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Information für die Wissenschaft Nr. 33 | 16. Juni 2009
Schwerpunktprogramm 1458: "Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden"

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Schwerpunktprogramms "Hochtemperatursupraleitung in Eisenpniktiden" (SPP 1458) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre mit zwei dreijährigen Förderperioden vorgesehen.

Die Entdeckung von Hochtemperatursupraleitung in Eisen-Arsen-Verbindungen hat in der Festkörperphysik und Festkörperchemie national und international größte Aufmerksamkeit erregt und immense Forschungsanstrengungen ausgelöst. Gründe für das große Interesse sind die hohen kritischen Temperaturen von bis zu 55 °K, die reichhaltigen physikalischen Eigenschaften mit einem ausgeprägten Wechselspiel zwischen Struktur, Magnetismus und Supraleitung, die große Materialvielfalt und nicht zuletzt das Potenzial für technische Anwendungen.

Mit dem neuen Schwerpunktprogramm wird eine konzertierte Anstrengung unternommen, um Materialien und Mechanismen dieser neuen Hochtemperatursupraleiter besser zu verstehen. Die angestrebte systematische Materialforschung hat zum Ziel, Proben der bereits bekannten Verbindungen optimal darzustellen, neue supraleitende Stoffsysteme zu finden und das Anwendungspotenzial auszuloten. Aufeinander abgestimmte experimentelle und theoretische Untersuchungen sollen dazu beitragen, die grundlegenden physikalischen Eigenschaften der Pniktide und speziell den Mechanismus der Supraleitung zu verstehen.

Das Programm richtet sich an Festkörperchemiker, Materialwissenschaftler und Festkörperphysiker. Behandelt werden sollen die vier Arbeitsgebiete

  • Chemie und Strukturanalytik der Übergangsmetallpniktide und angrenzender Stoffklassen,
  • Probensynthese, speziell Einkristallzüchtung,
  • Experimentelle Physik mit Fokus auf Spektroskopie, Thermodynamik und Transport und schließlich
  • Theoretische Physik und Chemie mit den Aspekten ab-initio-Berechnung elektronischer und magnetischer Eigenschaften sowie Vielteilchentheorie.

Ein ganz wesentlicher Aspekt der Initiative besteht in der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit von Festkörperchemikern und -physikern, beziehungsweise der Verzahnung von Material- und Grundlagenforschung. Die auf den Gebieten Chemie und Materialwissenschaften arbeitenden Gruppen sollen potenzielle neue Systeme erschließen und zur Optimierung von Materialien beitragen. Die physikalische Forschung soll nicht nur das Verständnis der Phänomene verbessern, sondern durch umfassende Charakterisierung und Modellierung auch auf die vornehmlich im Bereich der Chemie angesiedelten Synthesearbeiten zurückwirken.

Die Zusammenarbeit zielt auf ein grundlegendes Verständnis der Materialklasse und deren Potenzial, nicht aber auf eine vertiefte Untersuchung möglicher Anwendungen ab. Die Herstellung von dünnen Filmen oder Drähten, die für Anwendungen der Supraleiter nötig sind, wird ausdrücklich ausgeschlossen. Ebenso wenig sollen Eigenschaften des gemischten Zustands wie Vortexgitter und -dynamik oder Pinning betrachtet werden.

Ein Workshop zur Entwicklung der wissenschaftlichen Vernetzung findet am 22. Juli in Dresden statt. Alle Interessenten mögen sich mit den wissenschaftlichen Koordinatoren des Schwerpunktprogramms in Verbindung setzen (Weblink siehe unten).

Anträge in englischer Sprache für die erste dreijährige Förderperiode müssen bis spätestens
15. September 2009 unter Angabe des Stichworts "SPP 1458" bei der DFG, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, z. H. Dr. Camilla Völtz, eingegangen sein. Die Anträge sind in einfacher Ausfertigung einzureichen. Alle Anlagen (Publikationen, Angebote etc.) sowie der Antrag selbst sollen auf einer CD, vorzugsweise im pdf-Format gespeichert, beigelegt werden. Die Begutachtung ist mit einem Antragskolloquium verbunden, das voraussichtlich am 30.11./1.12. in Bad Honnef stattfinden wird.

 

Weiterführende Informationen

Informationen zum Schwerpunktprogramm finden Sie unter:

Ansprechpartner:

  • Professor Dr. Bernd Büchner
    Leibniz-IFW Dresden,
    Helmholzstr 20,
    01069 Dresden,
    Tel. +49 351 4659-808,
    Fax +49 351 4659-313,
    b.buechner@ifw-dresden.de
  • Professor Dr. Dirk Johrendt
    Department Chemie und Biochemie,
    Ludwig-Maximilians-Universität München,
    Butenandtstr. 5-13 (Haus D),
    81377 München,
    Tel. +49 89 2180-77430,
    Fax +49 89 2180-77341,
    dirk.johrendt@cup.uni-muenchen.de

Ansprechpartner bei der DFG:

  • Dr. Camilla Völtz,
    Tel. +49 228 885-2769,
    Camilla.Voeltz@dfg.de

 

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