Zum Förderprogramm
Ein Sonderforschungsbereich ist eine langfristige, auf die Dauer von bis zu 12 Jahren angelegte Forschungseinrichtung einer Hochschule, in der Wissenschaftler im Rahmen fächerübergreifender Forschungsprogramme zusammenarbeiten.
Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung umfassender Forschungsvorhaben durch Konzentration der vorhandenen Kräfte einer Hochschule, SFB/Transregio sind demgegenüber durch mehrere, in der Regel zwei bis drei Standorte gekennzeichnet.
SFB wie SFB/Transregio sind durch einen modularen Aufbau gekennzeichnet. Sie gliedern sich in der Regel in eine Reihe von Teilprojekten. In den meisten SFB bzw. SFB/Transregio werden thematisch besonders eng zusammenhängende Teilprojekte wiederum in zwei bis drei Projektbereichen zusammengeführt.
Im Rahmen eines „klassischen“ wissenschaftlichen Teilprojekts wird unter der Leitung einer oder mehrerer Personen ein bestimmtes, für den SFB relevantes wissenschaftliches Thema bearbeitet. Auf der Grundlage der vorhandenen Grundausstattung finanziert die DFG projektspezifisches Personal, Sachausgaben und Investitionen.
Service-Teilprojekte dienen zur Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit in vielen anderen Vorhaben des SFB. Sie verfolgen weniger stark eine eigenständige wissenschaftliche Fragestellung, sondern stellen zentrale Methoden oder Verfahren zur Verfügung.
Ein Service-Teilprojekt Informationsinfrastruktur dient der Aufbereitung und Sicherung großer Datenbestände eines SFB. Um die Nachhaltigkeit von Datenbeständen zu sichern, sollte an diesem Service-Vorhaben neben Beteiligten aus dem SFB auch das Rechenzentrum der Hochschule, die Universitätsbibliothek oder ein anderer geeigneter Partner beteiligt werden.
Die in einem SFB tätigen Doktorandinnen und Doktoranden sollen in eine strukturierte Promovierendenausbildung eingebunden sein. Sofern am Ort des SFB noch keine geeigneten und fachlich passenden Programme (Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen oder sonstige einschlägige Maßnahme der Hochschule) vorhanden sind, wird erwartet, dass ein Integriertes Graduiertenkolleg diese Aufgabe übernimmt. Für diesen Zweck können im SFB eigens Mittel beantragt werden.
Im Rahmen eines Teilprojekts Öffentlichkeitsarbeit können Maßnahmen vorgesehen werden, mit denen die Ergebnisse des Sonderforschungsbereichs Zielgruppen außerhalb der Wissenschaft nahegebracht werden. Die Maßnahmen müssen von den Beteiligten des Sonderforschungsbereichs initiiert sein und sich klar auf die Arbeiten im Verbund beziehen.
Im Rahmen eines Transferprojekts in einem SFB können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem SFB mit einem Kooperationspartner (etwa aus der Industrie) zusammenarbeiten und so Resultate der Grundlagenforschung in eine Anwendung überführen bzw. unter Praxisbedingungen prüfen.
Tagungen und Kongresse eines SFB, kürzere und längere Aufenthalte von ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder auch eine Gastprofessur des SFB, Forschungssemester zur Freistellung von Projektleitern von der Lehre und viele andere zentral organisierte Aufgaben lassen einen SFB in der internationalen Forschungslandschaft sichtbar werden. Mittel für solche Zwecke werden in einem zentralen Verwaltungsprojekt beantragt.
Die Mittel zur Förderung der Sonderforschungsbereiche erhält die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu 58 Prozent vom Bund (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie) und zu 42 Prozent von allen Ländern gemeinsam. Die antragstellende Hochschule und die beteiligten Forschungseinrichtungen stellen außerdem für den einzelnen SFB eine personelle und materielle Grundausstattung zur Verfügung. Zur Höhe der SFB-Mittel siehe Zahlen & Fakten, zu den DFG-Mitteln überhaupt siehe Finanzierung, Mittelverwendung.
Im DFG-Jahresbericht (Kapitel "Programme und Projekte") werden alle laufenden Sonderforschungsbereiche vorgestellt. Sie erhalten dort Informationen über den Sprecher, die Mitglieder, Förderungssummen, Forschungsprogramm und Teilprojekttitel. Im Verzeichnis aller derzeit geförderten Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregio finden Sie Hinweise (links) zu den Internetseiten einzelner Sonderforschungsbereiche.
Die im Internet veröffentlichten Listen verzeichnen alle derzeit geförderten Sonderforschungsbereiche. Wenn Sie einen bestimmten Sonderforschungsbereich nicht finden, ist dessen Förderung bereits ausgelaufen. Möglich ist auch, dass es sich bei dem gesuchten Projekt um ein Schwerpunktprogramm (SPP) oder eine Forschergruppe (FOR) handelt (siehe die Verzeichnisse von SPP und FOR).