Weitere Informationen für Doktorandinnen und Doktoranden
Ihr Promotionsthema sollte in einem Gebiet liegen, das Sie interessiert und für das Sie qualifiziert sind. Besprechen Sie Themenideen mit erfahreneren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, um Machbarkeit und Qualität sicherzustellen. Sie sollten sich v.a. mit Ihrer Betreuerin oder Ihrem Betreuer absprechen, damit eine gute Betreuung sichergestellt werden kann. Auch bei sorgfältiger Vorbereitung ändern und konkretisieren sich Promotionsthemen häufig noch während der Promotion, damit sie an Forschungsumfeld und –interessen angepasst werden können.
Möchten Sie innerhalb einer bereits existierenden Graduiertenschule oder eines Graduiertenkollegs promovieren, muss das Thema zum vorgegebenen wissenschaftlichen Rahmen passen. Bei Interesse wenden Sie sich direkt an die entsprechende Leitung vor Ort. Das Datenbanksystem GEPRIS informiert über alle DFG-geförderten Graduiertenkollegs/-schulen und Projekte. Hier können Sie spezifisch nach Fachgebieten, einzelnen Wissenschaftler/inne/n, Universitäten oder Programmtypen suchen: www.dfg.de/gepris
Ausschreibungen von Stipendien/Stellen in DFG-geförderten Graduiertenkollegs/-schulen und Projekten unter:
Die Wahl der Betreuerin oder des Betreuers orientiert sich zunächst am eigenen Interessengebiet, in dem Sie promovieren möchten. Darüber hinaus müssen Sie sich Gedanken machen, wie viel Zeit Ihre Betreuerin oder Ihr Betreuer für die Zusammenarbeit mit Ihnen haben wird und wie erfahren sie/er ist in der Betreuung von Promovierenden. Es lohnt sich, solche Dinge bereits in einem Vorgespräch anzusprechen und auch mit Promovierenden, die bereits in einem Betreuungsverhältnis zu Ihrer Zielperson stehen, zu sprechen. Es ist meist hilfreich und häufig Standard, eine/n Zweitbetreuer/in in die Arbeit einzubinden.
Wenn Sie innerhalb eines strukturierten Programms promovieren, wie etwa in einem/r Graduiertenkolleg/-schule, dann besteht ein bereits ausgearbeitetes Betreuungskonzept, das die Rahmenbedingungen der Betreuung regelt (z.B. wie viele und welche Personen in Ihrem Betreuungsteam vorgesehen sind).
Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich die Qualität der Betreuung schwer vorhersagen lässt. Das Betreuungsverhältnis ist, wie alle zwischenmenschlichen Beziehungen, stark von der Dynamik und dem Verständnis zwischen den beiden involvierten Personen abhängig. Meist kommt auch Ihnen dabei eine gewisse Gestaltungsverantwortung zu. Rechte und Verantwortlichkeiten beider Seiten können in einer Betreuungsvereinbarung niedergelegt werden.
Wenn Sie als Stipendiatin und Stipendiat eines Graduiertenkollegs für einige Zeit (> 2 Monate?) ins Ausland gehen, erhalten Sie zu Ihrem Stipendium einen Auslandszuschlag. Die Höhe unterscheidet sich je nach Zielland.
Konzepte zur Unterstützung von Chancengleichheit sind eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Bewilligung von DFG-finanzierten Graduiertenkollegs/-schulen und Projekten. So können z.B. Graduiertenkollegs Gelder beantragen, um Doktorandinnen gezielt zu fördern. Außerdem wird erwartet, dass Frauen auf allen Ebenen des Kollegs angemessen vertreten sind. Darüber hinaus werden Promovierende mit Familie zusätzlich unterstützt.
