Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

Beispielprojekte

Die DFG fördert seit 1996 Transferprojekte, zunächst nur in den Sonderforschungsbereichen. 2006 wurde die Transferförderung auf die Einzelförderung ausgeweitet und explizit für alle Wissenschaftsbereiche geöffnet. Bis heute sind insgesamt mehr als 400 Transferprojekte finanziert worden.

Wir stellen Ihnen auf dieser Seite ausgewählte Projekte aus den vier großen Wissenschaftsgebieten vor. Sie repräsentieren die vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten des Transfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft oder Gesellschaft.

Licht mit Zukunft

OLED sollen in naher Zukunft für den Massenmarkt verfügbar sein

OLED sollen in naher Zukunft für den Massenmarkt verfügbar sein

© Osram

Organische Leuchtdioden, kurz OLED, sind extrem dünne, flexible und helle Lichtquellen, die über eine größere Fläche homogen Licht abstrahlen. Damit sind völlig neuartige Anwendungsmöglichkeiten denkbar. Die technologische Entwicklung der OLED verläuft zwar ähnlich rasant wie bei den herkömmlichen LED, im Vergleich liegen die organischen Leuchtdioden jedoch noch zurück: Ein Problem ist bislang ihre geringe Lebensdauer und Effizienz.

Im Transferprojekt forscht Prof. Wolfgang Brütting daran, wie die OLED-Technik im Hinblick auf Energieeffizienz und Langlebigkeit verbessert werden kann. Dazu sollen unter anderem neue Materialien entwickelt und untersucht werden. Im Rahmen eines Vorläuferprojekts wurden an der Universität Augsburg bereits neuartige Spektroskopiemethoden aufgebaut, die Untersuchungen direkt an OLED-Strukturen im elektrischen Betrieb ermöglichen.

Gemeinsam mit der Firma Osram OLED GmbH wird nun getestet, ob diese Methoden für komplexe Beleuchtungs-OLEDs geeignet sind. Osram übernimmt dabei die praktische Umsetzung der Erkenntnisse in die Anwendung und ist zuständig für die Herstellung von „state-of-the-art“ OLEDs. Die praktische Erprobung durch den Industriepartner soll es erleichtern, zukünftige (Weiter-)Entwicklungen von vielversprechenden Materialien realistisch bewerten zu können.

Projekttitel
Einfluss photophysikalischer Prozesse auf die Effizienz und Lebensdauer von organischen Leuchtdioden

Transferprojekt in der Einzelförderung (Sachbeihilfe), gefördert seit 2013

Fachliche Zuordnung
Physik

Wissenschaftlicher Partner
Prof. Dr. Wolfgang Brütting, Universität Augsburg

Anwendungspartner
Osram OLED GmbH, Regensburg

Eine alter(n)sgerechte Arbeitswelt

Das Gesundheitssystem ist auf ältere Pflegekräfte dringend angewiesen.

Das Gesundheitssystem ist auf ältere Pflegekräfte dringend angewiesen.

© Clipdealer

In Deutschland herrscht akuter Pflegekräftemangel – und in naher Zukunft wird sich die Situation aufgrund des demografischen Wandels weiter verschärfen. Damit die Pflege sichergestellt werden kann, ist es unerlässlich, dass Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger prinzipiell bis zum Renteneintritt in ihrem Beruf arbeiten können. Wie dafür die Arbeitswelt im Krankenhaus alternsgerecht aussehen müsste, ist ein Untersuchungsgegenstand des Arbeitspsychologen Dr. Andreas Müller.

In einem Vorgängerprojekt hat er arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse aus der Alternsforschung gewonnen, die im Transferprojekt in die Praxis überführt werden sollen. Mit einem Klinikverbund als Anwendungspartner wird ein Interventions- und Schulungsprogramm entwickelt und evaluiert. Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Wie können Pflegekräfte mit den Belastungen ihres beruflichen Alltags umgehen? Und wie muss ihre Arbeit alternsgerecht gestaltet werden?
Das Projekt wird von einem gemeinsamen Lenkungskreis aus Wissenschaftlern und Vertretern des Klinikverbunds gesteuert. Die Kliniken stellen über die gesamte Dauer des Projekts Pflegekräfte für die Teilnahme an Analysen und Interventionen frei. Mithilfe des erarbeiteten Programms – so das Ziel – können Pflegeeinrichtungen zukünftig dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten gesund und leistungsfähig die Rente erreichen.

