Nobelpreisträger als Namenspate

Im Heisenberg-Programm zählt allein Qualität

Mit 26 Jahren wurde Werner Heisenberg zum Professor berufen, mit 32 zum Nobelpreisträger gekürt – eine außergewöhnliche Karriere, die sich viele erhoffen, aber kaum einer wiederholen kann. So war es fast selbstverständlich, dass Heisenberg zum Namenspatron eines neuen Programms zur Förderung junger hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Weg zur Professur wurde. Denn für die Antragsteller galt von Anbeginn, dass sie zur Spitzengruppe der Nachwuchskräfte gehören und „jung für ihre Leistungen“ sein müssen, wie der damalige DFG-Präsident Heinz Maier-Leibnitz definierte. Für die Einrichtung des Programms vor 30 Jahren spielten zwei Beweggründe eine entscheidende Rolle, die auch heute noch wichtig sind:

Zunächst sollten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits für eine Professur qualifiziert waren, aber noch keine Dauerstelle an einer deutschen Universität hatten, die Zeit bis zu einem Ruf mit eigenständiger Forschung überbrücken können. Die Ziele waren dabei, die Abwanderung besonders begabter Nachwuchskräfte in außerwissenschaftliche Bereiche zu verhindern und ihr Potenzial für die Forschung in Deutschland zu erhalten. Außerdem sollte eine ausgewogene Altersstruktur an den Forschungseinrichtungen gesichert werden.

Zugleich wollte man – der herausragenden Qualifikation der Wissenschaftler entsprechend – ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit fördern: von Vorgesetzten, von Institutionen, von vorgegebenen Projekten. Gerade die Freiheit in der Wahl von Arbeitsthemen sowie von Arbeitszeit und -ort (und das bei einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren) macht das Stipendium für viele Bewerber seit jeher so attraktiv. So nutzen nicht wenige Geförderte das Stipendium auch für einen Auslandsaufenthalt.

Das Programm war anfangs auf fünf Jahre und eine Gesamtzahl von 750 Stipendien angelegt. Danach, so die Hoffnung, würde sich die kritische Stellensituation entspannt haben. Die große Mehrzahl der Stipendiaten der ersten Jahrgänge fand adäquate Positionen. Zugleich sprach sich die hervorragende Reputation der Geförderten – und damit des Programms – schnell herum. Das führte schließlich 1991 dazu, dass die DFG das Programm auch nach Entspannung der Stellensituation als gezieltes Exzellenzprogramm aus eigenen Mitteln fortsetzte.

Die letzte große Neuerung war die Einführung der Heisenberg-Professur Ende 2005. Interessanterweise war eine Heisenberg- Professur schon in den ersten Überlegungen mitgedacht und immer wieder angeregt worden. Ursprünglich war sie nach einer Stipendienphase vorgesehen oder als „K.W.-Professur“ („kann weg“), die gestrichen werden sollte, sobald der Heisenberg-Geförderte eine dauerhafte Professur erhielt. Die heutige Lösung sieht vor, dass die DFG für fünf Jahre eine Professur anfinanziert, die nach erfolgreicher Zwischenbegutachtung in eine reguläre Universitätsprofessur überführt wird – gleichsam der Einstieg in ein Tenure Track-System mit gesicherten Karriereperspektiven und damit ein großer Fortschritt für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

Das Heisenberg-Programm ist heute eines der renommiertesten Förderprogramme der DFG. Mit ihm wurden von 1977 bis heute knapp 2000 Forscherinnen und Forscher gefördert, von denen viele eine bedeutende Position in der Wissenschaft innehaben oder – diese Voraussage kann ich ohne Risiko wagen – in Zukunft erreichen werden.


Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner,
Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft

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© 2010-12 DFG Aktualisierungsdatum: 24.11.2011Sitemap  |  Impressum  |  Kontakt  |  RSS Feeds

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