Genial mit spielerischer Leichtigkeit

Werner Heisenberg revolutionierte die Physik

Früh zeigte Werner Heisenberg zwei Eigenschaften, die seine glänzende Karriere bestimmen sollten: Begabung und Ehrgeiz. Bereits auf dem Gymnasium war von der „spielenden Leichtigkeit“ die Rede, mit der Heisenberg „treffliche Leistungen“ erzielte. Auch sei er „ordentlich selbstbewusst“ und wolle immer glänzen. Später als Professor trainierte Heisenberg Tischtennis, um auch hier der Beste zu sein – so wie in der Wissenschaft und im Schachspiel.

Rasant zum Nobelpreis

Geboren 1901 in Würzburg als Sohn eines ebenso ehrgeizigen Vaters, der es als Handwerkersohn zum Professor für Griechisch gebracht hatte, entdeckte Heisenberg während seiner Münchner Schulzeit die Freude am „Spielen zwischen Mathematik und unmittelbarer Anschauung“. Die Mathematik zur Beschreibung physikalischer Gesetze brachte er sich selbst bei. Von 1920 an studierte er Physik in Rekordzeit: Nach der Promotion über „Das Problem der Turbulenz“ habilitierte er sich nur ein Jahr später in Göttingen bei Max Born, dessen Assistent er wurde. 1927, mit 26 Jahren, wurde Heisenberg als Professor für Theoretische Physik nach Leipzig berufen.

Durch den jungen Forscher gelang der sächsischen Universität der Anschluss an die Zentren der modernen Atomphysik: Kopenhagen, Cambridge und Göttingen. Zudem zog der inspirierende Lehrer hochbegabte Studenten an, darunter Carl Friedrich von Weizsäcker und den (späteren) „Vater der Wasserstoffbombe“ Edward Teller. Mit ihnen begründete Heisenberg die Quantenmechanik der Festkörper, für die er 1933 den Nobelpreis erhielt. Gemeinsam mit Niels Bohr, Max Born und Pascual Jordan entwickelte er die Unschärferelation und machte den Prinzipien der „klassischen Physik“ ein Ende.

Zu Beginn des nationalsozialistischen Regimes stellte sich der renommierte Physiker gegen die Vertreibung jüdischer Wissenschaftler – mit geringem Erfolg. Er wurde angegriffen, als er sich weigerte, eine Ergebenheitsadresse an Hitler zu unterzeichnen. 1937 wandten sich Vertreter einer „arischen Physik“ gegen ihn und seine angeblich jüdisch unterwanderte Quantenphysik. Heisenberg blieb in Deutschland – trotz großzügiger Angebote amerikanischer Universitäten.

Während des Zweiten Weltkriegs leitete der Naturwissenschaftler das Uranprojekt des deutschen Heereswaffenamtes; es sollte die Einsatzmöglichkeiten der Kernspaltung erforschen. 1942 wurde er Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin-Dahlem, das die Großversuche weiterführen sollte. Kurz vor Kriegsende nahmen die Alliierten Heisenberg und andere Atomforscher fest und brachten sie nach Großbritannien. Nach dem Krieg war Heisenberg wegen seiner Laufbahn im Dritten Reich nicht unumstritten.

Engagiert für den Nachwuchs

Sein Schüler Carl Friedrich von Weizsäcker sagte später über Heisenberg: „Er war genialer Wissenschaftler, dann ein Künstler und erst aus Pflichtgefühl homo politicus.“ Besonders im Nachkriegsdeutschland war Heisenbergs Tätigkeit wissenschaftspolitisch bestimmt. Unter dem Dach der Max-Planck-Gesellschaft gründete er ein Institut für Physik in Göttingen, dessen Direktor er von 1946 bis 1958 war. Danach leitete er bis 1970 das Max-Planck-Institut für Physik in München. An der Spitze des „Deutschen Forschungsrates“, einer Vorgängerorganisation der DFG, setzte Heisenberg von 1949 bis 1951 Akzente in der Gestaltung der Grundlagenwissenschaft. Als erster Präsident der wiedergegründeten Alexander von Humboldt-Stiftung engagierte er sich zwischen 1953 und 1975 besonders für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Heisenberg, seit 1936 mit Elisabeth Schumacher verheiratet und Vater von sieben Kindern, starb 1976 in München.

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