Projekttitel:
Alternsgerechte Pflegearbeit (ALPA) – Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Interventions- und Schulungsprogramms zum Erhalt der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Pflegenden über die Erwerbslebensspanne

Transferprojekt in der Einzelförderung (Sachbeihilfe), gefördert seit 2012

Fachliche Zuordnung:
Geistes- und Sozialwissenschaften

Wissenschaftlicher Partner:
PD Dr. Andreas Müller, Universitätsklinikum Düsseldorf

Anwendungspartner:
Kliniken Südostbayern AG

Neue Wirkstoffe gegen Juckreiz

Rund 17 Prozent der Erwachsenen leiden unter dauerndem Juckreiz, der schmerzende und sichtbare Läsionen auf der Haut hinterlassen kann.

Rund 17 Prozent der Erwachsenen leiden unter dauerndem Juckreiz, der schmerzende und sichtbare Läsionen auf der Haut hinterlassen kann.

© Sonja Ständer, Universitätsklinikum Münster

Eine der häufigsten Hauterkrankungen in Europa ist das Atopische Ekzem, auch bekannt als Neurodermitis. Die Betroffenen leiden unter Hautausschlag, der mit starkem, quälendem Juckreiz einhergehen kann. In akuten und schweren Fällen hilft bisher nur die Behandlung mit sogenannten Immunsuppressiva, die das gesamte Immunsystem unterdrücken. Sie führen aber teilweise zu erheblichen Nebenwirkungen. Dauerhaft können diese Medikamente daher nicht eingesetzt werden.

Einen völlig neuen Ansatz in der Behandlung des Atopischen Ekzems verfolgen Prof. Sonja Ständer und Prof. Bernhard Wünsch. Sie arbeiten mit lokal wirksamen Substanzen. Der Vorteil gegenüber der immunsuppressiven Behandlungsmethode: Das Medikament muss nicht mehr über die Blutbahn zum „Ziel“ transportiert werden. Die Behandlung ist daher wesentlich schonender und nebenwirkungsärmer.
Im Transferprojekt arbeiten Partner aus Wissenschaft und Pharmaindustrie gemeinsam an einem solchen alternativen Medikament. Zunächst erforschen und testen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Substanzen mit juckreizlindernden Eigenschaften. Der Anwendungspartner, ein Arzneimittelhersteller, bringt diese Substanzen dann in geeignete Grundlagen ein und überprüft sie auf ihre Stabilität. Ziel des Kooperationsprojekts ist die Entwicklung eines gebrauchsfertigen Produkts – zum Beispiel eine Creme, die direkt auf der Haut angewendet werden kann.

Projekttitel:
KORATIN kappa-Opioid-Rezeptor-Agonisten zur Behandlung von entzündlichen und juckenden Hauterkrankungen

Transferprojekt in der Einzelförderung (Sachbeihilfe), gefördert seit 2012

Fachliche Zuordnung:
Lebenswissenschaften

Wissenschaftliche Partner:
Prof. Dr. Sonja Ständer, Universitätsklinikum Münster, Prof. Dr. Bernhard Wünsch, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Anwendungspartner:
Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel, Bielefeld

Im Inneren der Objekte

Mithilfe eines 3-D-Mikro-Röntgenfluoreszenz-Laborgerätes lässt sich exakt bestimmen, welche Elemente in welcher Tiefe und Konzentration im Untersuchungsobjekt vorhanden sind.

Mithilfe eines 3-D-Mikro-Röntgenfluoreszenz-Laborgerätes lässt sich exakt bestimmen, welche Elemente in welcher Tiefe und Konzentration im Untersuchungsobjekt vorhanden sind.

© Bruker Nano

Die dreidimensionale Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse macht es möglich, die Elementzusammensetzung von Objekten zu bestimmen, ohne diese zu berühren oder zu beschädigen. Der Versuchsaufbau dieser Methode – eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Röntgenfluoreszenzanalyse – stammt von Prof. Birgit Kanngießer. Dabei werden zwei spezielle Röntgenoptiken eingesetzt. Deren Strahlenbündel kreuzen sich: Die eine Optik bündelt die anregende Röntgenstrahlung auf das Untersuchungsobjekt, die andere Optik sammelt die spezifische Strahlung des Objekts und führt sie dem Detektor zu. Der Detektor separiert dann die individuelle Strahlung der einzelnen Elemente. Auf diese Weise können tiefenaufgelöste Informationen über die Zusammensetzung und Verteilung der Elemente im Objekt gewonnen werden, was mit der konventionellen Röntgenspektroskopie nicht möglich ist.

