Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Information für die Wissenschaft Nr. 25 | 16. Juni 2010
Nachwuchsakademie „Systematik der Pflanzen und Pilze“

Im September 2010 startet die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtete Nachwuchsakademie zum Thema „Systematik der Pflanzen und Pilze“. Durch sie sollen hoch qualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Botanik und Mykologie möglichst frühzeitig mit den Kriterien der Förderung durch die DFG vertraut gemacht, zur Formulierung von Spitzenprojekten angeregt und zu erstklassiger Antragstellung geführt werden. Die Teilnehmenden erhalten dazu in der Akademie Unterstützung von Expertinnen und Experten bei der Ausarbeitung eigener Forschungsfragen.

1. Hintergrund

Seit versucht wird, Biodiversität wissenschaftlich zu erfassen, gewinnt das Fach Systematik an Bedeutung. Mit dem Wandel der Arbeitsrichtung von einer primär morphologisch orientierten hin zu einer phylogenetischen Disziplin wurde eine nicht vorhersehbare Renaissance eingeleitet. Dies gipfelt heute in der molekularphylogenetischen Erfassung aller bekannten Arten und dem Aufdecken von bisher unbekannten Organismen durch Sequenzierung. Entsprechend stellt die genetisch basierte Bestimmung von Organismen das Fundament der Biodiversitätsforschung dar. Ökologische, phyto- und mykogeografische Disziplinen bedürfen grundsätzlich einer exakten Definition und Ordnung der von ihnen behandelten Organismen. Als methodisch vielseitige Disziplin hat die biologische Systematik eine besondere Anwendungsbreite. Sie umfasst weite Bereiche der Phytopathologie, der Tier- und Humanmedizin und spannt einen Bogen bis zur Entdeckung bislang unbekannter Organismen mit potenziellen Kapazitäten für neue Naturstoffe.

Die aufgelisteten Fakten sind in der Biologie bekannt, aber leider nicht genügend reflektiert. Es ist bisher nicht ausreichend gelungen, die traditionelle Systematik an den enormen Fortschritt anderer biologischer Disziplinen anzubinden oder gar mit diesen zu vernetzen. Darunter leiden in zunehmendem Maße auch der Zuspruch und die Ausbildung des Nachwuchses. Um dieser Situation in einer entscheidenden Phase entgegenzutreten, wird das Förderprogramm einer Nachwuchsakademie aufgelegt. Vor diesem Hintergrund soll die Nachwuchsakademie einen Überblick über die konkreten Fragestellungen vermitteln, die in führenden Forschungsprojekten der systematischen Pflanzen- und Pilzwissenschaften anstehen.

2. Zielsetzung

Mit der Nachwuchsakademie „Systematik der Pflanzen und Pilze" der DFG sollen hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler integrativ und berufsorientiert gefördert werden. Es soll die Möglichkeit geboten werden, in einem fachkompetenten Umfeld Forschungsthemen zur Systematik der Pflanzen und Pilze zu entwerfen und zu bearbeiten. Dabei sollen den Teilnehmern durch Diskussionen mit einschlägig ausgewiesenen erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Hilfestellungen für die Planung und Darstellung von Projekten gegeben werden. Die Nachwuchsakademie wird gestützt durch breite Information über Anwendungen systematisch biologischer Methoden und über spezifische Karrieremöglichkeiten. Sie wird fachspezifisch unterstützt durch Vertreter der Systematischen Botanik und Mykologie sowie durch Mitglieder des Fachkollegiums Pflanzenwissenschaften der DFG.

3. Bewerbung und Ablauf der Nachwuchsakademie

Die Nachwuchsakademie richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der Botanik und Mykologie. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine zwischen 2006 und September 2010 abgeschlossene Promotion. Interessierte Personen werden aufgefordert, sich mit einer Projektskizze einer zu bearbeitenden wissenschaftlichen Fragestellung aus dem Bereich Systematik der Pflanzen und Pilze zu bewerben. Aus den Bewerberinnen und Bewerbern werden in einem Begutachtungsverfahren 20 Personen für die Teilnahme ausgewählt. Die Auswahl erfolgt auf der Grundlage der wissenschaftlichen Qualität des Forschungsvorhabens sowie der bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistung des Bewerbers.

