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Plenarsitzung der MAK-Kommission

National und international anerkanntes Gremium verabschiedet 59 Stoffbewertungen und diskutiert die Rahmenbedingungen seiner wissenschaftlich-gesellschaftlichen Aufgaben

Am 23. März 2017 haben sich die Mitglieder der Ständigen Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission) in Berlin zur jährlichen Plenarsitzung getroffen. Neben der kontinuierlichen Arbeit an Stoffbewertungen standen bei der Sitzung die Rahmenbedingungen der Arbeit der Kommission auf der Tagesordnung. „Wir blicken auf ein arbeitsreiches Jahr zurück“, sagte die Vorsitzende der Kommission, Professor Dr. Andrea Hartwig, und bedankte sich bei allen Mitgliedern der Senatskommission, den Ständigen Gästen und Gästen für das bemerkenswert hohe Engagement.

Im vergangenen Jahr hat die MAK-Kommission insgesamt 59 Stoffbewertungen erarbeitet, 53 MAK- und BAT-Werte abgeleitet und begründet sowie 36 Analysemethoden veröffentlicht. Diese Arbeit findet direkten Niederschlag in der Gesetzgebung zum Schutz am Arbeitsplatz: Der Ausschuss für Gefahrstoffe des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat den größten Teil der Werte unverändert übernommen und in die Gefahrstoffverordnung integriert. Dieser Umstand illustriert, wie erfolgreich Wissenschaft die Politik beraten kann. Ein weiterer Beleg der verlässlichen Arbeit der MAK-Kommission und ihrer Arbeitsgruppen ist der geringe Rücklauf an Kommentaren zu Einstufungsvorschlägen und Begründungen während der sechsmonatigen Frist. „Ohne die Begleitung der Kommissionsarbeit durch das engagierte wissenschaftliche Sekretariat, wären diese hohe Qualität als auch der insgesamt beachtliche Arbeitsumfang der Kommission nicht leistbar“, bemerkte Hartwig.

Großes Interesse an den Ergebnissen

Dass das Interesse an den Ergebnissen dieser Arbeit hoch ist, zeigen unter anderem die Zugriffszahlen auf die im Open Access zur Verfügung stehenden Ergebnisdokumente. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese um wiederum 33 Prozent auf insgesamt 237.000 Volltextzugriffe gestiegen. Neben Interessierten in Deutschland greifen auch Nutzende in den USA, in Frankreich, in Japan und zahlreichen weiteren Ländern auf die Daten zurück. Um weiteren Zielgruppen den Zugang zu ermöglichen und insbesondere den spanischen Sprachraum zu erreichen, wird die MAK-und BAT-Werte-Liste in Kürze neben einer Ausgabe in deutscher und englischer Sprache auch in Spanisch veröffentlicht werden.

Eine weitere Neuerung seit 2015 ist die Publikation der Begründungen und Methodenbeschreibungen im Zeitschriftenformat; angestrebt wird die Aufnahme der Dokumente in die wissenschaftliche Datenbank „Pubmed“, so dass die Zitierung der Arbeiten in Forschungskontexten vereinfacht wird.

Strukturelle und methodische Herausforderungen

Das Plenum befasste sich neben diesen Aspekten auch mit übergeordneten Fragestellungen. Ein Thema war die Novellierung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 und der damit verbundene zunehmende Ersatz von Tierversuchen durch in-vitro-Methoden. Dieser hat dazu geführt, dass beispielsweise zu Wirkaspekten in der Haut nur noch eingeschränkt Aussagen getroffen werden können. Ein weiteres Thema von großer Relevanz betrifft die Beurteilung von frühen, sehr empfindlichen Indikatoren für Entzündungsprozesse für die Grenzwertsetzung am Arbeitsplatz. Diesen beiden Herausforderungen wird sich die Kommission in Zusammenarbeit mit anderen betroffenen DFG-Kommissionen im laufenden Jahr widmen und Lösungsansätze erarbeiten.

Ein weiteres Thema waren grundlegend neue methodische Ansätze, die für die Beurteilung der Gesundheitsgefährdung von Stoffen für den Menschen aktuell immer relevanter werden. Das zeigte auch der Beitrag von Professor Dr.-med. Simone Schmitz-Spanke vom arbeitsmedizinischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg, der einen Überblick über Toxicogenomics-Ansätze und deren Anwendungsfelder gab.

Toxikologie und Arbeitsmedizin in Gefahr

Als eine der größten strukturellen Herausforderungen sahen die Mitglieder der DFG-Senatskommission nach wie vor den bereits seit Jahren herrschenden Rückbau der toxikologischen und arbeitsmedizinischen Lehrstühle in Deutschland. Dessen – mittlerweile sehr spürbare – Konsequenz ist ein ausgeprägter Nachwuchsmangel in diesen Forschungsfeldern. Als einen Ansatz, um diesem Mangel zu begegnen, erwägt die Kommission unter anderem die Initiierung einer DFG-Nachwuchsakademie und prüft weitere Maßnahmen. Denn, wie Hartwig betonte, „steht und fällt die Leistungsfähigkeit der MAK-Kommission mit den ausgewiesenen Kenntnissen und dem Arbeitseinsatz der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“.

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