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Information für die Wissenschaft Nr. 23 | 20. Mai 2009
China-Expertengespräch in der DFG-Geschäftsstelle - Perspektiven und Strategien in der Kooperation mit China

Zu Fragen der wissenschaftlichen Kooperation mit China fand jetzt in der Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn ein Expertengespräch statt. An diesem nahmen auf Einladung von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek mehr als zwei Dutzend in der Kooperation mit China bei der DFG besonders aktive Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil. Sie sind in allen Bereichen der Wissenschaft tätig und kooperieren mit China in verschiedenen Förderinstrumenten der DFG.

Vom Förderinstrument zur Initiierung von Forschungskooperationen, das die Förderung von Einzelreisen deutscher Wissenschaftler, die Übernahme von Aufenthaltskosten chinesischer Wissenschaftler wie die Unterstützung von bilateralen Symposien umfasst, bis zu den Instrumenten der koordinierten Verfahren wie Internationalen Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereichen/Transregios bietet die DFG die Förderung von Kooperationen in allen ihren Förderinstrumenten an.

Nach einem Überblick über den Sachstand der Kooperation mit China durch die DFG-Generalsekretärin und Vertreter des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Wissenschaftsförderung, das die DFG zusammen mit ihrer Partnerorganisation National Natural Science Foundation of China (NSFC) in Beijing unterhält, stellte die DFG Vorschläge und Ideen zur Verbesserung der Voraussetzungen für Kooperationen zur Diskussion und versicherte sich in dieser Weise der Einschätzung der in der Kooperation aktiven Forscherinnen und Forscher bei der Formulierung ihrer Strategie für die zukünftige Zusammenarbeit. Die Teilnehmer nahmen von dieser von der DFG erstmalig gebotenen Möglichkeit, über ihre Einschätzung der Stärken und Schwächen in der Kooperation mit der Volksrepublik China in einem transdisziplinären Forum zu diskutieren, regen Gebrauch.

Die DFG zog auch ein Fazit ihrer nunmehr mehr als 30 Jahre währenden Kooperation mit China. Während in den 80er-Jahren der Schwerpunkt auf der Initiierung von Forschungskontakten und ersten vorsichtigen, bilateralen Symposien lag, stieg die Zahl der gemeinsamen Forschungsprojekte in den 90er-Jahren bereits stärker an. Nach der Errichtung des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Wissenschaftsförderung in Beijing, das 2000 eröffnet wurde, begannen sich auch größere Forschungsverbünde zu formieren.

In drei Impulsvorträgen wurde über best-practice-Modelle berichtet, was sich als sehr fruchtbar für die folgenden Diskussionen erwies. Die Vorträge kamen von Professor Harald Fuchs, Universität Münster, der den ersten deutsch-chinesischen Transregio "Multilevel Molecular Assemblies: Structure, Dynamics and Functions" koordiniert, Professor Reiner Doluschitz, Universität Hohenheim, dem Sprecher des ersten deutsch-chinesischen Graduiertenkollegs in den Agrarwissenschaften, und Professor Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München und Koordinatorin eines DFG-Paketantrages, die über Kooperationsmöglichkeiten mit chinesischen Förderorganisationen und Ministerien referierte. Alle Teilnehmenden berichteten aus ihrem Fachgebiet wie dem von ihnen gewählten Förderinstrument über ihre Erfahrungen mit den chinesischen Partnern.

Professor Ferdi Schüth, Vizepräsident der DFG und Moderator der Veranstaltung, zog das Fazit, dass in der Kooperation mit China trotz einiger Schwierigkeiten in den Verfahren zur Kofinanzierung von Projekten und Asymmetrien in den Verfahrensweisen der Förderorganisationen die Stärken bei weitem überwiegen. Die große Resonanz auf die Einladung zu diesem Erfahrungsaustausch zeigte, dass diese Initiative zum richtigen Zeitpunkt erfolgte. Die DFG-Geschäftsstelle wird die Ergebnisse der Tagung aufarbeiten und in ihre Strategieüberlegungen einbeziehen.

Die Veranstaltung verstand sich auch als ein Beitrag zum Deutsch-Chinesischen Jahr der Wissenschaft "Zusammen auf dem Weg des Wissens" (Qiu zhi tong dao), das Bundesbildungs- und -forschungsministerin Dr. Annette Schavan am 30. März 2009 in Berlin an der Freien Universität eröffnet hat.

Anlässlich der Tagung sei erneut auf das neue, modular aufgebaute Förderinstrument für internationale Zusammenarbeit mit China hingewiesen sowie die aktuellen Fördermechanismen kurz beschrieben:

Antragstellende, die eine wissenschaftliche Kooperation mit ausländischen Partnerinnen oder Partnern aufbauen oder stärken möchten, können für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr gefördert werden. Der Förderantrag sollte kurz und überzeugend darstellen, wie und mit welchen Maßnahmen die wissenschaftliche Kooperation aufgebaut oder gestärkt werden soll. Dabei können verschiedene Bausteine in beliebiger Zahl modular kombiniert werden. Eine Förderung ist dabei auch für einen kürzeren Zeitraum als ein Jahr und ebenso nur für einen einzigen Baustein möglich. Kombiniert werden können:

  • bis zu dreimonatige Gastaufenthalte an der deutschen oder der ausländischen Partnereinrichtung für Professorinnen und Professoren bis hin zu Promovierenden
  • gemeinsame Veranstaltungen (Workshops oder Seminare)
  • andere Maßnahmen, die mit den nachfolgend genannten Kostenarten durchgeführt werden können

Kostenarten sind:

  • Fahrt- und Flugkosten
  • Aufenthaltskosten
  • zusätzlich bei Veranstaltungen: sächliche Veranstaltungskosten einschließlich maximal 1000 EUR für Hilfskräfte

Die Förderung umfasst zusätzlich eine 20-prozentige Programmpauschale für die abrechenbaren direkten Ausgaben, da die Mittelbewirtschaftung den inländischen (Universitäts-)Verwaltungen übertragen wird.

Mit China kooperiert die DFG zudem in verschiedenen Instrumenten:

  • gemeinsame deutsch-chinesische Ausschreibungen in abgestimmten Themengebieten
  • gemeinsame Sonderforschungsbereiche als langfristig angelegte Forschungsverbünde der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten
  • gemeinsame Graduiertenkollegs zur strukturierten Doktorandenausbildung, in koordinierten, von mehreren Hochschullehrerinnen und -lehrern getragenen Forschungsprogrammen

Weiterhin ist die DFG gemeinsam mit der National Natural Science Foundation of China (NSFC) im Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) vertreten. Das CDZ ist eine gemeinsame Gründung der DFG und der NSFC. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 bemüht sich das CDZ um die Verbesserung der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit in der Forschung. Zu diesem Zweck verfügt das CDZ über eigene Förderinstrumente und Ausstattungen.

Weitere Informationen

Zum neuen Verfahren ist eine Kompaktdarstellung im Internet abrufbar unter:

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