Die Nachwuchsakademie läuft in insgesamt drei Phasen:

In Phase I setzen sich die Teilnehmenden mit fachlichen Fragen der Systematik von Pflanzen und Pilzen sowie den Anwendungen aus Ökologie, Evolutionsbiologie, Museums- und Sammlungsbereichen auseinander. International renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liefern fachliche Grundlagen. Die Projektskizzen der potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden vorgestellt und im Expertenkreis diskutiert. Die Veranstaltung findet vom 24. bis 26. September 2010 in Frankfurt/Main statt.

In der Phase II wird den Teilnehmenden der Nachwuchsakademie die Möglichkeit gegeben, ihren Antrag einer Prüfungsgruppe vorzustellen. Auf der Grundlage des Antrags und der Präsentation spricht die Prüfgruppe eine Förderempfehlung an die DFG-Gremien aus. Zugrunde gelegt werden die für DFG-Anträge üblichen Begutachtungskriterien unter besonderer Berücksichtigung der Regeln für Erstantragstellende.

Ein Workshop in Phase III soll die Teilnehmenden der Nachwuchsakademie bei der Durchführung der Projekte beraten und unterstützen. Darüber hinaus soll diese Veranstaltung auch dazu beitragen, durch Intensivierung persönlicher Kontakte Informationsflüsse zu optimieren.

Bitte beachten Sie für die Bewerbung:

  • Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus Lebenslauf, Publikationsliste und Antragsskizze (maximal 3 Seiten).
  • Die Antragsskizze soll die wissenschaftliche Fragestellung, das geplante experimentelle Vorgehen sowie bestehende Vorerfahrung zur Durchführung enthalten.

Bitte senden Sie die Bewerbungsunterlagen bis zum 13. August 2010 als pdf an:

In Hinblick auf eine spätere Antragstellung bei der DFG ist zu beachten:

Die Antragsberechtigung setzt eine abgeschlossene wissenschaftliche Ausbildung, in der Regel die Promotion, voraus. In Ausnahmefällen und im Rahmen dieser Nachwuchsakademie werden Anträge bereits vor abgeschlossener Promotion entgegengenommen, sofern der Nachweis der erfolgten Promotion im Laufe des Begutachtungsverfahrens nachgereicht wird. Vollanträge sind nach dem „Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen" (DFG-Vordruck 1.02 deutsch bzw. 1.02e englisch) zu stellen. Für Anträge auf Stipendien gelten besondere Merkblätter.

Termine:

Bewerbungsschluss: 13. August 2010
Information über die Teilnahme: bis zum 31. August 2010
Phase I: 24. bis 26. September 2010
Einreichung der Vollanträge: Dezember 2010
Phase II (Antragsbegutachtung): März 2011
Phase III: ca. August 2011

Weiterführende Informationen

Das Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen ist zu finden unter:

Fachliche Fragen beantworten die Veranstalter und Leiter der Nachwuchsakademie:

  • Prof. Dr. Franz Oberwinkler
    Institut für Evolution und Ökologie, Universität Tübingen
    Auf der Morgenstelle 1
    72076 Tübingen
    Tel. +49 7071 7292610
    franz.oberwinkler@uni-tuebingen.de
  • Prof. Dr. Susanne Renner
    Universität München, Bereich Systematische Botanik und Mykologie
    Menzinger Str. 67
    80638 München
    Tel. +49 89 17861250
    renner@lrz.uni-muenchen.de

Ansprechpartnerin bei der DFG:

  • Dr. Katja Hartig
    Pflanzenwissenschaften
    Tel. +49 228 885-2774
    katja.hartig@dfg.de

© 2010-2017 by DFG
Ausdruck aus dem Angebot der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)