Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) Informelle Lunchdiskussion in Washington, DC
Am 14. April 2010 lud das DFG-Verbindungsbüro Nordamerika seine Partner zu einer Präsentation des im Februar in New York eröffneten Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses ein. Die etwa 25 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen aus den Reihen der nordamerikanischen Partnerorganisationen (NSF, NIH, NEH), von Vertretungen der deutschen Wirtschaft (RGIT, GTAI), aus Wissenschafts- und Förderorganisationen (DLR, AvH) sowie aus den Wissenschaftsabteilungen verschiedener Botschaften und der EU-Vertretung. Ziel der Veranstaltung war es, das DWIH vorzustellen und Synergien und mögliche Kollaborationen mit interessierten Kreisen in Washington zu diskutieren. Dr. Marion Müller, Leiterin des DFG-Verbindungsbüros Nordamerika, begrüßte die Gäste und die Vortragenden Dr. Joann Halpern, Director of Programs and Strategic Outreach des DWIH, und Dr. Sebastian Fohrbeck, Leiter des DAAD-Büros New York.
Das DWIH ist Teil der im Februar 2008 verabschiedeten Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung, die sich das Ziel gesetzt hat, Deutschlands Rolle in einer globalen Wissensgesellschaft zu stärken. Die Anschubfinanzierung erfolgt durch die Initiative Außenwissenschaftspolitik des Auswärtigen Amts. Das DWIH New York will die Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und potenziellen nordamerikanischen Partnern fördern und steht unter der Konsortialführerschaft von DFG und DAAD. Es ist eines von fünf DWIHs; die anderen Häuser befinden sich in Moskau, São Paulo, Neu Delhi und Tokio.
Dr. Fohrbeck (DAAD) erläuterte die Beweggründe, New York als strategischen Standort für das DWIH in Nordamerika auszuwählen. Obwohl andere Städte wie Edmonton, San Francisco, Boston und Washington in Betracht gezogen worden seien, sei nur in New York die ideale Infrastruktur vorhanden gewesen, die es ermöglichte, sehr schnell ein DWIH zu eröffnen. Das Büro befindet sich im selben Gebäude wie das Generalkonsulat, die ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen, DAAD, DFG, Verbindungsbüros verschiedener deutscher Universitäten und Fachhochschulen sowie die Gemeinschaftsinitiative GAIN. Alle Organisationen profitieren von den im "Deutschen Haus" vorhandenen Konferenzräumen, Catering und anderen angebotenen Dienstleistungen. Außer der hervorragenden Infrastruktur sprachen aber natürlich noch weitere Gründe für New York als Standort. Dr. Müller führte aus, dass die Stadt nicht nur durchdrungen sei von europäischer und insbesondere deutscher Kultur, sie biete auch das perfekte Umfeld, um dichte Kontaktnetzwerke mit Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen aufzubauen und zu pflegen und starke Bindungen zwischen Deutschland und Nordamerika zu formen. 25 % der in der Carnegie Classification als die 95 forschungsstärksten Universitäten gelisteten Hochschulen befinden sich im Großraum New York. Die Dichte der Forschungsuniversitäten macht New York zum idealen Standort, um den Kontakt mit amerikanischen Hochschulen auszuweiten. Hier sind ebenfalls eine Reihe von Forschungsinstituten des Energieministeriums: Brookhaven National Laboratory, New Brunswick Laboratory, National Energy Technology Lab, Princeton Plasma Physics Lab und Jefferson Lab. Auch acht der 50 weltweit innovativsten Unternehmen haben sich dort angesiedelt.
Das DWIH will die deutsche Forschungslandschaft in ihrer Gesamtheit präsentieren, um der deutschen Forschung zu größerer Sichtbarkeit zu verhelfen und ihre aktive Präsenz in Nordamerika auszuweiten. Es ermöglicht auf eine noch nie dagewesene Weise, über das hinauszugehen, was die einzelnen Akteure, Organisationen und Vertretungen erreichen können, wie Dr. Müller betonte. Das DWIH wird Kollaborationen zwischen deutschen und nordamerikanischen Partnern weiterentwickeln, indem es internationale Experten und Forscher aus Wissenschaftsinstituten, Industrie und Regierung zusammenbringt, um die Kommunikation über die entscheidenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Bereich Wissenschaft und Technologie zu fördern.
Dr. Halpern schloss eine informative Präsentation über Aufgaben und Team des DWIH sowie einen Ausblick auf zukünftige Veranstaltungen an. Sie führte aus, dass das DWIH seine Aufgaben durch folgende Maßnahmen erfüllen will:
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Wissenschaftliche Konferenzen und Symposia ausrichten, um innovative Forschung zu diskutieren und Lösungen für globale Probleme zu finden, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft verbinden
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Zentrale Anlaufstelle bieten für Informationen über die deutsche Forschungslandschaft und Fördermöglichkeiten
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Den deutschen Beitrag zu Forschung und Entwicklung durch Vorträge und Ausstellungen präsentieren
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Workshops für Doktoranden und andere junge Wissenschaftler entwickeln, um ihre Bindung an deutsche Institutionen zu fördern und sie in ihrer Karriere zu unterstützen
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Nordamerikanische Universitäten in ihren Bemühungen unterstützen, Strategien zu entwickeln, um internationale Forschungskollaborationen mit Deutschland zu verbessern
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Wissenschaftsdinner und andere Veranstaltungen organisieren, die internationale Experten und Partner aus Forschungseinrichtungen, Industrie und Verwaltung zusammenbringen
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Auszeichnungen verleihen, z. B. für Verdienste um transatlantische Wissenschaftskooperation
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Öffentliches Interesse an deutscher Wissenschaft und Technik wecken
Dr. Halpern erläuterte die verschiedenen Punkte anhand von geplanten Veranstaltungen wie "Harnessing the Power of Life Sciences to Achieve the Millennium Development Goals" zusammen mit der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen, ein "Careers in Germany Informational Workshop" an der New York University, eine abendliche Diskussionsveranstaltung zum Thema "How Effective Is the Current Patent System for Global Technological Innovation? Perspectives from the United States and Europe" und eine Veranstaltung zu "The Bilingual Brain".
Eine lebhafte Diskussionsphase schloss sich an die Präsentation an. Die Gäste blieben gern, um mit Dr. Halpern Vorschläge zu Kollaborationen zu besprechen, so ist z. B. NIH am Ausstellungsformat interessiert, um der Öffentlichkeit die lebenswissenschaftliche Forschung näherzubringen. Der gelungene DWIH-Lunch neigte sich langsam seinem Ende zu, nachdem alle Fragen beantwortet und alle Vorschläge notiert und diskutiert worden waren.