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„Research in Germany" auf dem 7. Europäischen Mathematikkongress in Berlin (7ECM)

Haupteingang Technische Universität Berlin
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(29.07.16) Der 7. Europäische Kongress der Mathematik (7ECM) hat vom 18. bis 22. Juli 2016 an der Technischen Universität (TU) Berlin etwa 1400 Mathematikerinnen und Mathematiker aus dem In- und Ausland zusammengebracht. Den alle vier Jahre stattfindenden ECM richteten 2016 die Deutsche Mathematiker Vereinigung (DMV), die internationale Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM), das Einstein Center for Mathematics Berlin (ECMath) das DFG-geförderte Forschungszentrum Matheon und die ebenfalls DFG-geförderte Berlin Mathematical School (BMS) aus.

Breites Themenspektrum lockt rund 1400 Menschen nach Berlin

Das Themenspektrum von 7ECM umfasste alle Bereiche der theoretischen und angewandten Mathematik und bot damit eine hervorragende Plattform, um Forschungs- und Karrieremöglichkeiten in Deutschland zu präsentieren und kennen zu lernen. Zu den Gästen zählten auch einige deutsche Plenary Speakers und Preisträger, wie die beiden Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger Professor Dr. Peter Scholze (Universität Bonn) und Professor Dr. Barbara Wohlmuth (Technische Universität München). Beide erhielten auf dem Kongress Preise der European Mathematical Society (EMS).

Ausstellung und Stand im Lichthof

Im lichtdurchfluteten und weiträumigen Lichthof der TU Berlin, der einem antiken Atrium ähnelt, bot 7ECM eine Ausstellung, bei der sich in erster Linie internationale Verlage und Fachgesellschaften präsentierten. Dort informierten am einzigen Gemeinschaftsstand Vertreterinnen und Vertreter der Alexander von Humboldt Stiftung (AvH), des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) und der DFG über Fördermöglichkeiten in Deutschland.

Dort standen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Hausdorff Centers for Mathematics (HCM) und seiner Graduiertenschule (BIGS), des Transregios „Mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung am Beispiel von Gasnetzwerken“, des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach (MFO), des Fraunhofer Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) und der Berlin Mathematical School (BMS) für Fragen zur Verfügung. Der Stand gab einen authentischen und konkreten Eindruck, welche Forschungs- und Anschlussmöglichkeiten für internationale Mathematikerinnen und Mathematiker unterschiedlicher Karrierestufen an deutschen Forschungseinrichtungen bestehen, sowohl grundlagenorientiert als auch angewandt. Insbesondere viele Interessierte aus dem Ausland nutzten das umfangreiche Beratungsangebot, um sich über mögliche Karriereoptionen und auch laufende Stellenausschreibungen in Deutschland zu informieren.

Insgesamt waren alle Standbeteiligten mit dem Auftritt von „Research in Germany“ bei 7ECM in Berlin sehr zufrieden – eine gute Grundlage für mögliche weitere gemeinsame Aktivitäten beispielsweise beim Internationalen Mathematikkongress 2018 in Rio de Janeiro.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die „Kaleidozyklen“, die Professor Dr. Dr. Jürgen Richter-Gebert (Technische Universität München) entworfen hat. Diese Objekte konnten Besucherinnen und Besucher direkt am Gemeinschaftsstand oder andernorts selber basteln und sie weckten großes Interesse bei Kongressgästen aller Altersstufen.

Funding Agencies Panel

Zum offiziellen Programm der Konferenz gehörte auch ein zweistündiges “Funding Agencies Panel“ am 20. Juli 2016. Mit Virginie Bonnaillie-Noël, (CNRS, Paris, Frankreich), Philippa Hemmings, (EPSRC, Swindon, Großbritannien), Hannah Markwig (Universität Tübingen, Deutschland), Stefan Mühlbachler (FWF, Wien, Österreich), Ivan Netuka (GACR, Prag, Tschechien) und Enrique Zuazua (Universidad Autónoma de Madrid, Spanien) saßen auf dem von Günter M. Ziegler (Freie Universität Berlin) moderierten Panel Expertinnen und Experten für Förderfragen in der Mathematik ebenso wie Vertreter der „Mathematik-Community“. Das Panel haben Frank Kiefer und Carsten Balleier (DFG) zusammen mit Petra De Bont und Christiane Klöditz von der niederländischen NWO initiiert und organisiert.

Zu den drei Themenkomplexen “International Cooperation“, “Support and Advancement of Early Careers” und “Interdisciplinary Research & Mathematics” gab es jeweils zwei Impulsvorträge und danach eine rege Diskussion zwischen Podium und Gästen – darunter unter anderem der amtierende Präsident der American Mathematical Society Robert L. Bryant, Volker Bach, Präsident der DMV, sowie der Präsident des European Research Councils Jean-Pierre Bourguignon. In der Podiumsdiskussion kamen die Ziele und Besonderheiten der verschiedenen nationalen Fördersysteme zur Sprache – insbesondere die unterschiedliche Größe der Länder sowie ihre diversen wirtschaftlichen, politischen und strukturellen Unterschiede waren Thema. „Manche Nationen legen ihren Fokus auf bestimmte Fächer oder internationale Kooperationen nur mit ausgewählten Ländern. Die Prioritäten sind national. Das ist ein Problem“, brachte Enrique Zuazua es auf den Punkt. Betont wurde die Wichtigkeit von Fördermöglichkeiten für die Bildung europäischer und internationaler Netzwerke, die für die Zusammenarbeit und den Austausch in der Mathematik essenziell sind. Alle waren sich einig, dass junge Menschen „Europa“ kennen lernen müssen, und dass dazu die Wissenschaft eine wichtige Rolle spielt. Für noch nicht so erfahrene Mathematikerinnen und Mathematiker gab das Panel den Tipp: „Holt Euch Informationen von erfahrenen Personen, glaubt an Euer Thema und nehmt Euch Zeit!“

Mit der „Interdisziplinarität“ widmete sich das Panel zum Schluss einem von allen Anwesenden als notorisch schwieirg angesehehen Thema. Zwar sei das kein Mathematik-spezifisches Problem, aber Wissenschaft über Fächergrenzen hinweg könne sowohl beim Antrag als auch bei der Arbeit risikoreich sein und erfordere oft Extra-Anstrengungen. Gerade für junge Wissenschaftler sei genuin interdisziplinäre Forschung mit Chancen aber auch Karriererisiken verbunden. Die Förderung geeigneter Trainingsprogramme für die interdisziplinäre Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern sei immens wichtig. „Mathematik wird von anderen Disziplinen oft leider immer noch als Service-Dienstleister denn als wissenschaftlicher Partner gesehen“, fasste es Cheforganisator des 7ECM-Programms Professor Volker Mehrmann (TU Berlin) zusammen. Am Ende der Veranstaltung hatten alle Anwesenden viel gelernt und sich auch zu Themen der Förderung der Mathematik intensiv ausgetauscht.