Ziel des Transferprojekts war es, die spezielle 3-D-Analytik, die bislang nur im akademischen Bereich eingesetzt wurde, in ein kommerzielles Laborgerät zu überführen. Dazu wurde vom Industriepartner mit Unterstützung der TU Berlin ein Prototyp hergestellt, mit dem bereits eine Reihe von Untersuchungen erfolgreich durchgeführt wurde. Die dazugehörige quantitative Auswertung wurde von der Hochschule entwickelt.
Das Gerät ist ein wertvolles analytisches Instrument beispielsweise für die schonende Untersuchung kostbarer Kunst- und Kulturgüter.

Projekttitel:
Entwicklung eines 3-D-Mikro-Röntgenfluoreszenz-Laboranalysengerätes einschließlich nutzerfreundlicher Quantifizierung

Transferprojekt in der Einzelförderung (Sachbeihilfe), gefördert 2009–2011

Fachliche Zuordnung:
Naturwissenschaften (Chemie und Verfahrenstechnik)

Wissenschaftlicher Partner:
Prof. Dr. Birgit Kanngießer, Technische Universität Berlin

Anwendungspartner:
Bruker Nano GmbH, Berlin

Hightech für Hörschnecken

Die schneckenförmige Vorkrümmung ist bei der Aufbereitung von laserhergestellten Oberflächenstrukturen eine besondere Herausforderung.

Die schneckenförmige Vorkrümmung ist bei der Aufbereitung von laserhergestellten Oberflächenstrukturen eine besondere Herausforderung.

© Sonderforschungsbereich 599

Cochlea-Implantate sind Hörprothesen, die Tauben mit funktionierendem Hörnerv wieder das Hören ermöglichen können. Bei diesen Implantaten kommt es jedoch häufig zu einem unerwünschten Nebeneffekt: der Wucherung von Bindegewebe um den Elektrodenträger, der für die Stimulation des Hörnervs sorgt. Somit wird das Hörergebnis erheblich beeinträchtigt.
In verwandten Projekten des Sonderforschungsbereichs wurden zunächst grundlegende Methoden untersucht, um die Oberfläche von Implantaten so zu behandeln, dass das Wachstum von Bindegewebszellen reduziert und gleichzeitig der Aufbau von Nervenzellen gefördert werden können. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Nanostrukturierung.

Im Transferprojekt wird von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein laserbasiertes Fertigungsverfahren für eine geeignete Nanostrukturierung der Implantatoberfläche entwickelt. Das Verfahren wird zunächst auf 3-D-Modellelektrodenkörpern erprobt und anschließend auf humane Elektroden übertragen. Dabei ist es die Aufgabe des Anwendungspartners – einem Hersteller von Cochlea-Implantaten –, Tierversuchselektroden sowie Elektroden-Gussformen bereitzustellen. Die neue Technik soll am Ende Eingang in die industrielle Implantatfertigung finden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus diesem Projekt können wiederum in die Forschung an anderen elektronischen Implantaten zurückfließen.

Projekttitel:
Nanofunktionalisierung fertig montierter Cochlea-Implantate für optimierte Elektroden-Nerven-Interaktionen

Transferprojekt im SFB 599 „Zukunftsfähige bioresorbierbare und permanente Implantate aus metallischen und keramischen Werkstoffen“, gefördert seit 2011

Fachliche Zuordnung:
Ingenieurwissenschaften

Wissenschaftliche Partner:
Prof. Dr. Boris Chichkov, Laser Zentrum Hannover e.V., Prof. Dr. Thomas Lenarz, Dr. Gerrit Paasche, Medizinische Hochschule Hannover

Anwendungspartner:
Cochlear Deutschland GmbH, Hannover

Weitere Informationen

Im Dossier zum Thema „Erkenntnistransfer“ finden Sie ausführliche Beiträge zu einigen Transferprojekten sowie Berichte und Hintergrundinformationen.

© 2010-2017 by DFG
Ausdruck aus dem Angebot der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)