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Information für die Wissenschaft Nr. 51 | 3. August 2009
Schwerpunktprogramm 1209 "Die hellenistische Polis als Lebensform. Urbane Strukturen und bürgerliche Identität zwischen Tradition und Wandel"

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit 2005 das Schwerpunktprogramm "Die hellenistische Polis als Lebensform. Urbane Strukturen und bürgerliche Identität zwischen Tradition und Wandel". Es besteht nun die Möglichkeit, für eine abschließende zweijährige Laufzeit entsprechende Anträge zu stellen.

Ziel des Schwerpunktprogramms ist es, die Entwicklung der hellenistischen Polis nicht, wie bislang üblich, als statisches Gebilde zu untersuchen, sondern in einer veränderten Sichtweise als eine bürgerliche Organisationsform zu betrachten, die mittels sich wandelnder politischer, sozialer und religiöser Ordnungssysteme immer wieder ein Maximum an Selbstbestimmung, Interessenausgleich und innerer Stabilität anstrebte und von der Anpassung an veränderte äußere Rahmenbedingungen geprägt gewesen ist. Anders als bisher soll dabei das 4. Jahrhundert v.Chr., besonders aber die hellenistische Zeit, nicht mehr als Epoche des Niedergangs der in klassischer Zeit blühenden Polis begriffen werden. Vielmehr soll angesichts der Fülle neuer Polisgründungen und der immensen Ausbreitung griechischer Stadtkultur im Hellenismus untersucht werden, welche Anpassungsphänomene zum nachhaltigen Erfolg der Polis in dieser Zeit geführt haben.

Der neue Ansatz fragt vor diesem Hintergrund nach der neuen Funktionsweise der Polis im Hellenismus. Wie sich soziale Strukturen und Verhaltensweisen sowie kulturelle Vorstellungen und Wahrnehmungen veränderten, welchen Reflex dies in der Gestaltung politischer und sakraler Räume hinterließ und wie diese wiederum auf das soziokulturelle Gefüge zurückwirkten, soll in seiner Komplexität an geeigneten Beispielen erfasst werden, die ihrerseits die Möglichkeit bieten, die gegenseitige Abhängigkeit der Faktoren grundlegend neu und damit exemplarisch für weitere Untersuchungen zu verstehen.

Da sich verschiedene Entwürfe politischer Gemeinschaftsbildung und städtebaulicher Gestaltung nur in einer engen Verknüpfung der unterschiedlichen Disziplinen der Altertumswissenschaften begreifen lassen, sollen epigrafische Studien zu speziellen Inschriftengruppen und Themen, Grabungen, Bauforschungen an einzelnen Monumenten, Umland-Surveys und archäologische Feldforschungen in Unterzentren, numismatische Studien oder auch rechtswissenschaftliche Forschungen durch Netzwerke beteiligter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf eine neuartige Weise verknüpft werden, damit die Dynamik und Vielschichtigkeit in der Entwicklung der hellenistischen Polis in allen Facetten erfasst werden kann.
Alle fristgerecht eingegangenen Anträge werden im Rahmen eines Kolloquiums durch eine Prüfungsgruppe begutachtet werden. Diese Sitzung wird voraussichtlich Mitte/Ende Januar 2010 in Bonn stattfinden. Eine Einladung mit Ort und genauem Termin werden Sie, sofern Sie einen Antrag einreichen, rechtzeitig erhalten.

Bitte senden Sie Ihre Anträge (mit Aktenzeichen 1209) für das 5. und 6. Förderungsjahr bis zum 23. Oktober 2009 in 8-facher Ausfertigung an die Geschäftsstelle der DFG (Dr. Hans-Dieter Bienert, Deutsche Forschungsgemeinschaft, GS, 53170 Bonn).

Falls Sie bisher durch die DFG schon gefördert wurden, gehört zu jedem Antrag das ausgefüllte Formular zu den Publikationen, die aus geförderten Projekten hervorgegangen sind (maximal 2 Publikationen je Projekt). Darüber hinaus sollte jedem Antrag eine Liste der Publikationen der letzten 5 Jahre beigegeben werden. Bitte schicken Sie keine weiteren Anlagen mit - also keine Bücher, keine Publikationen, keine CDs etc.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft begrüßt es besonders, wenn Anträge in Schwerpunktprogrammen auch von jüngeren, selbstständig arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gestellt werden.

Weiterführende Informationen

Einzelheiten zu den verschiedenen Antragsmöglichkeiten sind der Homepage der DFG (www.dfg.de) zu entnehmen oder können auf Anfrage zugesandt werden.

Informationen zur Antragstellung erteilt

  • Dr. Hans-Dieter Bienert, DFG,
    Tel.: +49 228-885-2246,
    E-Mail: Hans-Dieter.Bienert@dfg.de.

Inhaltliche Rückfragen beantwortet der Koordinator des Schwerpunktprogramms:

  • Professor Dr. Martin Zimmermann,
    Historisches Seminar,
    Abteilung für Alte Geschichte,
    Geschwister-Scholl-Platz 1,
    80539 München,
    Tel.: +49 89-2180-5385,
    E-Mail: martin.zimmermann@lrz.uni-muenchen.de.

Homepage des Schwerpunktprogramms:

 

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