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Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der DFG-Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) betreibt eine familienbewusste Personalpolitik und arbeitet kontinuierlich an einer tragfähigen Balance von Erwerbstätigkeit und Familie. Dies wurde ihr 2011 im Rahmen des „audit berufundfamilie®“, einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, erneut bescheinigt. Nach Erhalt des Grundzertifikats im Jahr 2001 und zwei weiteren erfolgreichen Re-Auditierungen 2004 und 2007 erteilte die berufundfamilie gGmbH der DFG-Geschäftsstelle im Mai 2011 nach einer Überprüfung des vorhandenen Angebots und des Entwicklungspotenzials das Zertifikat zum „audit berufundfamilie®“ für weitere drei Jahre. Die DFG gehört damit zu der kleinen Zahl der Unternehmen und Institutionen in Deutschland, denen dieses Gütesiegel für ihre familienbewusste Personalpolitik bereits zum vierten Male verliehen wurde.

Zertifikatsübergabe durch Staatssekretär Josef Hecken (BMFSFJ) an Friederike Kölle (DFG) am 25.5.2011
Zertifikatsübergabe durch Staatssekretär Josef Hecken (BMFSFJ) an Friederike Kölle (DFG) am 25.5.2011

 

In der Auditierung 2011 bescheinigte berufundfamilie der DFG, seit 2001 die Bedingungen für eine erfolgreiche Vereinbarkeit von Beruf und Familie kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert zu haben: „Sie verfügt damit über eine lange Tradition erprobter Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten beim Abgleich zwischen dienstlichen Verpflichtungen und familiären Aufgaben. Mit der erneuten Re-Auditierung nach dem Konsolidierungsverfahren unterstreicht die DFG ihr großes Interesse an einer nachhaltigen Implementierung sowie weiteren Optimierung der verschiedenen bewährten Angebote zur Unterstützung der Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die familienbewusste Aufstellung in allen Bereichen verlässlich als dauerhaften Bestandteil der Personalarbeit zu verankern.

Zu den positiv hervorgehobenen Maßnahmen gehören die vielfältigen Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit, zum strukturierten Wiedereinstieg nach einer familienbedingten Auszeit sowie die alternierende Telearbeit als etablierte Arbeitsform. berufundfamilie lobte die umfangreichen Informationsmöglichkeiten zu allen Themen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die gezielte Auseinandersetzung mit der Unternehmenskultur beim Umgang mit Vereinbarkeitssituationen sowie die Unterstützungsangebote zur Lösung von Betreuungsengpässen. Auch die Unterstützung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft durch die Entwicklung forschungsorientierter Gleichstellungsstandards fand Erwähnung.

Im Vordergrund der Re-Auditierung 2011 stand die Sicherung sowie der Ausbau bereits bestehender Angebote und Maßnahmen, zu denen Telearbeit und flexible Arbeitszeiten ebenso gehören wie Informationsangebote für neue Beschäftigte und Mitarbeitende in Elternzeit. Besonders hervorzuheben ist das vorhandene Kinderbetreuungsangebot. Bereits Ende 2002 hat die DFG-Geschäftsstelle ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet, das Beschäftigten mit Kindern die Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen erleichtern soll. Die Erfahrungen zeigen, dass das Zimmer, in dem ein vollständiger Arbeitsplatz mit PC, eine Spielecke mit Spielzeugsammlung, eine Ruhezone und Wickelmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sehr gut angenommen wird. Seit Einrichtung des Eltern-Kind-Zimmers hat sich die Zahl der von den Beschäftigten in Anspruch genommenen Arbeitsbefreiungen nach § 45 SGB V (Anspruch auf Krankengeld und unbezahlte Freistellung bei Erkrankung des Kindes) verringert.

