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Ausgleich des Ausfalls oder der Teilzeittätigkeit der Projektleitung/Teilprojektleitung

aus familiären Gründen wie Mutterschutz, Elternzeit, Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger

Bei familienbedingtem Ausfall der Projektleitung (die in der Regel ihre Bezüge von der wissenschaftlichen Einrichtung erhält und nicht über von der DFG finanzierte Drittmittel – außer „Emmy Noether-Programm“ und „Eigene Stelle“) bemüht sich die DFG um eine anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls entwickelte Lösung. Diese Lösung soll sowohl der möglichst kontinuierlichen Fortführung des geförderten Projektes als auch der Betreuung des im Projekt tätigen Personals und dessen wissenschaftlicher Weiterbildung wie auch den gesetzlich geschützten Interessen der Betroffenen (Inanspruchnahme von Mutterschutz und ggf. Elternzeit) gerecht werden.

Hierzu können grundsätzlich insbesondere folgende Möglichkeiten genutzt und nach einer individuellen Beratung auf Antrag entweder einzeln oder in Kombination zur Verfügung gestellt werden (je nach Maßnahme kann eine erneute Begutachtung erforderlich werden):

  • Zusatzantrag auf Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für unvorhergesehene, projektbezogene Ausgaben. Dies kann insbesondere ein Mehrbedarf an wissenschaftlichem oder studentischem Personal sein, weil die Projektleitung nicht mehr den von ihr eingeplanten Teil ihrer Arbeitskraft vollständig erbringen kann (Entlastung der Projektleitung von projektspezifischen Routinetätigkeiten, Erhalt zeitkritischer oder nicht-unterbrechungstauglicher Projekte, bei schwangerschaftsbedingten Tätigkeitsverboten in Bezug auf das Projekt).
  • Unterbrechung des Projektes (Projekt ruht für den Unterbrechungszeitraum und wird danach wieder aufgenommen),
  • kostenneutrale Laufzeitverlängerung des Projektes, beispielsweise bei Teilzeittätigkeit der Projektleitung,
  • Übertragung des Projektes auf eine andere Person mit der Option der Rückübertragung auf die ursprüngliche Projektleitung nach Rückkehr (Übertragung auf Zeit),
  • nur im Ausnahmefall bei langfristigem Ausfall der Projektleitung wegen mehrjähriger Elternzeit und Unmöglichkeit einer Unterbrechung: Übertragung des Projektes an eine andere Wissenschaftlerin oder einen anderen Wissenschaftler.

In Forschungsverbünden können allerdings Projektunterbrechung oder Laufzeitverlängerung im Einzelfall problematisch sein, weil das betroffene Projekt ja im Verbund mit anderen Projekten gestartet wurde und zeitgleich mit diesen abgeschlossen werden sollte (beispielsweise bei Sonderforschungsbereichen, Schwerpunktprogrammen, Forschergruppen, Klinischen Forschergruppen).

Nachfolgend sind einige besondere Fallkonstellationen erläutert:

Besonderheiten in den Koordinierten Verfahren mit wissenschaftlichen Einrichtungen als Antragstellenden

Im Rahmen der Sonderforschungsbereiche, der DFG-Forschungszentren, der Exzellenzcluster, der Graduiertenkollegs und der Graduiertenschulen werden die auf der Ebene der Projektleitung tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ähnlicher Weise unterstützt. Die Finanzierung erfolgt hier in der Regel aus den dem Forschungsverbund bereits von der DFG bewilligten Mitteln.

Ausfall der Projektleitung/Teilprojektleitung durch Elternzeit

Die DFG begrüßt es ausdrücklich, wenn sich auch Männer in der Projektleitung dafür entscheiden, zumindest teilweise ihre wissenschaftlichen Arbeiten zurückzustellen, um ihre Elternverantwortung intensiver wahrnehmen zu können. Gegebenenfalls können auch in dieser Phase zusätzliche Mittel durch die DFG zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gesetzlich ein Zeitraum von insgesamt bis zu drei Jahren Elternzeit zu. Die DFG kann für von ihr geförderte Forschungsprojekte eine maximale Unterbrechung über den gleichen Zeitraum gewähren. Gegebenenfalls ist in solchen Fällen allerdings vorzutragen, wie die Weiterentwicklung des bislang im Projekt beschäftigten wissenschaftlichen Nachwuchses gesichert ist.

Ausfall der Projektleitung/Teilprojektleitung während des normalen gesetzlichen Mutterschutzzeitraums

Der Zeitraum des gesetzlichen Mutterschutzes beträgt etwa drei Monate. Für diesen Zeitraum (der auch bei Krankheit von Projektleitern auftreten kann) ist davon auszugehen, dass die Betreuung der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch entsprechende Maßnahmen von der Projektleitung gesichert werden kann. Für diesen Zeitraum alleine ist im Regelfall die Bestellung einer neuen Projektleitung (= Übertragung des Projektes) nicht erforderlich. Auf Antrag kann die Laufzeit des Projektes entsprechend kostenneutral verlängert werden.

Ausfall der Projektleitung/Teilprojektleitung während der Schwangerschaft

Wenn eine Projektleiterin (hierunter sind auch Frauen zu verstehen, die im Rahmen einer Eigenen Stelle oder als Leiterin einer Nachwuchsgruppe im Emmy Noether-Programm gefördert werden) schwanger wird, kann das Problem auftreten, dass die Wissenschaftlerin bestimmte Arbeiten nicht mehr selbst durchführen kann (Beispiel: Beschäftigungsverbot für bestimmte Labortätigkeiten ab Bekanntwerden der Schwangerschaft). Wenn diese Arbeiten nicht von anderen Mitgliedern ihrer Arbeitsgruppe übernommen werden können, kann sie für die Durchführung dieser Arbeiten zusätzliche Mittel (in der Regel für studentische Hilfskräfte) beantragen. Der Antrag ist als Zusatzantrag zum laufenden Projekt zu stellen.

Teilzeittätigkeit der Projektleitung/Teilprojektleitung

Um die Projektleitung zu motivieren, möglichst bald nach der Geburt eines Kindes die Arbeit in einem laufenden Projekt wieder aufzunehmen, gibt es die Möglichkeit der Teilzeitarbeit bei entsprechender kostenneutraler Verlängerung der Laufzeit eines Projektes. Ist die Laufzeitverlängerung wegen Teilzeittätigkeit der Projektleitung keine Option, weil das Projekt zeitkritisch ist, so kann auch ein Zusatzantrag auf zusätzliches Personal zur Kompensation des teilweisen Ausfalls der Projektleitung gestellt werden. Zeitkritisch kann ein Projekt insbesondere deshalb sein, weil es im Verbund mit anderen Projekten gestartet wurde und zeitgleich mit diesen abgeschlossen werden sollte (beispielsweise bei Sonderforschungsbereichen, Schwerpunktprogrammen, Forschergruppen, Klinische Forschergruppen).

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