Analytische Chemie
Arbeitsgruppe "Analysen in biologischem Material"
Die Arbeitsgruppe "Analysen in biologischem Material" befasst sich mit der analytischen Bestimmung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe, ihrer Metaboliten oder charakteristischer Parameter des Intermediärstoffwechsels, z.B. Enzymen, in biologischem Material. Die Quantifizierung dieser Substanzen ist die Basis des in der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin als "Biological Monitoring" bezeichneten Überwachungsverfahrens. Es ermöglicht dem praktisch tätigen Arzt, die aufgenommene Schadstoffdosis und das daraus resultierende gesundheitliche Risiko der Einzelperson abzuschätzen. Die Notwendigkeit der Individualprävention findet seinen Niederschlag unter anderem in den betreffenden Verordnungen des Gesetzgebers und den Grundsätzen der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Mithilfe der in der Arbeitsgruppe erarbeiteten Methoden kann so die Einhaltung der von der Arbeitsgruppe zur Aufstellung von Grenzwerten (BAT-Werten) in biologischem Material festgelegten Grenzwerte überwacht werden. Die Besonderheit dieser Verfahren besteht darin, dass sie hinsichtlich ihrer analytischen Zuverlässigkeit und ihrer Nachvollziehbarkeit geprüft sind. Große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang auch der statistischen Qualitätssicherung zu.
Diese Methoden werden von der Arbeitsgruppe in Form der Ringbuchsammlung
in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Seit ihrem ersten Erscheinen im Jahre 1976 wurde diese Ringbuchsammlung bisher kontinuierlich erweitert, so dass mittlerweile 175 analytisch zuverlässige und geprüfte Methoden vorliegen. Darüber hinaus werden diese Methoden bereits seit 1985 auch in englischer Sprache als
herausgegeben.
AnsprechpartnerLeiter der Arbeitsgruppe:
Privatdozent Dr. Thomas Göen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Schillerstraße 25 und 29
91054 Erlangen
Deutschland
Arbeitsgruppe "Luftanalysen"
Die regelmäßige analytische Kontrolle der Konzentration der Schadstoffe in der Luft am Arbeitsplatz ist direkt mit der Einhaltung der MAK-Werte verbunden. Sie dient dem Schutz der Gesundheit von Personen, die an ihren Arbeitsplätzen gesundheitsschädlichen Arbeitsstoffen ausgesetzt sind. Dafür werden analytische Methoden benötigt, die bezüglich ihrer Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit geprüft sind. Aus diesem Grund wurde 1969 die Arbeitsgruppe "Analytische Chemie" gegründet, die sich derzeit aus den Arbeitsgruppen "Luftanalysen" und "Analysen in biologischem Material" zusammensetzt. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe "Luftanalysen" besteht darin, Methoden zur Bestimmung gesundheitsschädlicher Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz auszuarbeiten, in der Praxis zu erproben und zu veröffentlichen. Die Arbeitsgruppe publiziert diese Verfahren seit 1976 in der Methodensammlung "Luftanalysen". Von besonderer Bedeutung ist die Herausgabe seit 1991 auch in englischer Übersetzung: "Analyses of Hazardous Substances in Air", "The MAK Collection for Occupational Health and Safety. Part III: Air Monitoring Methods".
Um einen Vergleich der Qualität der einzelnen Methoden zu ermöglichen, wurden von Anfang an neben der Bearbeitung von Methoden eine einheitliche Nomenklatur erarbeitet und statistische Kriterien festgelegt, die eine vergleichende Beurteilung jeder Einzelmethode erlauben. Die Verfahren sind als so genannte "standard operating procedures" konzipiert, die die Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Labor zu Labor und mit den aktuellen Grenzwerten gewährleisten sollen.
In seinem Tätigkeitsbereich bemüht sich die Arbeitsgruppe um die Durchführung der statistischen Qualitätssicherung. Bei der Erarbeitung bzw. Auswahl der Luftanalysen-Methoden wird der Richtigkeit und der Zuverlässigkeit der damit erzielbaren Ergebnisse Vorrang vor allen anderen Erwägungen eingeräumt. Diese Methoden bilden den aktuellen Stand der Technik ab und werden deswegen immer wieder den neuesten Erkenntnissen angepasst.
Zur Auswahl von geeigneten analytischen Methoden orientiert sich die Arbeitsgruppe an der entsprechenden Fachliteratur und am Sachverstand der Mitglieder und Gäste. Sind geeignete Analysenverfahren nicht verfügbar, so werden sie von der Arbeitsgruppe erarbeitet. Der Arbeitsgruppenleiter ernennt einen Autor, dessen Aufgabe in der Erarbeitung und Formulierung eines Methodenvorschlags besteht. Vor ihrer Publikation werden alle Methoden von einem weiteren Mitarbeiter der Arbeitsgruppe nachgeprüft. Der Prüfer wird ebenfalls vom Leiter der Arbeitsgruppe bestimmt. Grundsätzlich umfasst die Prüfung das vollständige Analysenverfahren. Nachgeprüfte Methoden werden vom Arbeitsgruppenleiter zur abschließenden Beratung vorgelegt. Nach Anhörung von Autor und Prüfer über ihre Erfahrungen mit der Methode kann sie von der Arbeitsgruppe verabschiedet werden.
Wichtig sind auch Erfahrungen, die in der Praxis im Rahmen von Arbeitsplatzmessungen gesammelt werden. Die Arbeitsgruppe begrüßt daher Anregungen und Kritik, er steht auch zur Mitarbeit von Fachkollegen offen, die ihre erprobten Verfahren in die Ringbuchsammlung einbringen wollen.
Die Arbeitsgruppe besteht zurzeit aus 26 Mitgliedern, Gästen und Ad-hoc-Sachverständigen, die als Wissenschaftler mit einschlägiger Erfahrung in diesem Bereich berufen sind. Ihre Verantwortlichkeit besteht in der Offenlegung der Unterlagen und Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeiten für die Arbeitsgruppe.
AnsprechpartnerLeiter der Arbeitsgruppe:
Prof. Dr. Dr. Harun Parlar
Lehrstuhl für Chem.-Techn. Analyse und Chem. Lebensmitteltechnologie
Weihenstephaner Steig 23
85350 Freising-Weihenstephan
E-Mail: parlar@wzw.tum.de