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Information für die Wissenschaft Nr. 60 | 15. November 2010
DFG veröffentlicht Stellungnahme zur Versorgungsforschung in Deutschland

Empfehlungen zu den Herausforderungen und Chancen eines komplexen Forschungsgebiets

Die Versorgungsforschung hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland als ein eigenständiges, viele wissenschaftliche Disziplinen umfassendes Forschungsfeld entwickelt. Um diese Entwicklung zu begleiten, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nun die Stellungnahme „Versorgungsforschung in Deutschland: Stand – Perspektiven – Förderung“ herausgegeben. Die Publikation rückt einen Forschungsbereich in den Fokus, der schon 1995 in der DFG-Denkschrift zur Gesundheitssystemforschung behandelt worden war und sich seither deutlich weiterentwickelt hat.

Die Stellungnahme hebt die vielfältigen wissenschaftlichen Herausforderungen der Versorgungsforschung hervor und fordert besonders junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, die Förderangebote der DFG in allen Programmen zu nutzen. Auch die Notwendigkeit der internationalen Kooperation, die stets notwendige Einbeziehung der klinischen Perspektive sowie die Berücksichtigung langfristiger Trends in der Gesellschaft gehören zu den Empfehlungen. Das Papier behandelt die Entstehung des Forschungsgebiets ebenso wie Fragen nach Wissens- und Forschungsdefiziten, inhaltlicher und methodischer Herangehensweise sowie aktuellen und zukunftsträchtigen Forschungsthemen. Die Autoren der Stellungnahme betonen angesichts der Vielfalt der Themen und Ansätze besonders die Relevanz einer theoretischen Versorgungsforschung.

Der komplexe Gegenstand der Versorgungsforschung ist die gesundheitliche und – bei enger Definition – die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung, ihre Planung, Organisation, Regulierung, Evaluation und Optimierung. Sie benötigt naturgemäß disziplinübergreifende Forschungsansätze unter Beteiligung von Medizinern, Soziologen, Psychologen, Juristen, Ethikern und Wirtschaftswissenschaftlern. Dazu sind die verschiedensten Arbeitsgruppen, Sektionen, Institute, Zentren und Netzwerke sowie zahlreiche Förderinitiativen entstanden.

Auch die DFG hat sich dem Forschungsfeld geöffnet: Sie hat in den vergangenen Jahren eine beachtliche Zahl von Projekten im Einzelverfahren gefördert, 2008 zu einem DFG-Rundgespräch eingeladen, auf wissenschaftlichen Tagungen für Anträge geworben und sich unter anderem im Fachkollegium Medizin auf deren Begutachtung eingestellt. Seit 2007 fördert sie eine erste multidisziplinäre Forschergruppe zu einem versorgungswissenschaftlichen Thema. Auch eine erste auf Versorgungsforschung ausgerichtete Nachwuchsakademie wird Ende November stattfinden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Förderung der Versorgungsforschung durch die DFG im Internet unter:

Die Stellungnahme im Internet unter:

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