialien mit der biologischen Umgebung im Organismus dar. Dies gilt sowohl für resorbierbare Materialien, welche die Geweberegeneration unterstützen, als auch für dauerhaft im Körper verbleibende medizinische Implantate. Ein Verständnis der Wechselwirkungsprozesse zwischen Gewebe, physiologischer Umgebung und technischer Oberfläche ist für die Konzeption neuer Materialien, die in den klinischen Einsatz gelangen sollen, unverzichtbar. Von ebenso großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Charakterisierung der strukturellen und mechanischen Eigenschaften der natürlichen Umgebung.

Im Rahmen der Nachwuchsakademie sollen die unterschiedlichen Aspekte der Wechselwirkung der physiologischen Umgebung beziehungsweise der Zelle im Gewebeverband sowohl mit nativem als auch mit technischem Material diskutiert werden. Die Veranstaltung soll eine Basis für innovative Forschungsprojekte schaffen, die die Möglichkeiten biomimetischer Forschung nutzen wollen, aber auch den Blick auf die Realisierbarkeit als technisches Produkt für den klinischen Einsatz nicht aus dem Auge verlieren. Unter der Überschrift „Vom lebenden Material lernen, technische Materialien für die Geweberegeneration und für medizinische Implantate entwickeln“ sollen die unterschiedlichen Aspekte der Wechselwirkung zwischen der Zelle im Gewebeverband, der physiologischen Umgebung und technischen Materialien beziehungsweise Oberflächen diskutiert werden. Die Erkenntnis, dass ein Verständnis dieser Wechselwirkung für die Konzeption neuartiger Materialien, die in den klinischen Einsatz gelangen sollen, unverzichtbar ist, motiviert die thematische Ausrichtung der Veranstaltung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben während der Veranstaltungswoche die Möglichkeit, sich durch international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Feldes über die neuesten Forschungsergebnisse informieren zu lassen und diese mit ihnen zu diskutieren. Durch die limitierte Zahl an Teilnehmenden und das angebotene Rahmenprogramm ist auch ausreichend Möglichkeit für persönliche, beratende Gespräche gegeben. Wie auch bei den früheren Veranstaltungen sollen Teilnehmer eigene Projektvorschläge vorstellen, die später im Falle einer Bewilligung als Vollantrag zur Anschubfinanzierung des vorgeschlagenen Projektes gefördert werden können.

Die Nachwuchsakademien sind in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den persönlichen Kontakt zu ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie Verbindungen zu Forschungsnetzwerken und Referenzeinrichtungen der Medizintechnik im In- und Ausland aufbauen können. Darüber hinaus soll die Förderung zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit von herkömmlichen Hochschulstrukturen führen. In einer zweiten Phase besteht daher die Möglichkeit, einen ersten eigenen Antrag bei der DFG zu stellen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich im Wettbewerb um die Finanzierung eines einjährigen Forschungsprojekts begrenzten Umfangs bewerben und damit beispielsweise die Finanzierung einer Personalstelle oder von Sach- und Reisemitteln beantragen.

Die erste Phase der Nachwuchsakademie „Vom lebenden Material lernen, technische Materialien für die Geweberegeneration und für medizinische Implantate entwickeln“ findet vom 22. bis 27. August 2011 in Berlin statt. Das Programm der NAMT 2011 soll den Teilnehmenden einen Überblick über die vielfältigen Aspekte der Wechselwirkung von biologischem Material und technischen Oberflächen sowie den Möglichkeiten der Entwicklung neuartiger Materialien geben. Hierzu werden in fünf Tagen aufeinanderfolgend die Schwerpunkte „Von der Klinik zur Grundlagenforschung: Interaktion des Gewebes mit seiner Umgebung“, „Charakterisierung biologischer Materialien“, „Entwicklung von (Bio-)Materialien“, „Der Weg in die Klinik“ und „(Bio-)Material trifft Patient“ thematisiert. Am Abschlusstag konzentriert sich das Programm auf die Vorstellung der Projektskizzen mit zusätzlichen Informationen über die Antragstellung und Möglichkeiten der Forschungsförderung bei der DFG.

Antragsberechtigt sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Medizintechnik, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Medizin/Veterinärmedizin vorzugsweise bis zu drei Jahren nach Abschluss der Dissertation beziehungsweise Promotion. Es werden der Nachweis herausragender Leistungen (Diplom-/Masterabschluss, Promotion, Publikation, gegebenenfalls Auszeichnungen) sowie mindestens eine wissenschaftliche Veröffentlichung in einer hochrangigen Fachzeitschrift erwartet. Dem Teilnahmeantrag ist eine originelle Idee zu der Thematik dieser Nachwuchsakademie in Form einer Projektskizze beizufügen, die später ausgearbeitet und als Projektantrag bei der DFG eingereicht werden soll (Phase 2). Originalität, Machbarkeit und Relevanz der skizzierten Fragestellung sind vorrangige Auswahlkriterien für die Zulassung zu der Veranstaltung.

Die Bewerbung erfolgt vorzugsweise per E-Mail an Frau Janet Klonower, Charité – Campus Virchow-Klinikum (janet.klonower@charite.de) unter Beifügung eines Lebenslaufes, der Publikationsliste, einer Kurzzusammenfassung der Dissertation (1–2 Seiten) und der Projektskizze (max. 5 Seiten), alles im PDF-Format. Der Gesamtumfang soll zehn Seiten nicht überschreiten, und die PDF-Dateien sollen insgesamt maximal 2 MB umfassen. Bewerbungsschluss ist der 13. Juni 2011.

Für die späteren DFG-Vollanträge ist zu beachten:

  • Für die Antragsberechtigung wird der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung, in der Regel die Promotion, vorausgesetzt. In Ausnahmefällen werden Anträge vor abgeschlossener Promotion entgegengenommen, sofern der Nachweis der erfolgten Promotion im Laufe des Begutachtungsverfahrens nachgereicht wird.

  • Eine Bewilligung kann nicht ohne erfolgte Promotion ausgesprochen werden.

  • Vollanträge sind nach dem „Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen“ (DFG-Vordruck 1.02 deutsch beziehungsweise 1.02e englisch) zu stellen. Für Anträge auf Stipendien gelten besondere Merkblätter.

Weiterführende Informationen

Ein Leitfaden zur Ausarbeitung der späteren Vollanträge ist im DFG-Merkblatt 1.02 (deutsch) beziehungsweise 1.02e (englisch) zu finden unter:

Weitere Informationen zur Nachwuchsakademie und zum Programm der Veranstaltungswoche unter:

Fachliche Fragen beantwortet:

  • Dr. Ansgar Petersen
    Julius Wolff Institut
    Charité – Campus Virchow-Klinikum
    Augustenburger Platz 1
    13353 Berlin
    Tel.: +49 30 450-659529
    Fax: +49 30 450-559969
    Ansgar.Petersen@charite.de

Ansprechpartner bei der DFG:

  • Dr.-Ing. Burkhard Jahnen
    Ingenieurwissenschaften, Materialwissenschaft
    53170 Bonn
    Tel. +49 228 885-2487
    Burkhard.Jahnen@dfg.de
  • Dr. Christian Renner
    Lebenswissenschaften 1, Medizintechnik
    53170 Bonn
    Tel. +49 228 885-2324
    Christian.Renner@dfg.de

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