Konzepte zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie sind Voraussetzung für die erfolgreiche Antragstellung von DFG-finanzierten Graduiertenkollegs/-schulen und Projekten. Beispielsweise bekommen Stipendiatinnen und Stipendiaten in Graduiertenkollegs mit einem Kind eine Kinderzulage von 400 EUR/Monat. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Kinderzulage um 100 EUR/Monat. Darüber hinaus kann der maximale DFG-Förderzeitraum um bis zu 12 Monate verlängert werden, wenn Sie mit ihren Kindern im Alter bis zu 12 Jahren in einem Haushalt leben. Nehmen Sie diese Verlängerung nicht oder nur teilweise in Anspruch, so können Sie zusätzliche Mittel für Kinderbetreuung erhalten. Finanzieren Sie Ihre Promotion durch eine Stelle, gelten für Sie die üblichen gesetzlichen Regelungen und Leistungen. Außerdem wird von der Universität erwartet, dass geeignete Kinderbetreuungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Genauere Informationen kann Ihnen auch die/der Gleichstellungsbeauftragte der Universität geben.
Während der Zeit der Promotion erfordert die Forschungsarbeit scheinbar alle Aufmerksamkeit und der Blick über die Abgabe der Dissertation hinaus erscheint kaum möglich. Es lohnt sich jedoch, wenn Sie sich schon frühzeitig Gedanken machen, was Sie ‚danach‘ machen möchten. Eine Planung für den nächsten Karriereschritt kann den Übergang deutlich erleichtern. Sprechen Sie mit Ihren Betreuerinnen und Betreuern und mit anderen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Personen in Ihrem Umfeld. Nutzen Sie das Beratungsangebot Ihrer Universität. Dies ermöglicht es Ihnen, z.B. schon während der Promotion gezielt Kontakte zu knüpfen, Netzwerke zu bilden und Optionen abzuwägen, auf die Sie dann später zurückgreifen können.
Falls Sie in der Forschung bleiben möchten, ist wichtig zu wissen: Mit dem erfolgreichen Abschluss Ihrer Promotion sind Sie antragsberechtigt bei der DFG und können Ihre eigenen Projekte beantragen. Um eine frühe Selbstständigkeit der Absolventinnen und Absolventen zu fördern, bieten manche DFG-finanzierte Graduiertenkollegs/-schulen, aber auch viele andere DFG-Verbundprojekte, eine sogenannte ‚Anschubförderung‘. Sie ermöglicht es, aus dem Kolleg oder Projekt hervorgegangene, ausgewählte Nachwuchswissenschaftler/innen unmittelbar im Anschluss an die Promotion finanziell zu unterstützen, damit sie mit Blick auf anschließende eigenständige Projektanträge eigene Forschungsthemen erarbeiten können. Wenn Sie an einer entsprechenden Regelung Interesse haben, sollten Sie sich mit den entsprechend Zuständigen in Verbindung setzen, um solche Möglichkeiten zu besprechen. Auch bieten einige Universitäten selbst inzwischen eine solche Anschubförderung für den besonders qualifizierten Nachwuchs an.
Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der DFG und der Studienstiftung des Deutschen Volkes haben Sie als Doktorandin und Doktorand aus einem Graduiertenkolleg die Möglichkeit, an den Doktorandenforen der Studienstiftung in ihrem Fachgebiet teilzunehmen. Es gibt die Doktorandenforen in den folgenden Gebieten: Literatur; Geschichte; Gesellschaft; Natur und Wissenschaft.
Promovierende aus Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereichen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften können ihre „eigenen“ Forschungsstipendiatinnen und Forschungsstipendiaten aus Nordamerika einladen und betreuen.
Durch die Vernetzung thematisch verwandter Kollegs im Rahmen von Workshops, die von Promovierenden selbst organisiert werden, sollen der fachliche Austausch und die Eigenständigkeit der Geförderten angeregt und unterstützt werden. Wenn die Teilnehmenden ihre Ideen und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Graduiertenkollegs diskutieren, trägt das dazu bei, besonders vorteilhafte Förderstrukturen innerhalb eines Fachgebiets zu identifizieren und somit allgemein die Qualität in der strukturierten Promotionsförderung zu erhöhen. Schließlich schafft der Erfahrungsaustausch GK-übergreifende Verbünde und trägt so zur meist dauerhaften persönlichen Vernetzung der Geförderten bei. Die Doktorandinnen und Doktoranden der GRK selbst ergreifen die Initiative für diese 2- bis 3-tägigen Vernetzungstreffen und stellen bei der DFG einen entsprechenden Antrag. Interessiert?