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Gunst, Stunde und das German House New York

Busso von Alvensleben

Eindrücke der Konferenz

Busso von Alvensleben
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Dieter Lüst
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Eva-Maria Streier
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Gia Dvali
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(v.l.n.r) Dieter Lüst, John Ellis, Burt Ovrut, Paul Steinhardt, Eva-Maria Streier, Busso von Alvensleben, Joann Halpern, Max Vögler.
(v.l.n.r) Dieter Lüst, John Ellis, Burt Ovrut, Paul Steinhardt, Eva-Maria Streier, Busso von Alvensleben, Joann Halpern, Max Vögler.


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John Ellis
John Ellis


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Paul Steinhardt während einer zusätzlichen Sitzung
Paul Steinhardt während einer zusätzlichen Sitzung


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Konzentration in einem unklaren Universum
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Paul Steinhardt während des Vortrags
Paul Steinhardt während des Vortrags


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(26.03.14) Gunst und Stunde passten für das Nordamerika-Büro der DFG selten so gut zusammen wie in der Woche nach dem 17. März 2014, dem Datum beziehungsweise der Stunde einer Veröffentlichung von Messergebnissen des BICEP2-Observatoriums am Südpol. Vereinfacht gesagt ist hier das Echo des Urknalls zum ersten Mal in Gravitationswellen direkt nachgewiesen worden. Da war es mehr als ein günstiger Umstand, dass vom 20. bis 22. März 2014 im German House in New York eine Konferenz mit dem Titel „The Particle Physics and Cosmology of Supersymmetry and String Theory“ tagte, die vom New Yoker Büro der DFG ausgerichtet wurde. Unter den 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren neben herausragenden Experten für String Theory einige der weltweit führenden Kosmologen wie Paul Steinhardt, John Ellis, Mark Trodden, Alexander Westphal, Gia Dvali, Kurt Hinterbichler, Lasha Berezhiani, Justin Khoury, Ido Ben-Dayan oder Jean-Luc Lehners. Sie und die weiteren Teilnehmenden des trilateralen, von der amerikanischen NSF, dem britischen EPSRC (UK) und der DFG geförderten Forschungsprogramms – an dem auch die University of Pennsylvania in den USA, die Oxford University und das Imperial College in Großbritannien, die LMU München und das DESY in Hamburg beteiligt sind – waren für zweieinhalb Tage zur Diskussion von Fachthemen mit hohem Abstraktionsgrad zusammengekommen.

Um auch Laien, denen sich das Thema nicht zuletzt auf Grund der mathematischen Sprache nicht leicht erschließt, einzubeziehen, adressierte die breitere Öffentlichkeit ein gemeinsam mit dem German Center for Research und Innovation ausgerichteter Abend im Auditorium des German House. Der Titel dieser Veranstaltung am 20. März 2014 lautete „The Origin of Mass, Matter and the Early Universe“. Und wem das Rauschen des Blätterwaldes auf den Wissenschaftsseiten nach dem 17. März 2014 nicht entgangen sei, so der deutsche Generalkonsul Busso von Alvensleben in seiner Begrüßung, der könne sich über das außerordentliche Interesse an der Veranstaltung nicht wundern. Die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Moderiert von Leibniz-Preisträger Dieter Lüst hörte der bis auf den letzten Platz besetzte Saal zunächst von John Ellis in seinem „The Higgs Boson and Beyond“ betitelten Beitrag, welche richtungsweisenden Folgen sich aus dem vor knapp zwei Jahren gelungenen Nachweis der Existenz des Higgs Bosons im Large Hadron Collider in Genf für unser physikalisches Weltbild ergeben und wie sich sowohl die Teilchenphysik, als auch Astrophysik und Kosmologie im Lichte eines nun experimentell weiterhin bestätigten Standardmodells entwickeln werden. Der zweite Vortrag von Paul Steinhardt zum Thema „The Great Cosmic Debate“ zeigte zunächst einen Raum mit einem mit „BICEP2“ beschriebenen Elefanten, also den sprichwörtlichen „elephant in the room“ . Er stand für die am 17. März 2014 veröffentlichten Ergebnisse der Messungen am Südpol. Steinhardt hatte ursprünglich vorgehabt, die Modelle „Big Bang“ und „Big Bounce“ zu vergleichen und die Folgen aus der Debatte über deren Gültigkeit auf unsere Vorstellungen von der Geschichte des Universums auszuloten. Doch angesichts der Einschätzung, dass nicht wenige im Publikum seine Einschätzung zu BICEP2 hören wollten, wechselte er das Thema. Denn nicht zuletzt gilt er als einer der Väter der Vorstellung von „Inflation des Universums“, die nun durch die Ergebnisse spektakulär bestätigt zu sein scheint. „Wir sollten“, so sein Fazit, „den Nobelpreis jetzt nicht voreilig verleihen“, ging er auf mehrfache Pressemeldungen ein, denn zum einen sei das sogenannte „Systematics Paper“ zu den Ergebnissen noch nicht veröffentlicht, zum anderen seien vom Planck-Satelliten spätestens im Herbst Daten zu erwarten, die BICEP2 möglicherweise in einem anderen Licht erscheinen lassen. Bis dahin gelte: „We should enjoy the time of uncertainty and we should use it to speculate.“ Ellis pflichtete ihm bei: „We have to look that gift horse carefully into the mouth.” Wenngleich sich nicht allen Zuhörern gleichermaßen die wissenschaftlichen Argumente für und wider die Aussagekraft der BICEP2-Daten erschlossen, so war an der Heftigkeit der Debatte doch ihr Stellenwert ablesbar und die Gespräche zogen sich noch weit in den anschließenden Empfang hinein.

Die Organisatoren der Konferenz, allen voran Burt Ovrut von der University of Pennsylvania, Andre Lukas von Oxford University und Dieter Lüst von der LMU, hatten aus Anlass der jüngsten BICEP2-Daten das Konferenzprogramm um eine „Sondersitzung“ erweitert, zu der dann auch – wie bereits zur Publikumsveranstaltung am Vortag – mit Dennis Overby der für Physik zuständige Redakteur der New York Times in das German House kam. Hier ging es dann erwartungsgemäß deutlich wissenschaftlich-mathematischer zu: Tafelbilder wurden aufgezeichnet, hier was weggewischt, dort eine Idee eingefügt und vorbehaltlich aller noch zu klärenden Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Daten waren sich alle Beteiligten mit Gia Dvali sicher: „It is hard to overestimate these results.“ Ebenso sicher waren sich die Konferenzmacher und Wissenschaftler auch in anderer Hinsicht: Die vorzügliche Organisation und Betreuung einer Konferenz in New York durch die DFG wirft nicht nur ein gutes Licht auf die Forschungsförderung in Deutschland, sondern auch auf den Forschungsstandort insgesamt.

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