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Information für die Wissenschaft Nr. 50 | 27. September 2010
Dritte Förderperiode im SPP 1293 „Kompetenzmodelle“

Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit 2007 das Schwerpunktprogramm (SPP) „Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen". Für die dritte zweijährige Förderperiode können jetzt Anträge eingereicht werden.

Gegenstand der Ausschreibung

Das SPP befasst sich mit erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und kognitionspsychologischen Grundlagen der Kompetenzmodellierung sowie mit psychometrischen Modellen und konkreten Technologien zur Messung von Kompetenzen. Für das SPP sind Kompetenzen definiert als kontextspezifische kognitive Leistungsdispositionen, die sich funktional auf Situationen und Anforderungen in bestimmten Domänen im Sinne von spezifischen Lern- und Handlungsbereichen beziehen. Kompetenzen werden durch Erfahrung und Lernen erworben und können durch institutionalisierte Bildungsprozesse beeinflusst werden.

Das SPP bringt Experten auf den Gebieten bereichsspezifischer Kompetenzen mit Experten auf dem Gebiet des Messens und Testens zusammen. Ziel ist es, Kompetenzstruktur- und Kompetenzentwicklungsmodelle zu erarbeiten, anhand derer sich valide und faire Messinstrumente konstruieren lassen.

Die zentralen Fragestellungen des SPP gliedern sich in vier aufeinander aufbauende Bereiche. Im Kern steht die Entwicklung und empirische Prüfung theoretischer Kompetenzmodelle, die durch psychometrische Messmodelle ergänzt werden, die wiederum in die Konstruktion von Messverfahren zur empirischen Erfassung von Kompetenzen münden. Fragen zur Nutzung der Informationen aus kompetenzorientierter Diagnostik und kompetenzorientierten Assessments runden das wissenschaftliche Programm ab. Folgende Leitfragen charakterisieren die vier Bereiche:

1. Wie lassen sich Kompetenzen unter Berücksichtigung ihres Bezugs auf Anforderungen in spezifischen Situationen angemessen modellieren?

Den Kernbereich des Schwerpunktprogramms bildet die Formulierung pädagogisch und didaktisch fundierter theoretischer Kompetenzmodelle. Diese Modelle müssen dem kontextualisierten Charakter von Kompetenzen gerecht werden, indem sie fach- und situationsspezifische Anforderungen in abgrenzbaren Lern- und Handlungsbereichen definieren und zugleich die individuellen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Handeln in diesen Situationen darstellen. Bei der Beschreibung von Kompetenzstrukturen und Kompetenzniveaus müssen also sowohl personen- als auch situationsspezifische Komponenten simultan berücksichtigt werden. Eine zusätzliche Anforderung an theoretische Modelle ist die Abbildung von Entwicklungsverläufen und von Kompetenzerwerbsprozessen in pädagogischen Handlungsfeldern. Mit den Herausforderungen der theoretischen Formulierung von Kompetenzmodellen ist schließlich auch die Frage verbunden, wie diese Modelle empirisch angemessen auf ihre Gültigkeit überprüft werden können.

2. Wie lassen sich theoretische Kompetenzmodelle in psychometrischen Modellen abbilden, um die Kompetenzkonstrukte einer differenziellen Erfassung zugänglich zu machen?

Die bereits auf theoretischer Ebene bestehende Herausforderung, der kontextualisierten Natur von Kompetenzen gerecht zu werden, hat ihre Entsprechung bei der Spezifikation psychometrischer Messmodelle (vorzugsweise auf Basis von Modellen mit latenten Variablen). Neben der Modellierung latenter Variablen auf Personenebene müssen auch situationsspezifische Faktoren in die verwendeten Messmodelle einbezogen werden. Die Entwicklung psychometrischer Methoden soll im SPP gefördert werden, wenn diese Methoden sich explizit auf die spezifischen Anforderungen der Messung von Kompetenzen beziehen und / oder der Umsetzung eines neuen domänenspezifischen theoretischen Modells dienen.

3. Wie lassen sich Kompetenzmodelle und darauf basierende psychometrische Modelle in konkrete empirische Messverfahren übertragen?

