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Information für die Wissenschaft Nr. 55 | 8. Oktober 2010
Ausschreibung für ein DFG-Forschungszentrum „Integrative Biodiversitätsforschung“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) plant die Einrichtung eines weiteren DFG-Forschungszentrums zum Oktober 2012. Mit dem Programm DFG-Forschungszentren fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Konzentration herausragender Kompetenz und Ressourcen an deutschen Hochschulen zu strategisch ausgewählten Themen. Zurzeit werden sechs Forschungszentren finanziert. In ihren Sitzungen vom 6. und 7. Oktober 2010 identifizierten Senat und Hauptausschuss der DFG als weiteres zukunftsweisendes Thema die

Integrative Biodiversitätsforschung,

zu dem deutsche Universitäten ab jetzt Antragsskizzen einreichen können.

Biodiversitätsforschung ist eine neue, interdisziplinäre Forschungsrichtung, die wissenschaftliche Expertise aus einer großen Bandbreite von Fachdisziplinen integriert und Ursachen und Wirkungen der Verteilung und Veränderung der terrestrischen und aquatischen Biodiversität auf allen biologischen Organisationsebenen untersucht. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Erhebung, Analyse und Synthese komplexer interdisziplinärer Datensätze und Informationen. Die inhärente Komplexität der evolutiven und ökologischen Prozesse einerseits und der molekularen, organismischen und ökologischen Biodiversitätsdaten andererseits macht die Disziplin zu einem Forschungsfeld mit besonderen Herausforderungen. Um dieses Gebiet erfolgreich voranzutreiben, müssen ausgezeichnete Voraussetzungen für moderne Metadatenanalysen, Syntheseprojekte und Theoriebildung bestehen. Hierfür sind geeignete Strukturen zu entwickeln, die innovative und übergreifende Forschungsansätze fördern und dynamisch auf die aktuellen Entwicklungen des Gebietes reagieren können. Es wird erwartet, dass das Forschungszentrum folgende Merkmale aufweist:

  • Das Forschungszentrum muss zu den folgenden vier Themen mindestens je eine sehr gut ausgestattete, von international ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern geleitete Arbeitsgruppe implementieren:

    • a) Synthese, Theoriebildung und Modellierung in der Biodiversitätsforschung,

    • b) Ökologische Forschung mit Schwerpunkt auf ökologischen Interaktionen,

    • c) Evolution und Adaptation von Organismen und Lebensgemeinschaften,

    • d) Wissenschaftliche Grundlagen des Naturschutzes.

  • Unter dem Synthesegesichtspunkt ist zusätzlich die Implementierung eines „Advanced Study Programme“ vorzusehen, mittels dessen neue Forschungsideen in das DFG-Forschungszentrum integriert werden. Vorstellbar ist die Einladung wissenschaftlicher Gäste, international zusammengesetzter Arbeitsgruppen sowie exzellenter Postdoktorandinnen und -doktoranden.

  • Zur Stärkung der Synthesekomponente muss innerhalb der Arbeitsgruppen Expertise für Biodiversitätsinformatik und für die Bearbeitung komplexer Biodiversitätsdaten zur Verfügung stehen.

  • Das Forschungszentrum muss an einer Universität räumlich konzentriert sein.

  • Ideen zum Aufbau einer zukunftsweisenden Forschungsinfrastruktur für Messungen und Experimente im Labor und im Freiland sollen dargelegt werden. Die Anbindung an bestehende Freilandexperimente und Langzeitobservatorien ist in diesem Zusammenhang von Vorteil.

Zur Finanzierung des DFG-Forschungszentrums können zwischen vier und sieben Millionen Euro pro Jahr beantragt werden. Dabei handelt es sich um Richtwerte. Zusätzlich wird ein pauschaler Zuschlag in Höhe von 20 Prozent der Fördersumme zur Deckung der mit der Förderung verbundenen indirekten Ausgaben bereitgestellt (Programmpauschale).

Antragsskizzen (in englischer Sprache) müssen bis zum 14. Januar 2011 bei der Geschäftsstelle der DFG eingegangen sein (Ausschlussfrist). Eine internationale Prüfungsgruppe wird diese Skizzen begutachten und eine Vorauswahl vorschlagen. Die abschließende Vorauswahl durch den Senat sowie die Einladung zur Antragstellung sind für Juli 2011 geplant. Die Begutachtung der zur Antragstellung eingeladenen Initiativen wird voraussichtlich im Januar 2012 stattfinden. Über die Einrichtung entscheidet der Hauptausschuss im April 2012.

Weiterführende Informationen

Bitte beachten Sie bei der Ausarbeitung der Antragsskizze das „Merkblatt DFG-Forschungszentren“ zu den Zielen und Bedingungen des Programms (Vordruck 67.10) sowie die „Hinweise zur Erstellung von Antragsskizzen für DFG-Forschungszentren“ (Vordruck 67.20) unter:

Für Auskünfte stehen Ihnen in der DFG-Geschäftsstelle für die strukturellen Aspekte

  • Brit Redöhl, Tel. +49 228 885-2531, Brit.Redoehl@dfg.de,

und für die fachlichen Fragen

  • Dr. Roswitha Schönwitz, Tel. +49 228 885-2362, Roswitha.Schoenwitz@dfg.de, zur Verfügung.

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