Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Information für die Wissenschaft Nr. 58 | 9. September 2009
Materialwissenschaft und Werkstofftechnik: DFG startet dritte Nachwuchsakademie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet unter dem Motto "Interdisziplinäre Fragestellungen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" eine dritte Nachwuchsakademie auf diesem Gebiet. Mit ihr sollen herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereichen möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisiert und gewonnen werden.

Als Querschnittsdisziplin hat die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eine Vielzahl von Facetten, die sich in einer besonderen Breite der Themenstellung ausdrückt. Neben den klassischen Konstruktionswerkstoffen, wie Metall, Keramik, Glas, Polymere oder deren Verbunde, sind in letzter Zeit auch Materialien mit funktionalen Eigenschaften ins wissenschaftliche und technische Interesse gerückt. Die Nachwuchsakademie soll einen Überblick vermitteln über die konkreten Fragestellungen, die in den verschiedenen Problemkreisen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik im Brennpunkt des Interesses stehen. Sie wird koordiniert von Professor Dr.-Ing. Martin Heilmaier, Fachgebiet Physikalische Metallkunde der TU Darmstadt.

Die Nachwuchsakademie ist eingebettet in eine Offensive für eine verbesserte Informationsbereitstellung über Karrieremöglichkeiten von Doktorandinnen und Doktoranden auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik und weitere Maßnahmen zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die von der Bundesvereinigung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (BV MatWerk) initiiert wurde und von der DFG unterstützt wird. In diesem Rahmen wurde vom Lehrstuhl für Marketing und Internationalen Handel der TU Bergakademie Freiberg eine Onlineumfrage durchgeführt, um die Wünsche und den Informationsbedarf dieser Zielgruppe insbesondere für die weitere Karriereplanung nach der Promotion zu untersuchen. Der Fragebogen wurde von mehr als 700 Personen ausgefüllt, und ein erster Auswertungsbericht wurde in der Zeitschrift Advanced Engineering Materials, Ausgabe 08/2008, veröffentlicht. Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage wurden bereits zwei Nachwuchskarriereworkshops der BV MatWerk für insgesamt 180 Doktorandinnen und Doktoranden organisiert, in denen die späteren Karrierechancen in Wissenschaft, Industrie, Selbstständigkeit oder bei einem Auslandsaufenthalt nach der Promotion mit kompetenten Partnern diskutiert wurden. Die Nachwuchsakademie dient nun der Vertiefung des Karriereziels Wissenschaft.

Die Interessenten an der Nachwuchsakademie bewerben sich mit ihrer bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistung und mit einer Projektskizze für eine zu bearbeitende wissenschaftliche Fragestellung aus dem Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik. Der Koordinator der Nachwuchsakademie prüft mit Unterstützung einer Gutachtergruppe unter Einbindung von Mitgliedern der Fachkollegien der DFG die Bewerbungen und lädt bis zu 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein.

Die Nachwuchsakademie läuft in insgesamt drei Phasen ab:

Nachwuchsakademie Teil I
In einer einwöchigen Veranstaltung setzen sich die Teilnehmenden mit fachlichen Themen und Fragen des Wissenschaftsmanagements anhand von Vorträgen, Seminaren, Workshops und Exkursionen auseinander. International renommierte Experten liefern die fachlichen Grundlagen, in Arbeitssitzungen werden die Projektskizzen der Teilnehmenden vorgestellt und im Expertenkreis diskutiert. Die Tagung findet vom 15. März bis 17. März 2010 in Heigenbrücken, Landgasthof Hochspessart Flair Hotel statt.

Nachwuchsakademie Teil II
Im Frühsommer 2010 wird ein Antragskolloquium mit Begutachtung von der DFG ausgerichtet, bei dem die Teilnehmenden ihre konkreten Projektanträge vorstellen. Auf dieser Basis wird über die Bewilligung der Forschungsprojekte entschieden.

Nachwuchsakademie Teil III
Für das Frühjahr 2011 ist zwecks Erfahrungsaustausch ein weiteres Zusammentreffen geplant.

Interessenten bewerben sich für die erste Phase mit Lebenslauf (maximal 3 Seiten) und Antragsskizze (maximal 3 Seiten) bei Professor Dr.-Ing. Martin Heilmaier, Fachgebiet Physikalische Metallkunde, Fachbereich Materialwissenschaft, Technische Universität Darmstadt. Bewerbungsunterlagen sind im pdf-Format per E-Mail an m.heilmaier@phm.tu-darmstadt.de zu richten.
Bewerbungsschluss ist der 30. November 2009.

Beim Erstellen der Antragsskizze zur Teilnahme an der ersten Phase ist zu beachten:
Antragsberechtigt sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Ingenieur- oder Naturwissenschaften, die die Promotion zwischen Januar 2007 und Dezember 2010 abgeschlossen haben beziehungsweise abschließen werden und an innovativen Lösungen von diversen Problemen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik arbeiten. Methodisch-mathematische Ansätze sind gleichermaßen gefragt wie werkstoffspezifische oder anwendungsorientierte Konzepte.
Die Bearbeitungsdauer des Vorhabens kann 1, 2 oder 3 Jahre betragen. Es werden Vorhaben akzeptiert, die zur Bearbeitung durch einen Doktoranden oder eine Doktorandin dienen sollen oder zur Finanzierung der Eigenen Stelle. Auch Skizzen für einen Auslandsaufenthalt über ein Stipendium sind möglich.

Bei der Nachwuchsakademie werden die Skizzen anhand einer 10-minütigen PowerPoint-Präsentation vorgestellt und anschließend diskutiert.

Für die späteren DFG-Vollanträge (zweite Phase) ist zu beachten:
Für die Antragsberechtigung wird grundsätzlich der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung - in der Regel mit der Promotion - vorausgesetzt. In Ausnahmefällen und im Rahmen dieser Nachwuchsakademie werden Anträge bereits vor abgeschlossener Promotion entgegengenommen, sofern der Nachweis der erfolgten Promotion im Laufe des Begutachtungsverfahrens nachgereicht wird. Eine Bewilligung kann nicht ohne erfolgte Promotion ausgesprochen werden. Ausnahmen bestehen nur im Programm Eigene Stelle. Vollanträge sind nach dem "Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen" (DFG-Vordruck 1.02 deutsch bzw. 1.02e englisch) zu stellen. Für spätere Anträge auf Stipendien gelten besondere Merkblätter.

© 2010-2017 by DFG
Ausdruck aus dem Angebot der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)