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Information für die Wissenschaft Nr. 69 | 9. Dezember 2009
Materialwissenschaft und Werkstofftechnik: DFG startet vierte Nachwuchsakademie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet unter dem Motto "Analyse und Bewertung von Eigenspannungen auf unterschiedlichen Längenskalen" eine vierte Nachwuchsakademie auf dem Gebiet Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Mit ihr sollen herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereichen möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisiert und gewonnen werden.

Die Entstehung von Festkörpern und die Fertigung von Komponenten und Bauteilen aus ihnen sind stets mit der Entwicklung charakteristischer Eigenspannungsverteilungen auf sehr unterschiedlichen Längenskalen verknüpft. Sie beeinflussen Beanspruchbarkeit, Lebensdauer und Funktionalitäten in charakteristischer Weise, sodass ihrer quantitativen Ermittlung und ihrer gezielten Beeinflussung eine große Bedeutung zukommt. Ihre experimentelle und theoretische Erfassung sowie ihre Bewertung erfordern ein umfassendes Arsenal unterschiedlicher Methoden, die - je nach Fragestellung - auf atomare Festkörperstrukturen, auf kleinere Material- beziehungsweise Bauteilbereiche oder aber auf makroskopische Geometrien fokussieren. Dabei bestehen komplexe Wechselwirkungen zwischen mikrostrukturellen Details beziehungsweise atomaren Defektstrukturen der betreffenden Materialien und den sich ausbildenden mikro-, meso- und makroskopischen Eigenspannungen. Es existiert also ein breites, unterschiedliche Fachdisziplinen einschließendes Problemfeld, das von grundlegenden materialwissenschaftlichen über strukturmechanische bis zu messtechnischen Fragestellungen gespannt ist und eine hohe Praxisrelevanz besitzt.

Das Zusammenwirken von Prozessen auf unterschiedlichen Längenskalen bei der Entstehung und der Wirkung von Eigenspannungen ist ein aktueller Forschungsgegenstand, wobei insbesondere zielgerichtete Kooperationen unterschiedlicher Fachdisziplinen Fortschritte versprechen. Dies resultiert nicht zuletzt aus der raschen Entwicklung neuer Werkstoffklassen mit komplexem Gefügeaufbau und den vielfältigen Konsequenzen von Eigenspannungszuständen auf sehr unterschiedlichen Feldern.

Wichtig ist auch, dass die Weiterentwicklung der Eigenspannungsmesstechnik sowie immer leistungsfähigerer Auswerteverfahren stets eine treibende Kraft auf dem Feld der Eigenspannungsforschung waren. Das gleiche gilt für Verfahren zur Modellierung und Simulation eigenspannungserzeugender Prozesse und der Konsequenzen vorliegender Eigenspannungszustände auf das Bauteilverhalten.

Ein wesentliches Ziel der Nachwuchsakademie ist es, dem Mangel an exzellent ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern auf diesem interdisziplinären Gebiet abzuhelfen. Es soll daher hervorragend qualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten werden, in einem fachgebietsübergreifend vernetzten Umfeld Forschungsthemen über Ursachen, Ermittlung und Bewertung von Eigenspannungen zu entwerfen und zu bearbeiten. Insbesondere sollen ihnen durch Diskussionen mit Fachkolleginnen und -kollegen sowie einschlägig ausgewiesenen erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Impulse für den Entwurf von Projekten und für die eigene Forschungstätigkeit zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation gegeben werden.

Ablauf der Nachwuchsakademie

Die Interessenten an der Nachwuchsakademie bewerben sich mit ihren bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistungen sowie einer Projektskizze für eine zu bearbeitende wissenschaftliche Fragestellung aus dem Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Analyse von Eigenspannungen und ihrer Bewertung liegen. Der Leiter der Nachwuchsakademie prüft mit Unterstützung einer Gutachtergruppe die Bewerbungen und lädt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Veranstaltung ein. Auf Wunsch wird den Bewerbern Hilfe bei der Antragstellung geboten.

Nachwuchsakademie Teil I
Während der viertägigen Veranstaltung auf Schloss Höhnscheid im Mai 2010 wird den Teilnehmenden ein Programm mit Vorträgen, Seminaren, Workshops und einer Exkursion geboten, in dessen Rahmen sie sich mit aktuellen fachlichen Aspekten der Spannungsanalyse und Fragen des Wissenschaftsmanagements auseinandersetzen. International renommierte Experten liefern die fachliche Unterstützung für die Umsetzung und Konkretisierung der von den Teilnehmenden vorgestellten Projektskizzen.

Nachwuchsakademie Teil II
Im Herbst 2010 wird ein eintägiges Antragskolloquium mit Begutachtung von der DFG ausgerichtet, bei dem die Teilnehmenden ihre konkreten Projektanträge vorstellen. Auf dieser Basis wird über die Bewilligung der Forschungsprojekte entschieden.

Nachwuchsakademie Teil III
Nach etwa einem Jahr ist zum Erfahrungsaustausch ein weiteres Zusammentreffen geplant.

Der Weg zur Nachwuchsakademie

Antragsberechtigt ist wissenschaftlicher Nachwuchs aus den Ingenieur- oder Naturwissenschaften, der die Promotion zwischen April 2007 und März 2011 abgeschlossen hat beziehungsweise abschließen wird und an innovativen Lösungen von Problemen in Zusammenhang mit der Analyse und Bewertung von Eigenspannungen auf unterschiedlichen Längenskalen arbeitet. Modellierung und Simulation sind dabei ebenso gefragt wie neue methodische oder werkstoffspezifische Konzepte.

Bewerbung

  • Interessenten bewerben sich bitte mit Lebenslauf (max. 3 Seiten) und Antragsskizze (max. 3 Seiten).
  • Bewerbungsunterlagen bitte im PDF-Format per EMail an: nachwuchsakademie@uni-kassel.de
  • Bewerbungsschluss ist der 5. März 2010.

Termine

  • Über die Zulassung zur Nachwuchsakademie wird ab 1. April 2010 informiert.
  • Die Nachwuchsakademie findet vom 24. bis 28. Mai 2010 statt.
  • Annahmeschluss für die Vollanträge bei der DFG ist der 1. August 2010.

Beim Erstellen einer Antragsskizze ist zu beachten

  • Der Umfang der Skizze darf 3 Seiten nicht überschreiten.
  • Die Bearbeitungsdauer des Vorhabens kann 1, 2 oder 3 Jahre betragen.
  • Es werden Vorhaben akzeptiert, die zur Bearbeitung durch einen Doktoranden oder eine Doktorandin dienen sollen oder zur Finanzierung der Eigenen Stelle. Auch Skizzen für einen Auslandsaufenthalt über ein Stipendium sind möglich.
  • Bei der Nachwuchsakademie werden die Skizzen anhand einer 10-minütigen PowerPoint-Präsentation vorgestellt und anschließend diskutiert.

Für die späteren DFG-Vollanträge ist zu beachten

  • Für die Antragsberechtigung wird der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung, in der Regel die Promotion, vorausgesetzt. In Ausnahmefällen werden Anträge vor abgeschlossener Promotion entgegengenommen, sofern der Nachweis der erfolgten Promotion im Laufe des Begutachtungsverfahrens nachgereicht wird.
  • Eine Bewilligung kann nicht ohne erfolgte Promotion ausgesprochen werden.
  • Vollanträge sind nach dem "Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen" (DFG-Vordruck 1.02 deutsch beziehungsweise 1.02e englisch) zu stellen. Für spätere Anträge auf Stipendien gelten besondere Merkblätter.

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