Seit August 2003 verfügt die Geschäftsstelle außerdem über 15 Plätze in der Kindertagesstätte „Buntes Rabenhäuschen" des Johanniter-Krankenhauses in Bonn. Es handelt sich um eine kleine altersgemischte Gruppe, die aus sieben Plätzen für Kinder zwischen vier Monaten und drei Jahren sowie acht Plätzen für Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Schulpflichtigkeit besteht. Die Beiträge richten sich nach den Jahreseinkommen der Eltern. Die Belegung der freien Plätze erfolgt einmal im Jahr durch eine Kommission zur Besetzung der Kindergartenplätze. Die Plätze sind so begehrt, dass in den vergangenen Jahren die Neu-Vergabe frei werdender Plätze immer umgehend erfolgen konnte. Angesichts der das Angebot übersteigenden Nachfrage steht die DFG nach wie vor in Verhandlungen mit der Stadt Bonn mit dem Ziel, das Kinderbetreuungsplatzangebot auszubauen.

Die Beschäftigten der DFG haben die Möglichkeit, ihre Arbeitsleistung in Teilzeit zu erbringen. 2011 lag die Teilzeitquote bei 24 Prozent. Die DFG ist bestrebt, den individuellen Wünschen nach Teilzeitarbeit sowohl hinsichtlich der Arbeitszeit als auch hinsichtlich ihrer Verteilung auf die Wochenarbeitszeit nachzukommen. So können die 19,5 Stunden der regulären Halbtagsarbeit entweder an fünf Tagen der Woche abgearbeitet werden oder aber im Rahmen einer Zwei-Tage-Woche, einer Zweieinhalb-Tage-Woche, einer abwechselnd Zwei- oder Drei-Tage-Woche oder auch einer Vier-Tage-Woche. Auch Verträge mit einer niedrigeren oder höheren Wochenarbeitszeit sind möglich. Für alle Beschäftigten der Geschäftsstelle gelten flexible Arbeitszeiten: soweit dienstliche Belange es erlauben und die Arbeitsfähigkeit der Organisationseinheit gewährleistet ist, können Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit innerhalb der Rahmenarbeitszeit (zwischen 6.30 Uhr im Sommer bzw. 7.00 Uhr im Winter und 21 Uhr) selbst bestimmt werden. Damit haben die Beschäftigten die Möglichkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie höchst flexibel zu gestalten.

Der Ausbau der Telearbeitsplätze stand zuletzt im Fokus der Personalarbeit. Neben der alternierenden Telearbeit besteht die Möglichkeit der sogenannten anlassbezogenen Telearbeit. Diese kann gewährt werden, wenn kurzfristig und nicht absehbar eine Situation eintritt, welche die Anwesenheit der bzw. des Beschäftigten zu Hause für einen begrenzten Zeitraum zwingend erforderlich macht und die Alternative einer völligen Freistellung (Urlaub, Gleittage) für diesen Zeitraum aufgrund von dringend zu erfüllenden fachlichen Aufgaben nicht in Betracht kommt. Sie kann auch dann gewährt werden, wenn dringliche fachliche Aufgaben zu erfüllen sind, die ein hohes Maß an Konzentration und konzeptioneller Vorbereitung erfordern.

Für die Zukunft sind weitere Schritte hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter sowie Vereinbarkeit von Beruf und Pflege vorgesehen. Die Themen Coaching, Gesundheitsmanagement und Weiterbildung stehen ebenfalls auf der Agenda. Die guten Angebote, beispielsweise zum strukturierten Umgang mit Vereinbarkeitssituationen, sollen ausgebaut, verbessert und weiter etabliert werden.

Die Statistik belegt, dass die DFG in der eigenen Geschäftsstelle erfolgreich die Gleichstellung von Frauen und Männern vorantreibt. Im höheren Dienst arbeiteten 2011 beispielsweise 51,1 Prozent Frauen. Insgesamt lag der Anteil der weiblichen Beschäftigten in der Geschäftsstelle bei 63 Prozent.

Zusatzinformationen

Auditierung 2011

Die DFG erhielt im Mai 2011 zum vierten Mal das „audit berufundfamilie®“.

© 2010-12 DFG Aktualisierungsdatum: 03.06.2011Sitemap  |  Impressum  |  Kontakt  |  RSS Feeds

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