Exzellenz in der Chemie auf dem Deutsch-Japanischen Symposium in Tokyo
Japanisch-deutsche Kooperation
Am 20. Juni fand in Tokyo ein hochkarätig und international besetztes deutsch-japanisches Chemiesymposium zu dem Thema „Catalysis & Synthesis, Advanced Materials & Chemical Biology“ statt. Die Chemie-Nobelpreisträger Professor Dr. Akira Suzuki (Nobel-Preis 2010) und Professor Dr. Ryoji Noyori (Nobel-Preis 2001) aus Japan sowie Professor Dr. Barry Sharpless aus den USA (Nobel-Preis 2001) waren für Vorträge gewonnen worden – bei Professor Noyori der erste öffentliche Vortrag seit der Nobelpreisverleihung vor 10 Jahren.
Professor Dr. Helmut Schwarz (Präsident, Alexander-von-Humboldt Stiftung) präsentierte „Research in Germany“ und weitere herausragende Wissenschaftler stellten ihre Forschungsarbeit vor. Das Symposium aus Anlass des UNESCO Year of Chemistry 2011 und 150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan sowie zur Feier des 50. Jubiläums der Etablierung der weltweit renommierten Fachzeitschrift Angewandte International Edition war mit 380 Teilnehmern ein großer Erfolg. Zusätzlich verfolgten circa 700 Personen die online Übertragung der Vorträge im Internet.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Frau Dr. Sybille Grandel (Research in Germany), Dr. Johanna Kowol-Santen (Leiterin der Gruppe Chemie und Verfahrenstechnik der Geschäftsstelle) und vom DFG-Büro Japan in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und Wiley VCH, von deren Seite die Initiative ausgegangen war, sowie der Chemical Society of Japan (CSJ) und dem Institute of Technology (Titech), das unter anderem den Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt hatte. Auch das japanische Forschungsinstitut RIKEN spielte eine wesentliche Rolle bei den Vorbereitungen und der Umsetzung. Weiterhin waren vor Ort das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus Tokyo (DWIH-Tokyo) beteiligt. Mit einem gemeinsamen Infostand auf der Veranstaltung stellten DWIH und Research in Germany den Forschungsstandort Deutschland vor.
Am Erfolg des Symposiums und der Zufriedenheit der 380 Teilnehmer und Gäste ließ sich die gute Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren ablesen. Die Chemiestudenten des Titech hatten am Tag der Veranstaltung unterschiedlichste Aufgaben übernommen; somit trug auch der Forschernachwuchs zum Gelingen bei.
Am Vorabend des Symposiums luden die Chemical Society of Japan (CSJ) und das DFG-Büro Japan die angereisten Delegationsmitglieder und die Sprecher und Moderatoren auf japanischer Seite zu einem „Delegates Dinner“ in ein traditionelles japanisches Restaurant ein. Den Mittelpunkt der Abendveranstaltung bildeten die Nobelpreisträger, denn Anlass zur Feier gab auch das 10-jährige Jubiläum der Verleihung des Nobelpreises für Chemie an Professor Noyori und Professor Sharpless. Unter den Ehrengästen waren Generalkonsul Dr. Alexander Olbrich vom Deutschen Generalkonsulat Osaka-Kobe (Consul General, German Consulate General Osaka-Kobe) und Herr Peter Rondorf, Leiter der Abteilung für Wirtschaft und Wissenschaft der Deutschen Botschaft Tokyo (Head of Economic and Scientific Department, German Embassy). Vertreten waren außerdem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus Tokyo. Das Dinner bot allen 38 Beteiligten die Gelegenheit, sich bei intensiven Gesprächen über aktuelle Themen aus dem Bereich der angewandten Chemie auszutauschen, sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Forschungsarbeit im Partnerland zu bringen sowie neue und alte Beziehungen zu knüpfen und zu festigen.
Als Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft und als Erinnerung an das gemeinsam mit so vielen engagierten Beteiligten organisierte Symposium überreichte Dr. Iris Wieczorek (Direktorin, DFG-Büro Japan) nach dem Dinner dem Präsidenten der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Professor Dr. Michael Dröscher, ein sogenanntes „fuboku“ mit dem Schriftzug „German-Japanese Friendship“, das die Delegation nach der Teilnahme an einer Shintô-Zeremonie im Meiji-Schrein erhalten hatte.
Am 20 Juni begrüßten Professor Yasuhiro Iwasawa (President, The Chemical Society of Japan), Professor Dr. Michael Dröscher (President, Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)/Evonik Degussa GmbH), Dr. Kenichi Iga (President, Tokyo Institute of Technology) und Dr. Peter Gölitz (Chefredakteur, Angewandte Chemie) die circa 380 Teilnehmer des Deutsch-Japanischen Chemiesymposiums in der Kuramae Hall des Tokyo Institute of Technology (Titech).
Neun exzellente Vorträge boten Einblick in wichtige aktuelle Themenbereiche der angewandten Chemie. Weitere 700 Zuschauer, die nicht die Möglichkeit hatten zu diesem einzigartigen Event anzureisen, konnten die Präsentationen bei einer live Übertragung des Wiley VCH über das Internet online mitverfolgen.

Professor Dr. Ryoji Noyori (Nobel Preis 2001, Präsident des RIKEN / Professor an der Nagoya University): “Asymmetric Hydrogenation: Our Three Decades with BINAP”
Moderiert wurde das Programm von Professor Keisuke Suzuki (Dean, School of Science, Department of Chemistry, Tokyo Institute of Technology), Dr. Mikiko Sodeoka (RIKEN, Institute of Physical and Chemical Research), Dr. Neville Compton (Redakteur, Angewandte Chemie), Professor Masakatsu Shibasaki (Director, Institute of Microbial Chemistry, Tokyo), Professor Hideo Takezoe (Department of Organic and Polymeric Materials, Tokyo Institute of Technology) und Professor Dr. Wolfram Koch (Executive Director, Gesellschaft Deutscher Chemiker).
Professor Ichiro Okura (Executive Vice President for Planning, Tokyo Institute of Technology) sprach die abschließenden Grußworte.
Die drei Nobelpreisträger gaben während der Pausen Autogramme. Die Teilnehmer des Symposiums standen weit bis vor die Tür der Kuramae Hall Schlange, um sich ihre Programmhefte signieren zu lassen.
In den Broschüren waren die Aufsätze abgedruckt, die 2001 beziehungsweise 2010 von der Nobel Foundation anlässlich der Verleihung des Chemie-Nobel-Preises an die drei Forscher veröffentlicht worden waren. Da Professor Dr. Ryoji Noyori und Professor Dr. Barry Sharpless vor genau zehn Jahren in Stockholm ihren Nobel Preis entgegengenommen hatten, ist 2011 auch in dieser Hinsicht ein besonderes Jubiläumsjahr für die internationale Kooperation in der Chemie.

Professor Dr. Ryoji Noyori (im Vordergrund), Professor Dr. Barry Sharpless (in der Mitte) und Professor Dr. Akira Suzuki (im Hintergrund) beim Signieren
Bei dem an das Symposium anschließenden Empfang, für die der Verlag Wiley ein Büffet mit „Bretzeln und Bier“ bereitgestellt hatte, ergaben sich auch zwischen den Teilnehmer und den Sprechern rege Diskussionen. Die Studenten freuten sich über die Gelegenheit, mit den Gästen aus Deutschland, der Schweiz und den USA zu sprechen.
Am nächsten Tag ging es für die Delegation weiter nach Peking, da dort ein chinesisch-deutsches Symposium stattfand.














