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Rethinking Trauma as a Global Challenge

„Rethinking Trauma as a Global Challenge”, unter dieser Überschrift hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus New York (DWIH) am 17. Februar zu einem Podiumsgespräch in das German House eingeladen. Anlass der Veranstaltung war der Besuch einer Delegation des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potential nach akutem Trauma“ (SFB 1149) der Universität Ulm in den USA. Neben Florian Gebhard, der Sprecher des SFB, waren Anita Ignatius als stellvertretende Sprecherin und mit Miriam Kalbitz eine Nachwuchswissenschaftlerin auf dem von der Journalistin Ruth Priscilla Kirstein moderierten Panel vertreten. Von amerikanischer Seite kamen Ted Miclau von der University of California, San Francisco und Edward J. Harvey vom kanadischen McGill University Health Centre in Montreal hinzu.

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Die Referenten waren sich vor allem in einem einig: Trauma ist ein sehr weit zu fassendes Feld und trotz erheblicher volkswirtschaftlicher Folgen von Traumata – sie stellen die volkswirtschaftlichen Auswirkungen aller Infektionskrankheiten zusammengenommen noch in den Schatten – komme der Trauma-Forschung nur ein verschwindend geringer Anteil medizinischer Forschungsmittel zu. Dabei ist in der Praxis der Traumaforschung ein bemerkenswerter Unterschied auf beiden Seiten des Atlantik zu verzeichnen. In Deutschland, und hier besonders in Ulm am SFB 1149, ist man im Sinne der Grundlagenforschung um ein besseres Verständnis der im Körper ablaufenden komplexen Prozesse bemüht, von den unmittelbaren Folgen eines Traumas, über die Entzündungsprozesse, die lebenswichtige Organe schädigen und damit die Regeneration behindern können, bis hin zu den vielen Einflussfaktoren auf den Heilungsprozess. In den USA und Kanada, machte die Diskussion deutlich, geht es eher um die Anwendung technologischer Fortschritte auf die Behandlung traumatischer Auswirkung, also etwa die wachsenden Möglichkeiten der Herstellung von „Ersatzteilen“ in 3D-Printverfahren.

Weil das Thema „Trauma“ in den USA in erster Linie vor dem Hintergrund ungewöhnlicher Traumata, wie Sport- oder Kriegsverletzungen, diskutiert wird, war mit Sean James auch ein ehemaliger Football-Profi eingeladen, dessen Erfahrungen dem Meinungs- und Informationsaustausch noch eine besondere, weil persönliche Note gaben. In der regen Diskussion der mehr als 100 Besucher der Veranstaltung waren denn auch beide Aspekte des Abends – der statistische Aspekt mit seinen verblüffenden Zahlen zur ökonomischen Tragweite des Themas und der anekdotische Aspekt durch die Anwesenheit von Betroffenen – gleichermaßen vertreten. Grundlagenforschung und klinische Anwendung – darin waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig – könnten sich in einer transatlantisch angelegten Zusammenarbeit noch besser entfalten, die den jeweiligen Stärken der Standorte Rechnung tragen würden. Um hier die Kooperationen konkreter zu planen, wurden am Rande der Delegationsreise weitere Treffen im Oktober 2016 im DFG-Büro in Washington, DC vereinbart.