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Digitaler Wandel in den Wissenschaften

Digitale Technologien bestimmen nicht nur sämtliche gesellschaftliche Bereiche immer stärker, sondern wirken sich auch umfänglicher auf das wissenschaftliche Arbeiten und den gesamten Forschungszyklus und das Selbstverständnis von Disziplinen aus. Unter dem Begriff „digitaler Wandel“ lassen sich alle Änderungen und Auswirkungen fassen, die mit dem Umgang, der Anwendung und der dynamischen Weiterentwicklung digitaler Technologien zu tun haben.

Der Senat der DFG hat vor diesem Hintergrund eine umfassende systematische Positionierung angeregt, die ausdrücklich die Perspektive der Wissenschaften selbst in den Mittelpunkt stellt.

Hintergrund

Beim digitalen Wandel in den Wissenschaften geht es um die vielfältigen Transformationsprozesse der „analogen“ in die „digitale“ Welt („Digitalisierung“), aber auch um die neuen Möglichkeiten, die digitale Technologien überhaupt erst schaffen und auch darum, diese wissenschaftlich zu verstehen. Ein besonderes Kennzeichen dieses Wandels ist die Dynamik und Geschwindigkeit der Weiterentwicklung innerhalb der digitalen Welt. Diese Veränderungsdynamik zwingt die Wissenschaften, genauso wie andere Gesellschaftsbereiche, Rahmenbedingungen zu klären, Entwicklungen und Potenziale einzuschätzen und ggf. neue Regelungen zu treffen – unter anderem in rechtlicher, ethischer, organisatorischer, finanzieller und infrastruktureller Hinsicht, damit Forschung auch unter digitalen Vorzeichen beste Ergebnisse erzielt.

Mit dem digitalen Wandel sind auch Normbildungsprozesse auf wissenschaftspolitischer Ebene und weitere soziale Veränderungen verbunden, die sich auf die Forschung stark aus-wirken. Beispielsweise ändern sich Erwartungen an die Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen, an die Bereitschaft auch über größere Fächerdistanzen zu kooperieren oder an die Methodenkompetenzen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Zielsetzung des Projekts

Um die vom Senat angeregte Positionierung anzugehen, hat die DFG-Geschäftsstelle ein Projekt ins Leben gerufen, dass nach der Ermittlung eines Sachstandes Empfehlungen an den Senat formuliert. Diese Arbeit soll die DFG in die Lage versetzen, zu wichtigen Entwicklungen aus Sicht der Wissenschaften besser Stellung nehmen zu können und – falls angezeigt – auch Konsequenzen für das Förderhandeln zu ziehen. Die Positionierung soll auf den drei Ebenen (1) Fachliche Reflexion, (2) Förderhandeln, (3) Politikberatung stattfinden.

Aktivitäten im Projekt

(1) Fachliche Reflexion

  • Ausdifferenzierung der Fächer aus Sicht der Forschung
  • Digitale Methoden
  • Nachvollziehbarkeit und Ergebnissicherung von Forschung im digitalen Zeitalter

(2) Förderhandeln

  • Umgang mit Forschungsdaten: Erheben und Auswerten, Teilen und Nachnutzen
  • Nachhaltige Finanzierung von digitalen Werkzeugen und Informationsinfrastrukturen
  • Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Umgang mit Anträgen ohne klare Fach- oder Programmzuordnung
  • Kompetenzen für digitale Technologien und Methoden

(3) Politikberatung

  • Nationaler und europäischer Austausch zu Politikberatung und Interessenvertretung von Wissenschaftsorganisationen zu Themen des Digitalen Wandels in den Wissenschaften

Weitere Veranstaltung (Gesamtprojekt)

  • Zukunftsworkshop "next generation research“

Sachstand

Die DFG hat bereits vor dem Start des Projekts vielfältige Fördermöglichkeiten zu Themen des digitalen Wandels in den Wissenschaften im Rahmen verschiedener Programme angeboten. Dementsprechend fördert sie zahlreiche Projekte mit Bezug zum Digitalen Wandel in den Wissenschaften bereits. Zusätzlich haben die DFG und ihre Vertreterinnen und Vertreter sowie Gremienmitglieder bereits Positionen zu verschiedenen Themen mit Bezug zum Digitalen Wandel in den Wissenschaften erarbeitet.

Programme

Förderprogramm e-Research-Technologien

In diesem Förderprogramm können Anträge zum Auf- und Ausbau überregionaler, digitaler Informationsinfrastrukturen gestellt werden, die allen oder einzelnen Wissenschaftsbereichen dadurch dienen, dass die auf digitale Informationen und Daten angewiesene Forschung durch webbasierte Techniken und Verfahren unterstützt wird. Weitere Informationen finden Sie im Programm-Merkblatt:

Sachbeihilfe

Im Rahmen der Sachbeihilfe gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Förderung von Projekten mit Bezug zum Digitalen Wandel in den Wissenschaften. Die Sachbeihilfe ermöglicht allen Personen mit abgeschlossener wissenschaftlicher Ausbildung themenunabhängig die jederzeitige Durchführung eines einzelnen thematisch und zeitlich begrenzten Forschungsvorhabens. Weitere Informationen finden Sie im Programm-Merkblatt:

Exzellenzstrategie

Auch im Rahmen von Exzellenzclustern können Projekte zum Digitalen Wandel in den Wissenschaften gefördert werden. Exzellenzcluster dienen der projektförmigen Förderung international wettbewerbsfähiger Forschungsfelder in deutschen Universitäten beziehungsweise Universitätsverbünden. Weitere Informationen finden Sie im Programm-Merkblatt:

Schwerpunktprogramme

Besonderes Kennzeichen eines Schwerpunktprogramms ist die überregionale Kooperation der teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Schwerpunktprogramme können vom Senat der DFG eingerichtet werden, wenn die koordinierte Förderung für das betreffende Gebiet wissenschaftlichen Gewinn verspricht. Über die aus der Wissenschaft vorgeschlagenen Initiativen zur Einrichtung von Schwerpunktprogrammen verhandelt der Senat einmal im Jahr. Weitere Informationen finden Sie im Programm-Merkblatt:

Projekte

Schwerpunktprogramm „Das digitale Bild“ (SPP 2172)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im März 2018 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Das digitale Bild“ (SPP 2172) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt hiermit ein zur Antragstellung für die erste dreijährige Förderperiode. Den vollständigen Antragstext finden Sie unter:

Schwerpunktprogramm „Computational Literary Studies“ (SPP 2207)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im März 2018 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Computational Literary Studies“ (SPP 2207) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt hiermit ein zur Antragstellung für die erste dreijährige Förderperiode. Den vollständigen Antragstext finden Sie unter:

Schwerpunktprogramm „RATIO“

Nähere Informationen finden Sie unter:

Symposienreihe „Digitalität in den Geisteswissenschaften“

Die DFG unterstützt eine Reihe von Symposien, die sich grundlegenden Fragen des digitalen Wandels in den Geisteswissenschaften widmet.

Im Rahmen einer Ausschreibung zur „Nachhaltigkeit von Forschungssoftware“ fördert die DFG zahlreiche Projekte, die sich mit dem Aufbau und der Erprobung von Infrastrukturen beschäftigen, um Forschungssoftware für einen größeren Anwenderkreis nutzbar zu machen und nachhaltig anzubieten. Nähere Informationen zu den Projekten finden Sie hier:

Ansprechpersonen

Projektleitung in der DFG-Geschäftsstelle: