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Professor Dr. Ludwig Raiser

DFG-Präsident von 1951 bis 1955

Akademische Vita

Prof. Dr. Ludwig Raiser

Prof. Dr. Ludwig Raiser

Ludwig Raiser wurde am 27. Oktober 1904 in Stuttgart geboren und studierte Rechts- und Staatswissenschaften in München, Genf und Berlin. Anschließend war er von 1927 bis 1930 Assistent am Kaiser Wilhelm-Institut für Ausländisches und Internationales Privatrecht in Berlin-Dahlem und wurde 1931 promoviert. 1933 habilitierte er sich in Berlin. Da ihm die akademische Laufbahn "wegen politischer Unzuverlässigkeit" (Munzinger-Archiv) verwehrt wurde, ließ er sich zunächst als Rechtsanwalt nieder und trat 1937 in den Vorstand der Magdeburger Rückversicherungs-AG und der Magdeburger Feuerversicherungsgesellschaft ein. Im Zweiten Weltkrieg 1942 erhielt er einen Ruf an die Universität Straßburg, wurde aber wenig später zur Wehrmacht eingezogen. Von 1943 ab war er Militärverwaltungsrat im "Wirtschaftsstab Ost" in Berlin (Treuhänderische Verwaltung von Wirtschaftsbetrieben im frontnahen Bereich).1945 wurde er Ordinarius für Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Göttingen. Von 1955 bis 1973 forschte und lehrte Raiser in Tübingen. Im Alter von 75 Jahren starb er dort am 13. Juni 1980.

Ämter, Mitgliedschaften und Ehrungen

  • 1948 -1950 Rektor der Universität Göttingen
  • 1956 -1971 Vorsitzender der EKD-"Kammer für Öffentliche Verantwortung"
  • 1958 Berufung in den von ihm mitgegründeten Wissenschaftsrat
  • 1961 - 1965 Vorsitzender des Wissenschaftsrates
  • 1968 / 69 Rektor der Universität Tübingen
  • 1974 - 1979 Präsident der Europäischen Rektorenkonferenz

Ausgewählte Auszeichnungen

u.a.: Großes Bundesverdienstkreuz (1955, Stern dazu 1964), Theodor Heuss-Preis (1967), Ehrensenator der TH Darmstadt, Freiherr vom Stein-Preis (1976)

Ehrendoktorwürde

  • D.Phil. und D.Theol.

Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen

Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung

Wichtige Veröffentlichungen

  • Die Wirkungen der Wechselerklärungen im Internationalen Privatrecht (1931)
  • Das Recht der allgemeinen Geschäftsbedingungen (1935)
  • Rechtsfragen der Mitbestimmung (1954)
  • Lehrbuch des Sachenrechts (mit M. Wolff, 10. Aufl.1957)
  • Dingliche Anwartschaften (1961)
  • Vom rechten Gebrauch der Freiheit (1965)