Die Messung von Kompetenzen kann mit standardisierten Testverfahren erfolgen, wie sie insbesondere zur Bearbeitung primär wissenschaftlicher Fragestellungen, zur pädagogischen Diagnostik oder in Large-Scale-Assessments eingesetzt werden. Ebenso kann die Erfassung von Kompetenzen aber auch über systematische Beobachtungen in Bildungsprozessen erfolgen, wie sie z. B. in Videostudien vorgenommen werden. Die Entwicklung von Messinstrumenten soll im SPP nur gefördert werden, wenn sie der Entwicklung oder Erprobung innovativer theoretischer und / oder psychometrischer Modelle dient.

4. Welche Arten von Informationen aus Kompetenzmessungen können von Akteuren im Bildungswesen auf welche Weise genutzt werden?

Projekte zu Fragen der Nutzung von Informationen aus kompetenzorientierter Diagnostik und kompetenzorientierten Assessments sollen untersuchen, unter welchen Bedingungen modellbasierte Kompetenzmessung auch in der pädagogischen Praxis zu fundierteren und präziseren pädagogischen oder bildungspolitischen Entscheidungen beiträgt. Projekte in diesem Bereich sollten innovative Ansätze aus den anderen Bereichen (Theorie, Psychometrie, Messtechnologie) einbeziehen.

Für die Projektvorhaben des SPP soll eine explizite Einordnung innerhalb der vier Bereiche vorgenommen werden, wobei Überschneidungen zwischen mehreren Bereichen wünschenswert sind.

Thematisch beschäftigen sich die in den ersten beiden Förderperioden des SPP aufgenommenen Forschungsprojekte mit fachbezogenen Kompetenzen in Mathematik, Naturwissenschaften und sprachlichen Fächern, mit fächerübergreifenden Kompetenzen (z. B. Problemlösefähigkeit und Selbstregulation) sowie berufsbezogenen Kompetenzen von Auszubildenden und Lehrkräften.

Für die dritte Förderperiode sind insbesondere weitere Anträge aus fachdidaktischen Disziplinen sowie aus der Erziehungswissenschaft willkommen. Zu begrüßen sind auch weitere Anträge zur Bearbeitung der Leitfragen 3 und 4. Darüber hinaus sind Anträge, die an laufende Large-Scale-Assessments anknüpfen, oder auch Anträge zu Spezialfragen gerne gesehen.

Form und Frist

Die vollständigen Anträge für die dritte Förderphase (24 Monate) sind in elektronischer Form auf CD-ROM und in zweifacher, ungebundener und gelochter Ausfertigung bis spätestens Montag, den 24. Januar 2011 unter dem Stichwort „SPP 1293/3“ bei der DFG einzureichen.

Es wird gebeten, ein weiteres Exemplar des Antrags an die Koordinatoren zu schicken, und zwar als PDF-Datei an kompetenzmodelle@dipf.de.

Wir möchten Sie auf die seit dem 1. Juli 2010 gültigen Neuregelungen für Publikationsverzeichnisse in Anträgen, Antragsskizzen und Abschlussberichten hinweisen sowie auf das aktuelle Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung, das die Anforderungen zum inhaltlichen und formalen Aufbau des Antrags regelt. Ihr Antrag kann nur bearbeitet werden, wenn er mit den neuen Regelungen übereinstimmt.

Die Begutachtung wird voraussichtlich im Mai 2011 stattfinden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu den bisherigen Aktivitäten des Schwerpunktprogramms sowie den Rahmenantrag finden Sie im Internet unter

  • http://kompetenzmodelle.dipf.de.

Koordinatoren und Ansprechpartner für inhaltliche Rückfragen:
Die Koordinierungsstelle am DIPF (Schloßstr. 29, 60486 Frankfurt am Main) steht unter kompetenzmodelle@dipf.de für Rückfragen zu Programminhalten zur Verfügung.

Koordinatoren des Schwerpunktprogramms sind

  • Prof. Dr. Eckhard Klieme (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung) und
  • Prof. Dr. Detlev Leutner (Universität Duisburg-Essen).

Ansprechpartner für fachliche Fragen der Antragstellung bei der DFG:

  • Dr. Manfred Nießen, Kennedyallee 40, 53175 Bonn
    E-Mail: Manfred.Niessen@dfg.de, Telefon: +49 (228) 885-2393

Ansprechpartnerin für formale Fragen der Antragstellung bei der DFG:

  • Daniela Schauer, Kennedyallee 40, 53175 Bonn
    E-Mail: Daniela.Schauer@dfg.de, Telefon: +49 (228) 885-2203

Neuregelungen für Publikationsverzeichnisse in Anträgen, Antragsskizzen und Abschlussberichten:

Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung:

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